Basketball Ratiopharm Ulm trennt sich von Tim Ohlbrecht

So sah man Tim Ohlbrecht in den letzten eineinhalb Jahren häufiger in der Arena: in Zivil an der Werbebande.
So sah man Tim Ohlbrecht in den letzten eineinhalb Jahren häufiger in der Arena: in Zivil an der Werbebande. © Foto: Harry Langer
Ulm / Sebastian Schmid 27.06.2018
Tim Ohlbrecht wird nicht zu Ratiopharm Ulm zurückkehren. Der Basketball-Bundesligist gab die Trennung von dem Center bekannt, der nach seiner schweren Knieverletzung nicht mehr zu alter Form fand. Daneben verlässt noch ein weitere Akteur den Klub.

Gerade einmal 14 Zeilen war Ratiopharm Ulm am Mittwoch der Abschied von Tim Ohlbrecht wert. Länger war die Pressemitteilung nicht, in der verkündet wurde, dass der 29-Jährige nicht mehr zum Basketball-Bundesligisten zurückkehren wird. Am 8. Mai vergangenen Jahres sah das noch ganz anders aus. „Ein Mann für die großen Momente“ betitelte der Verein die Nachricht, dass der 2,10 Meter große Center einen Vertrag bis 2020 unterschrieben hat. Was aus diesem Papier geworden ist, ist rätselhaft. Am Mittwoch hieß es plötzlich, dass Ohlbrechts Vertrag am 30. Juni 2018 ausläuft.

Vergangene Woche war er vom Verein aus seiner Wahlheimat Amerika nach Deutschland zitiert worden, um sich im RKU einer Untersuchung zu unterziehen. Unmittelbar im Anschluss daran kehrte er zu seiner Familie nach Texas zurück. Das legt den Schluss nahe, dass die Trennung mit der Knieverletzung zusammenhängt, die sich der ehemalige NBA-Profi (drei Spiele für die Houston Rockets) am 26. Dezember 2016 zugezogen hat.

13 Minuten sind in der Partie bei den Bayern gespielt, als Münchens Nihad Djedovic den Center am linken Knie trifft. Ein Zusammenprall mit verheerenden Folgen: Ohlbrecht fällt den Rest der Saison aus, kämpft sich anschließend nach der Vertragsverlängerung zurück und wird vor Runden-Beginn abermals von Knieproblemen zurückgeworfen. An die starke Leistung, die er vor seiner Verletzung gezeigt hat, kann er nicht mehr anknüpfen. Über die Reservistenrolle kommt er nicht mehr hinaus.

Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, dass die Untersuchung im RKU keine gute Heilungsprognose ergeben hat und sich Ulm deshalb von Ohlbrecht trennt, dessen Vertrag sicherlich nicht schlecht dotiert war. Das Risiko, mit ihm noch eine weitere Saison zu planen, war dem Klub wohl sportlich als auch finanziell zu groß. Gut möglich, dass dieser schicksalhafte Zusammenprall vom 26. Dezember 2016 Ohlbrechts vorzeitiges Karriereende eingeleitet hat. Wie und ob es bei ihm weitergeht, ist offen.

Luka Babic wird ebenfalls nicht nach Ulm zurückkehren. Der kroatische Nationalspieler war im Dezember 2017 nach Ulm gekommen und als „eine Option für die Zukunft“ vorgestellt worden. Nachdem er seine Rehabilitation nach einer Knorpelverletzung im Knie früher als erwartet abgeschlossen hat, kam er in 17 Bundesligaspielen zum Einsatz. Seine Leistung reichte aber nicht aus, dass der Verein die Option auf eine weitere Saison zog.

Für Trainer Thorsten Leibenath bedeuten die Abgänge, dass er noch vier  Neuzugänge finden muss, darunter zwei Akteure, die auf der Position des Centers agieren können. Der Umbruch nach dem Verpassen der Playoffs fällt doch größer als erwartet aus.

Aktueller Kader für die kommende Saison

Ryan Thompson, Per Günther, Ismet Akpinar, David Krämer, Isaac Fotu, Katin Reinhardt, Till Pape.
Neuzugänge: Maximilian Ugrai, Dmayne Evans.

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