Im Football-Film „An jedem verdammten Sonntag“ gibt es eine Szene in der Umkleidekabine des Teams. Zunächst hören die Spieler dabei Hip-Hop, ehe die schweren Jungs übernehmen; diejenigen, die für das Grobe auf dem Feld zuständig sind. Plötzlich dröhnt Metallica aus den Boxen, die Musik, mit der die Muskelberge vor dem Spiel für ihren Adrenalinschub sorgen.

Ganz so weit, seinen Basketballern vor dem Sprungball in der Kabine harte Rockmusik zu verordnen, will Jaka Lakovic nicht gehen. Er setzt darauf, dass seine Spieler es auch ohne Metallica und Co. schaffen, die nötige Spannung aufzubauen. Zuletzt klappte das gegen Bologna und Braunschweig allerdings nicht wie erhofft. Beides Mal ließ sich Ratiopharm Ulm vom Gegner den Schneid abkaufen und stand am Ende mit leeren Händen da.

Andorra ist sehr heimstark

Am Mittwoch (20.15 Uhr/live bei Magenta Sport) soll sich das in Andorra ändern. Beim ersten Auswärtsspiel im Eurocup fordert Lakovic mehr Einsatz von seinen Spielern: „Dass wir aggressiv spielen, ist ein Muss“, stellt der Ratiopharm-Coach klar: „Wenn wir nicht aggressiv sind, können wir noch so viel von Andorra wissen – es ist dann egal.“

Der Klub aus dem Zwergstaat ist kein Unbekannter – weder für Lakovic noch für Ratiopharm Ulm. Beide Vereine standen sich bereits in der vergangenen Eurocup-Saison gegenüber, wobei sich jeweils das Heimteam durchsetzte. Im Fall von Andorra ist das fast schon Standard, wie Lakovic aus seine Zeit als Co-Trainer in der spanischen Liga weiß: „Ich habe dort noch nie gewonnen.“ Wie schwer es ist, in Andorra zu gewinnen, musste vergangene Saison nicht nur Ulm erfahren. Neun Spiele in Serie blieb das Team von Trainer Ibon Navarro im Eurocup zuhause ungeschlagen, erst im Halbfinale beendete Alba Berlin diese Serie und zog letztlich ins Endspiel ein.

Generalprobe gegen den FC Barcelona geglückt

Am Sonntagabend schlug MoraBanc Andorra zuhause sogar den FC Barcelona mit 86:84. Angesichts der 18 Offensiv-Rebounds, die sich die Gastgeber dabei gegen den Euroleague-Teilnehmer und Ex-Klub von Lakovic sicherten, schwant einem als Ulmer nichts Gutes. Schließlich ist die Rebound-Arbeit momentan eine der großen Schwächen des Ratiopharm-Teams.

Um diese auszumerzen, trainierten die Ulmer Anfang der Woche Grundlegendes. „Wir mussten einen Schritt zurückgehen und an den Basics arbeiten“, erklärt Lakovic. So soll die Defensive wieder besser stehen. „Letztlich ist es nicht so wichtig, was der Gegner spielt, sondern ob unsere Abwehr funktioniert“, so der 41-Jährige.

Damit die funktioniert, müssen seine Spieler von Beginn an mit der nötigen Aggressivität antreten. Noch versucht Lakovic mit Worten, seinen Spielern die notwendige Einstellung mit auf den Weg zu geben. Sollte das nicht fruchten, könnte die Idee mit der Musik doch noch eine Alternative sein. Ein Song der Band „Faith No More“ würde sich da geradezu aufdrängen: „Be Aggressive.“

Ex-Ulmer überzeugt bei Debüt im Celtics-Trikot


Javonte Green ist ein Traumdebüt bei seinem neuen Klub gelungen. Der Ex-Ulmer, der in der NBA bei den Boston Celtics einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben hat, durfte etwas überraschend im letzten Viertel des ersten Testspiels der Celtics gegen die Charlotte Hornets ran. Was dann folgte, klingt wie aus einem kitschigen Sportfilm. Der 26-Jährige war gerade einmal 20 Sekunden auf dem Feld, als ihm seine ersten Punkte gelangen – natürlich per Dunking, wie die Ulmer Fans das in der zurückliegenden Saison von ihm gewöhnt waren. Innerhalb von zehn Minuten folgen 13 weitere Zähler, darunter ein Dreier und einige sehenswerte Dunkings. Dank Green wurde aus dem 78:82-Rückstand bei seiner Einwechslung ein 107:106-Sieg. Abgesehen davon, dass Green alle seine sieben Wurfversuche verwandelte, sammelte er im legendären Boston Garden auch noch vier Rebounds ein.