Basketball Ratiopharm Ulm gewinnt mit 105:94 gegen MBC

Ulm/Neu-Ulm / Thomas Gotthardt 18.01.2019
Im Kampf um die Play-off-Plätze verkürzte Ratiopharm Ulm den Rückstand auf den achten Platz, der als letzte Position zur Teilnahme an der Finalrunde berechtigt, auf zwei Punkte. Der dreimalige Vizemeister gewann gegen den Mitteldeutschen BC.

Im Sport eine Party zu planen, ist nicht ganz so einfach und geht meistens in die Hose.  Manchmal aber funktioniert es auch. Wie am Freitag in der Ratiopharm-Arena. Die Bundesliga-Partie der Ulmer Basketballer gegen den Mitteldeutschen BC  stand unter dem Jubiläums-Motto: das 150. BBL-Spiel in der Ratiopharm-Arena, seit Dezember 2011 die Heimstätte der Ratiopharm-Korbjäger. Und die ist seit der Eröffnung bei jeder Partie ausverkauft. Also sollten, so sprach Trainer Thorsten Leibenath vor der Begegnung, ausnahmsweise einmal die Zuschauer im Mittelpunkt stehen, also die Treuesten der Treuen. Sie sollten feiern,  sich freuen, der Abend sollte eine große Party werden.

Offensives Spiel in der ersten Halbzeit

Und in der Tat: Der Abend inklusive des Spiels wurde zu einem großen Spektakel, zu einem Ereignis, an das diejenigen, die dabei waren, noch lange denken werden. Die Ulmer Mannschaft brannte in der ersten Halbzeit ein Offensivfeuerwerk ab, wie es nur selten vorkam in den vergangenen Jahren. Am Ende siegte die Mannschaft von Coach Leibenath mit 105:94 (64:44). Das Resultat spiegelt aber nicht ansatzweise wider, wie die Gastgeber den Mitteldeutschen BC in den ersten 20 Minuten regelrecht aus der Halle geschossen haben.

Mit einer Spielfreude sondergleichen demontierten die Ulmer die Defensive der Gäste nach Belieben. Alleine  die Tatsache, dass das Ratiopharm-Team in der ersten Hälfte von elf Würfen aus dem Dreierland zehn im Korb unterbringen konnte, zeigt  das Außergewöhnliche. Oder: 94,1 Prozent aller Wurfversuche traf Ulm im ersten Viertel und erspielte sich damit den deutlichen 37:22-Vorsprung.

Lob vom Gäste-Trainer

Gäste-Trainer Aleksandar Scepanovic war noch lange nach der Schlusssirene völlig baff ob der Treffsicherheit. „Ich kenne nur eine Mannschaft auf der Welt, die auch so schießen kann wie Ulm. Das sind die Golden State Warriors aus der NBA“, verteilte  der Trainer ein großes Lob an die Hausherren.

Dass Kollege Thorsten Leibenath dieses gerne hörte, dürfte nicht verwundern. In nüchternen und sachlichen Worten sprach der Coach über diese „herausragende Leistung“, die so nicht zu erwarten gewesen sei. Schließlich mussten die Ulmer noch am Mittwoch das schwere Eurocup-Heimspiel gegen Krasnodar absolvieren. Zu allem Überfluss konnte Patrick Miller wegen einer Augenverletzung aus dem Krasnodar-Spiel nicht mitwirken. Zudem fehlten auch noch Isaac Fotu (Rückenprobleme) und Katin Reinhardt, der vermutlich einen Ermüdungsbruch im linken Fuß hat und definitiv an einem grippalen Infekt leidet.  Letzteres bestätigte Leibenath immerhin.

Somit waren die Voraussetzungen für das Duell mit dem MBC eigentlich nicht so toll, aber die Ulmer Mannschaft begann die Partie mit unglaublicher Konzentration und  dem unbedingten Willen, die Partystimmung nicht selbst zu stören, sondern selbst zu genießen.

Rückspiel gegen Krasnodar am Mittwoch

Nach den phantastischen ersten 20 Minuten dachten vermutlich die allermeisten der  6400 Zuschauer an einen Leistungseinbruch in der zweiten Hälfte. Zwar starteten die Ratiopharm-Korbjäger  angemessen mit einem spektakulären Alley-oop von Green (Pass  Thompson) ebenso spektakuläre ins dritte Viertel. Aber tatsächlich passten die Gäste ihr Spiel an die Gegebenheiten an und zerstörten damit die Ulmer Dominanz. Der MBC spielte in der Zone agiler und mit weniger Fehlern. Das reichte, um dieses dritte Viertel mit 28:14 zu gewinnen. Aber die Ulmer ließen sich letztendlich nicht vom Erfolgsweg abbringen, obwohl sich die Gäste bis zum Schluss partout nicht abschütteln ließen.

Auch wenn 94 kassierte Punkte einem Basketball-Trainer durchaus die Laune verhageln können, zeigte sich Leibenath angesichts des Gesamtpaketes zufrieden. „Auch wenn unsere Leistung im dritten Viertel eine Delle bekommen hat und wir nicht mehr die Intensität gezeigt haben, kann ich meinen Spielern nicht den geringsten Vorwurf machen“, sagte der Coach. Am Mittwoch geht es mit dem Rückspiel in Krasnodar weiter.

Das könnte dich auch interessieren:

Themen in diesem Artikel
Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel