Basketball Nun geht es gegen Hanau

Chemnitz / Michael Wiedmann 03.04.2018

Schon bei Antritt der Fahrt nach Chemnitz waren die Merlins dezimiert in den Teambus gestiegen. Derrick Marks und Michael Smith wurden nach leichteren Blessuren im Hinblick auf die wichtigste Phase des Jahres geschont. Beim Warmmachen in der Richard-Hartmann-Halle in Chemnitz musste dann auch noch Spielmacher Frank Turner passen. Dass auch auf Gastgeber-Seite mit Mazurcak, Richter und Roberson drei Leistungsträger fehlten, brachte durchaus eine gewisse Würze in dieses letzte Pro-A-Hauptrundenspiel.

Den besseren Start im Duell der dezimierten Teams erwischten die Gäste, bei denen sich Martin Bogdanov gut einfügte, der für Turner in die Starting Five gerutscht war. Lediglich der bei den Gegnern gefürchtete Dreier fiel auf Seiten der Crailsheimer noch nicht, aber wie in den letzten Partien zeigten sich die „Zauberer“ in der Abwehrarbeit stabil.

Das Fehlen von gleich drei Guards sorgte auch dafür, dass Coach Tuomas Iisalos ursprüngliche Pläne, auf Experimente zu verzichten, durchkreuzt wurden. Für Bogdanovs Entlastung auf der Aufbauposition mussten Chase Griffin und Sebastian Herrera sorgen, erledigten dies mit aller Souveränität und einer 25:16-Führung nach dem ersten Viertel im Rücken. Mit Rückenwind konnte der Vorsprung sogar auf 16 Punkte ausgebaut werden, bevor die Crailsheimer einige Federn lassen mussten. Wie schon im ersten Viertel war es Griffin, der das Polster wieder etwas vergrößerte (45:37).

Der Pausentee bekam den Merlins eindeutig besser, die sich nach längerer Zeit erstmals wieder auf mehr als zehn Zähler absetzen konnten. Diese Führung schienen die Gäste nun souverän zu kontrollieren. Schnelle Zähler des Chemnitzers Ziegenhagen brachten die Hausherren ein letztes Mal in Schlagdistanz, ehe sich die Souveränität des Tabellenzweiten endgültig durchsetzte und die Merlins ihrer Favoritenrolle gerecht wurden. Mit dem 91:74-Erfolg fuhren die Merlins den elften Sieg in Serie ein.

Die Abwesenheit von Frank Turner und seinen Guard-Kollegen Derrick Marks sowie Michael Smith kompensierten die Merlins einmal mehr mit einer starken Teamleistung. Einer jedoch ging voran: Chase Griffin. Der Shooting Guard sorgte schon in der ersten Halbzeit für wichtige Punkte seines Teams und hatte nach 20 Minuten satte 17 Zähler auf dem Konto. Der 34-Jährige kam am Ende auf sechs verwandelte Würfe von „downtown“ und erzielte insgesamt 33 Punkte, verteilte zudem sechs Assist.

Hagen rutscht aus den Play-offs

Mit einem Auge schielten viele Fans im Hintergrund auf die anderen Partien des 30. Spieltags. Tatsächlich ergab sich durch die Resultate in den anderen Hallen noch einmal eine Änderung in der Tabelle, sodass die Crailsheim Merlins es in der ersten Play-off-Runde jetzt mit Hanau zu tun bekommen. Die Hessen profitierten von der Hagener Niederlage gegen Köln und dem Kirchheimer Heimsieg gegen Baunach und kommen somit schon zwei Wochen nach dem 91:63-Sieg der Merlins zurück in die Arena Hohenlohe. Das erste Spiel der Best-of-five-Serie steigt am Sonntag um 18 Uhr.

„Ich bin sehr glücklich, wie die Jungs heute zusammengerückt sind und wir einen Sieg einfahren konnten, obwohl einige Spieler außerhalb ihrer angestammten Position spielen mussten. Das war ein sehr guter Test für die Play-offs. Jetzt beginnt die Vorbereitung auf Hanau und eine harte, physische Serie“, so Crailsheims Trainer Tuomas Iisalo. „Man hat gemerkt, dass es ein Duell zweier angeschlagener Teams war. Dazu kamen viele Foulpfiffe, sodass es letztendlich ein Arbeitssieg für uns war“, fügte der sportliche Leiter Ingo Enskat hinzu.

So spielten sie:

Chemnitz – Crailsheim

74:91

Viertelergebnisse: 16:25, 21:20, 19:24, 18:22

Chemnitz: Lawson (23), Ziegenhagen (18), Mixich (7), Wendler(7), Tinsley (6), Lodders (6), Kayser (4), Fleischmann (3), Hoppe, Albrecht

Crailsheim: Griffin (33), Cuffee (15), Gay (14), Bogdanov (8), Herrera (6), Wysocki (4), Neumann (4), Flomo (4), Jost (3)

Die weiteren Ergebnisse des letzten Hauptrundenspieltages: Nürnberg – Trier 81:75, Hagen – Köln 86:93, Ehingen– Hanau 67:102, Kirchheim – Baunach 83:75, Vechta – Paderborn 96:64, Hamburg – Heidelberg 82:81, Karlsruhe – Ulm 96:63