Basketball Ratiopharm Ulm startet ins Playoff-Halbfinale

Gegen die scheinbar übermächtigen Bamberger wird es für Brion Rush (mit Ball) und Ratiopharm Ulm schwer, drei Siege und damit das Finale zu erreichen.
Gegen die scheinbar übermächtigen Bamberger wird es für Brion Rush (mit Ball) und Ratiopharm Ulm schwer, drei Siege und damit das Finale zu erreichen. © Foto: Eibner
Bamberg / SEBASTIAN SCHMID 23.05.2015
Nach dem kräfteraubenden Viertelfinale gegen Bonn wartet nun Bamberg auf die Bundesliga-Basketballer von Ratiopharm Ulm. Gegen die Franken ist die Leibenath-Truppe in der Außenseiter-Rolle.

Eines stellt Thorsten Leibenath klar: "Wir spielen das Halbfinale nicht, um Bamberg nach drei Spielen zum Weiterkommen zu gratulieren." Tim Ohlbrecht hingegen formuliert das Ziel der Ulmer Basketballer deutlich forscher als sein Trainer: "Wir wollen alle den Titel." Wohlwissend, dass im Halbfinale ein ganz schwerer Brocken wartet.

Thomas Stoll hatte sich bereits vor dem Bundesliga-Start Anfang Oktober festgelegt: "So eine Mannschaft wie Bamberg sie dieses Jahr hat, hat es in der Bundesliga noch nicht gegeben." Zu Saisonbeginn sah es nicht so aus, als ob sich die Prognose des Ulmer Managers bewahrheitet. Doch nach und nach kam die Mannschaft des italienischen Trainers Andrea Trinchieri immer besser ins Rollen und beendeten die Hauptrunde auf Platz eins. Sie in einem Spiel zu besiegen ist schon schwer. Um ins Endspiel einzuziehen, müssen die Ulmer drei der maximal fünf Partien gewinnen.

Dreimal traf das Ratiopharm-Team in dieser Saison bereits auf Bamberg, dreimal unterlag es. Davon will Leibenath vor dem ersten Halbfinale am Samstag (20.30 Uhr/Sport1) aber nichts wissen: "Es ist völlig wurst, wie die Spiele bisher waren." Zumal sich sein Team gegen die Baskets von Partie zu Partie gesteigert und im letzten Duell Ende April vor allem ein furioses erstes Viertel (33:13) hingelegt hat. Dann allerdings verletzte sich Per Günther und fiel den Rest der Partie aus. Bamberg übernahm die Kontrolle und siegte 95:88.

Seitdem haben die Ulmer vor allem In den letzten beiden Viertelfinal-Spielen gegen Bonn reichlich Selbstvertrauen getankt und gehen gestärkt ins Halbfinale. Der Respekt der Bamberger ist groß. "Ulm gehört zur Elite des deutschen Basketballs. Es ist offensichtlich, dass es in dieser Serie keinen Favoriten gibt", sagte Trinchieri und dürfte mit dem zweiten Teil seiner Aussage so ziemlich alleine dastehen. Denn dass Ulm und Bamberg sich auf Augenhöhe begegnen, macht alleine schon der gut doppelt so hohe Etat der Franken unmöglich.

Nach den starken Auftritten gegen Bonn ruhen bei Ulm große Hoffnungen auf Ian Vougioukas. An eine Überlegenheit auf der Center-Position glaubt Leibenath trotz der starken Auftritte von Tim Ohlbrecht und des Griechen nicht: "Ich sehe auf unserer Seite keinen Vorteil, glaube aber trotzdem, dass wir Chancen haben, Bamberg zu schlagen." Dass Vougioukas im vergangenen Jahr beim russischen Klub Unics Kazan und Maarty Leunen davor vier Jahre lang bei Pallacanestro Cantu (Italien) für Trinchieri gespielt haben, ist für Leibenath immerhin "kein Nachteil". Das Duo weiß, wie der Italiener tickt. Allerdings hat der 47-Jährige mit dem Ex-Ulmer Daniel Theis ebenfalls einen Insider in seinen Reihen.

Jedoch ist auch ohne Insider-Informationen klar, dass Ulm auf eine athletische und abgeklärte Mannschaft trifft, deren Spieler über hervorragend Eins-gegen-eins-Qualitäten verfügen, trotzdem aber sehr diszipliniert spielen. Um bei den Bambergern, die in der Liga in 18 Heimspielen noch ungeschlagen sind, gewinnen zu können, benötigt Ulm ein "Topspiel" (Leibenath). Aussichtslos ist es nicht.

Die Halbfinal-Termine

Spiel 1 in Bamberg Sa. 23. Mai, 20.30 Uhr

Spiel 2 in Ulm Mi. 27. Mai, 20.30 Uhr

Spiel 3 in Bamberg Sa. 30. Mai, 17 Uhr

Spiel 4 in Ulm* Di. 2. Juni, 20 Uhr

Spiel 5 in Bamberg* Do. 4. Juni, 20 Uhr

* falls nötig

Team mit drei Siegen ist im Finale

 

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