Basketball Ratiopharm Ulm peilt gegen Galatasaray den ersten Sieg an

Jaka Klobucar lief in der Saison 2014/15 für Ratiopharm Ulm auf. Heute kommt er mit Galatasaray Istanbul in die Arena.
Jaka Klobucar lief in der Saison 2014/15 für Ratiopharm Ulm auf. Heute kommt er mit Galatasaray Istanbul in die Arena. © Foto: Eibner
Ulm / Von Sebastian Schmid 09.10.2018

Nach drei Niederlagen zum Saisonstart gibt es für Thorsten Leibenath nur eine Devise: „Wir brauchen ein Erfolgserlebnis! Dann wird vieles einfacher.“ Nach dem 74:78 im Pokal in Frankfurt kommt es den Ulmern gelegen, dass sich die nächste Chance auf den ersten Pflichtspielsieg bereits morgen (19.30/Telekom Sport) im Eurocup ergibt. „Wie und gegen wen wir den ersten Sieg holen, ist mir wurst. Aber je eher, desto besser“, so Leibenath, der mit seinem Team Galatasaray Istanbul 2013 in Neu-Ulm mit 91:70 besiegt hat. Bei der nicht ausverkauften Partie gegen den türkischen Traditionsklub sollten die Fans wegen den erhöhten Sicherheitsmaßnahmen eher erscheinen. 

Sonst könnte es sein, dass sie die beste Ulmer Phase verpassen. Die Ratiopharm-Akteure sind nämlich bislang in alle Partien gut gestartet, haben dann aber im letzten Viertel jeweils einen möglichen Sieg verspielt. „Wenn der Druck steigt, ist unser Entscheidungsverhalten noch nicht so gefestigt“, umschreibt Leibenath das Manko. Will heißen: In den entscheidenden Phasen unterlaufen Ulm zu viele Fehler.

Gala mit zwei starken Partien

Dass es sich dabei um ein mentales Problem handelt, glaubt Leibenath nicht: „Ich sehe die Mannschaft als gefestigt an.“ Deshalb befürchtet er nicht, dass seine Spieler nun in den letzten Minuten automatisch ein Zitterhändchen bekommen. „Nach drei Spielen sehe ich noch keinen psychischen Knacks.“ Zumal man in den Partien nie chancenlos war. Darauf könne man laut dem 43-Jährigen aufbauen, dürfe damit aber nicht zufrieden sein: „Wir werden uns sicher nicht auf die Schulter klopfen und sagen, dass wir ja gut dagegengehalten haben. Für uns sind Siege wichtig.“

Im Eurocup gilt das vor allem für die Heimspiele. Schließlich hatte Leibenath die Rechnung aufgemacht, dass für den Einzug in die nächste internationale Runde ein Auswärtsspiel und alle Heimpartien gewonnen werden müssen. Doch das wird nicht einfach. Der elfmalige türkische Meister Galatasaray hat sich bei seinen zurückliegenden Auftritten gegen Andorra (84:73) und den türkischen Euroleague-Starter Efes Istanbul (70:73) sehr stark präsentiert. Nachdem in der zurückliegenden Saison in der türkischen Liga mit Rang neun die Playoffs verpasst wurden, hat der Eurocup-Champion von 2016 den Kader komplett umgekrempelt. „Galatasaray ist eine sehr starke Mannschaft. Sie haben ihren Kader verjüngt und aufgefrischt“, sagt Leibenath.

Im Fokus der NBA-Klubs

Neben dem Ex-Ulmer Jaka Klobucar (Slowenien) kam aus Frankfurt Tai Webster. Der 23 Jahre alte Neuseeländer gehört zu einer Reihe Gala-Spielern, die im Fokus der NBA-Klubs stehen. Center Zach Auguste (25 Jahre) lief vergangene Saison für ein Jahresgehalt von 500 000 US-Dollar für den griechischen Spitzenklub Panathinaikos auf, Forward Nigel Hayes (23) hat bereits neun NBA-Spiele absolviert. Aaron Harrison (23) hat im März dieses Jahres neun NBA-Spiele für die Dallas Mavericks absolviert und kommt bislang auf 35 Partien in der stärksten Basketball-Liga der Welt. Leibenath schließt nicht aus, dass bei dem einen oder anderen Akteur des heutigen Gegners in Zukunft weitere NBA-Partien hinzukommen werden.

Flotter, als den Schiedsrichtern lieb ist

Zwei Tage nach seinem Hallenverweis und der 74:78-Pokalniederlage in Frankfurt, schilderte Trainer Thorsten Leibenath noch einmal seine Sicht. Nach einem vermeintlichen Offensivfoul an Dwayne Evans ist er „ziemlich flott – ich bin ja ein athletischer Typ – von der Bank zum Spielfeldrand gelaufen.“ Etwas zu flott für den Geschmack der Schiedsrichter, die ihm dafür ein technisches Foul gaben. Dass er binnen Sekunden für eine Kleinigkeit ein weiteres technisches Foul kassierte, überraschte Leibenath. Zumal es eigentlich üblich ist, dass der zweite Unparteiische deeskalierend einwirken sollte. „Ich warte diesbezüglich  auf ein Feedback der Liga“, sagte der 43-Jährige, der aber noch einmal klarstellte: „Das ist keine Ausrede. Es darf mir nicht passieren. Deshalb nehme ich die Niederlage auf meine Kappe.“

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