Paukenschlag zum Abschluss der zweiten Gruppenphase im Eurocup durch Ratiopharm Ulm. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath verabschiedete sich vom begeisterten Publikum in der heimischen Arena mit einem 86:68 (46:38) gegen den zuvor noch ungeschlagenen Spitzenreiter ASVEL Villeurbanne aus dem internationalen Geschäft. Den überraschenden Erfolg gegen die Franzosen, die zuvor schon ebenso wie Krasnodar für das Viertelfinale qualifiziert waren, wollte Leibenath nach der Partie aber nicht überbewerten. „Villeurbanne hat nicht sein bestes Basketball gespielt. Dieses Spiel gegen so einen Gegner hilft uns aber als Mannschaft zu wachsen“, bilanzierte er.

Leibenath hatte auch auf die angeschlagenen Spieler wie Per Günther, dem die Fans an seinem 31. Geburtstag ein entsprechendes Ständchen vor der Begegnung sangen, Isaac Fotu, Patrick Miller und den Langzeitverletzten Katin Reinhardt verzichtet und gestand auch der jungen Garde in seinem Kader längere Spielzeiten zu.

Vorzeitige Abschied vonAlexis Ajinca

Bezeichnend für den enttäuschenden Auftritt der Gäste war der vorzeitige Abschied von Ex-NBA-Profi Alexis Ajinca. Der 2,15 Meter-Koloss musste sich nach seinem zweiten unsportlichen Foul ausgerechnet gegen Ulms Talent Nicolas Bretzel 28 Sekunden vor dem Abpfiff in die Katakomben der Halle verdünnisieren. Der 19-jährige Bretzel zog sich neben Bogdan Radosavljevic als einer der Widersacher unter dem Korb gegen den Dollar-Millionär jedenfalls herausragend aus der Affäre. „Ich bin stolz, gegen solche Leute spielen zu dürfen. Ich bin es aber aus dem Training schon gewohnt, große und schwere Gegner zu haben. Ich wollte in dieser Szene beim Foul von Ajinca einen Dunking raushauen“, meinte Bretzel nach dem Abpfiff. Zehn Punkte und fünf Rebounds in knapp 16 Minuten Spielzeit sind die beste Bewerbung für einen Bundesliga-Einsatz auch beim Samstag (18 Uhr) im Duell bei den  Gießen 46ers, wo bekanntlich John Bryant mit seinen 2,11 Meter für reichlich Feuerwerk sorgt. Zum Vergleich zu Bretzel: Der zum Schluss gefrustete Ajinca brachte es in fast 24 Minuten auf dem Feld ebenfalls nur auf zehn Punkte. dg

Für Ulm trafen: Akpinar 17, Green 17, James 14, Bretzel 10, Thompson 9, Evans 8, Ugrai 5, Krämer 3, Philipps 2, Schilling 1.