Die zwei Niederlagen vor der Länderspielpause gegen Berlin und Braunschweig sollten für die Bundesliga-Basketballer von Ratiopharm Ulm eigentlich genug Motivation gewesen sein. Doch Keely Willis wollte auf Nummer sicher gehen: Zehn Rebounds sollte ihr Mann Derek in Bayreuth holen, ansonsten könne er in der Trainingshalle übernachten. Dieses Schicksal blühte dem 24-Jährigen nach seinen zwei Rebounds tatsächlich. Vielleicht aber durfte er daheim doch noch zu seiner Frau ins Bett schlüpfen, immerhin konnte er mildernde Umstände gelten machen, schließlich hatte er mit den Ulmern einen 85:69-Sieg errungen.

Archie Goodwin in Startformation - Vier Dunkings

In Bayreuth gab Archie Goodwin in seinem dritten Spiel sein Debüt in der Startformation. Der 25-Jährige, der Anfang Februar als Dragic-Ersatz verpflichtet worden war, zahlte Coach Jaka Lakovic das Vertrauen zurück und sorgte mit vier Dunkings dafür, dass Bayreuths Trainer Raoul Korner nach fünf Minuten und einem 10:14-Rückstand die erste Auszeit nehmen musste. Mit zehn Zählern hatte Goodwin einen großen Anteil daran, dass die Gäste das erste Viertel mit 19:18 für sich entscheiden konnte.

Per Günther verletzt - In der Halle an der Lippe genäht

Zu Beginn des zweiten Durchgangs holte sich Per Günther bei einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler eine blutige Lippe und musste in der Halle genäht werden. In der Folge ließen beide Teams viele gute Möglichkeiten auf Punkte ungenutzt. Bastian Doreth war es dann, der per Dreier die erste Bayreuther Führung erzielte (32:29). Mit einem 38:36 gingen die Hausherren in die Kabine.

Als die Teams zurück aufs Feld kamen, machte sich auch Günther warm und wollte es trotz der frisch genähten Lippe und des Verdachts auf eine leichte Gehirnerschütterung noch einmal versuchen. Allerdings ging er während des dritten Viertels in die Kabine und kehrt nicht mehr zurück. Ebenso wie Schiedsrichter Benjamin Barth, der nach der Halbzeit wegen einer Verletzung nicht mehr mitwirken konnte. Nebosja Kovacevic und Nermin Hodzic mussten die Partie zu zweit zu Ende pfeifen.

Drittes Viertel der Knackpunkt für Ulm

Sportlich startete das dritte Viertel gut für Ulm: Dank drei geklauten Bällen und fünf Punkten in Serie zum 41:38 musste Korner bereits nach 87 Sekunden eine Auszeit nehmen. Lakovics Team verteidigte nun stark und war auch konsequenter in der Chancenverwertung. Die Folge: Ein 16:4-Lauf und die 54:42-Führung. Allerdings kassierte Goodwin, der bis dahin 14 Punkte erzielt hatte, kurz vor dem Ende des Viertels sein viertes Foul. Das änderte jedoch nichts daran, dass das Ratiopharm-Team mit einem Zehn-Punkte-Vorsprung (59:49) in den letzten Durchgang startete.

Am Sonntag Derby gegen Ludwigsburg

Nach dem 63:49 durch Nationalspieler Andreas Obst kamen die Hausherren noch einmal auf sechs Zähler heran (57:63), eher sich die Ulmer wieder fingen und dank einer soliden Defensivleistung fünf Minuten vor dem Ende mit 70:57 in Front lagen. Anders als gegen Berlin und Braunschweig verspielten das Ratiopharm-Team den Vorsprung in Bayreuth nicht mehr und setzte sich mit 85:69 gegen eine direkten Konkurrenten im Kampf um einen Playoff-Platz durch. Am kommenden Sonntag, 8. März, geht es in der Ratiopharm-Arena mit dem Derby gegen Ludwigsburg weiter.