Basketball ProA, ideale Liga für Steeples

Leistungsträger Kevin Yebo (links) und Trainer Domenik Reinboth bleiben dem Team Ehingen Urspring treu.
Leistungsträger Kevin Yebo (links) und Trainer Domenik Reinboth bleiben dem Team Ehingen Urspring treu. © Foto: Langer / Eibner-Pressefoto
Ehingen / Helen Weible 25.05.2018

Schön wäre es gewesen, wenn noch alle Spieler des Team Ehingen Urspring vor Ort gewesen wären. Dann hätte man nämlich auf dem Marktplatz noch eine Fete gefeiert. Zum geschafften Klassenerhalt, versteht sich, der „für uns einer Meisterschaft gleicht“, sagt Nico Drmota, der Manager der Ehinger Basketballer. Als am Mittwoch die Nachricht von der 2. Basketball-Bundesliga publik wurde, dass die Steeples als Tabellen-14. durch den Rückzug der RheinStars Köln die ProA halten, gratulierte er Devon Moore in seiner Heimat. Aus den Staaten kam ein Zwinker-Smiley vom treuen Helfer in der Not zurück.

Das Team Ehingen Urspring gehört in der Saison 2018/19 zu den 16 ProA-Ligisten. Und dafür musste es keine 37500 Euro plus Mehrwertsteuer für eine Wildcard abdrücken. Mit im Boot auch Trainer Domenik Reinboth, der sich in den vergangenen Wochen reingehängt hat, um eine perspektivische Ausrichtung des Klubs auszuloten. Als am 15. Mai das Umlaufverfahren der Liga eröffnet wurde, betrieben die Ehinger eine Art Wahlkampf parallel zu den Artland Dragons. Der Haupt­rundenerste der ProB Nord erhoffte sich genauso wie die Ehinger mit der Lizenz in der Hand durch diese Hintertür noch in die ProA reinzurutschen (siehe Infokasten). Letztlich gab die Liga den Fehler zu, „man habe die Regularien für diesen Fall anders gelagert interpretiert“, formulierte es der Geschäftsführer der 2. BBL, Daniel Müller.

Steigende Etats in der ProB

So oder so führten Nico Drmota und auch der Sportliche Leiter Reinboth intensive Gespräche mit den Sponsoren und argumentierten vehement für die ProA. Warum ist sie der ProB generell vorzuziehen? Vieles hängt mit der Entwicklung der Etats und Spielerbudgets zusammen. Auch in der ProB sind in den letzten Jahren seit dem Aufstieg vom Team Ehingen Urspring deutlich gestiegen.  „Gute Deutsche Spieler lassen sich mittlerweile eine Saison in der ProB besser bezahlen als in der ProA“, erklärt Drmota. Und weil sich in der ProB zahlreiche Farmteams und Ausbildungsklubs der BBL-Klubs tummeln (Ulm, Oldenburg, Cuxhaven, München, Frankfurt, Würzburg), ist der Standort „Ehingen“ für interessante junge Spieler attraktiver.

Yebos Vertrag gültig

Bestes Beispiel: Eine ProB-Saison hätte Kevin Yebo nicht mehr mitgemacht. Jetzt kann der 22-Jährige sich weiterentwickeln, hier den nächsten Schritt gehen. Auch von einem Basti Schmitt könnte noch das „Ja“ zur ProA in Ehingen kommen. Vielleicht einigt sich das Team Ehingen Urspring sogar mit einem US-Amerikaner aus der alten Saison. Seger Bonitant, der gerade in einer Benefiz-Liga sein Geld verdient, ließ in einem Online-Interview verlauten, dass er gerne wieder nach Deutschland zurückkehren wolle. Ihm habe es sehr gefallen. „Er ist ein toller Arbeiter“, sagt
Drmota, man sei an ihm dran.

Grundvoraussetzung und Hauptaugenmerk in den nächsten Tagen und Wochen liegt bei den Verantwortlichen daher bei einer Aufstockung des Etats. Der solle „spürbar erhöht“ werden. Es habe schon viel „Zuspruch“ von den Partnern gegeben. Möglicherweise will man schon für diese Saison in der eigenen JVG-Halle moderne LED-Banden anbringen. Erforderlich wären diese erst ab der Saison 2019/20. Auch strukturell will sich der Ehinger Basketball besser aufstellen. So soll auch noch eine Stelle im sportlichen Bereich geschaffen werden, um Reinboth zu entlasten.

Das Saisonziel bleibt wie immer das Gleiche: „Der Nicht-Abstieg in der ProA ist mittlerweile gleichzusetzen mit dem Ziel des Erreichens der ProB-Playoffs“, lautet das große Fazit.

Quakenbrück kündigt Konsequenzen an

Des einen Freud, des anderen Leid. Während das Team Ehingen Urspring im Endeffekt Nutznießer einer unerwarteten Kehrtwende ist, sind die Artland Dragons aus Quakenbrück, Tabellenerster der ProB Nord, die Leidtragenden. Denn sie wären wohl bei dem von der 2. Basketball Bundesliga ursprünglich eröffneten Wildcard-Verfahren als Sieger hervorgegangen. Die Dragons hatten sich zumindest viel davon erhofft. Laut Osnabrücker Zeitung behalten sich die Quakenbrücker nunmehr rechtliche Schritte und Schadensersatzforderungen gegen die Liga vor. Die 2. Basketball Bundesliga GmbH in Köln steht ohnehin nicht gut da. „Dass der Liga erst nach über zwei Wochen auffällt, dass es sich beim Rückzug der Rheinstars Köln um einen regulären Rückzug handelt und damit nie eine Wildcard im Raum stand, entspricht nicht unserem Anspruch an eine professionelle Organisation“, wird Geschäftsführer Marius Kröger in der Osnabrücker Zeitung zitiert.

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