Einen Schönheitspreis erhalten die Ulmer Bundesliga-Basketballer für ihren 82:76-Erfolg bei der BG Göttingen nicht, aber das wird allen Beteiligten egal sein. Dank des hart erkämpften Siegs am Mittwochnachmittag bei den abstiegsbedrohten Veilchen ist die Playoff-Teilnahme nur noch Formsache. Mit einem Sieg am Samstag zuhause gegen Bayreuth können auch die letzten Zweifel beseitigt werden. Wobei viel darauf hindeutet, dass das Ratiopharm-Team als Sechster die Hauptrunde beenden wird. Das kann mit Blick auf die internationalen Wettbewerbe wichtig sein.

„Das war viel Stückwerk von uns“, gab Trainer Thorsten Leibenath nach dem 18. Bundesliga-Sieg zu. Beide Teams schenkten sich in diesem Punkt jedoch nichts. Anders als in die Spielen zuvor taten sich die Gäste schwer, in die Partie zu finden. Ohne die angeschlagenen Max Ugrai und Katin Reinhardt dauerte es gut eine Viertelstunde, ehe die Ratiopharm-Akteure den Außenseiter in den Griff bekamen.

Ulmer sollen Dreier werfen

In einem zunächst ausgeglichenen ersten Viertel gerieten Patrick Miller (17 Punkte) und Co. nach dem 19:19 mit 21:26 in Rückstand. Das zweite Viertel bot dann lange Zeit Magerkost. Die Göttinger hinderten die Ratiopharm-Akteure erfolgreich am Zug zum Korb und zwangen sie zu Distanzwürfen. Es ist kein Geheimnis, dass das nicht die Ulmer Paradedisziplin ist. So dümpelte das Spiel vor sich hin, nach fünf Minuten stand es im zweiten Viertel 4:4. „Die Zuschauer haben von unserer Seite kein sehr schönes Spiel zu sehen bekommen. Wir sind oft an die Freiwurflinie gegangen, hatten viele Ballverluste und haben den Ball nicht gut bewegt“, sagte Leibenath, dessen Team ab Mitte des Durchgangs die Partie drehte und mit einem 41:38 in die Halbzeit ging.

Nach der Pause folgte die beste Phase der Gäste, in der dank eines starken Dwayne Evans (15 Punkte/10 Rebounds) erstmals eine zweistellige Führung gelang (50:40). Die schrumpfte zwar immer wieder mal zusammen, hatte aber durch sechs Punkten in Serie von Javonte Green bis zum 77:66 viereinhalb Minuten vor dem Ende Bestand. Zwar gaben sich die Göttinger um Michael Stockton, dessen Vater und NBA-Legende John Stockton in der Halle war, nicht auf. Doch das Team von Johann Roijakkers macht einfach zu wenig aus den Schwächephasen der Ulmer, um dem Ratiopharm-Team ernsthaft gefährlich werden zu können. Am Ende traten die Gäste die Heimreise mit dem Wissen an, dass man, um in die Playoffs zu kommen, auch die sogenannten hässlichen Spiele gewinnen muss.

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