Basketball Neuer Bayern-Trainer stört die Ulmer Vorbereitung

Der Ulmer Ismet Akpinar (rechts) schwächelte etwas gegen Bonn. Heute in München soll es wieder besser laufen.
Der Ulmer Ismet Akpinar (rechts) schwächelte etwas gegen Bonn. Heute in München soll es wieder besser laufen. © Foto: Hafner/nordphoto
Ulm / Thomas Gotthardt 04.04.2018
Die Basketballer des FC Bayern empfangen am Mittwoch Ratiopharm Ulm. Beim Tabellenführer aus München steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie.

Die Situation kennt Thorsten Leibenath. Aber das macht es nicht besser. Als die Ulmer Bundesliga-Basketballer Anfang März in der Ratiopharm-Arena gegen Brose Bamberg antreten mussten, da war der neue Trainer der Oberfranken, Luka Banchi, erst wenige Tage im Amt. Er hatte zuvor einmal an der Linie der Bamberger gestanden, nämlich beim Euroleague-Spiel gegen Piräus. Danach folgte die Partie in Neu-Ulm. „Da konnten wir in der Vorbereitung wenigstens die Partie gegen die Griechen analysieren“, sagte Leibenath.

Wenn die Ratiopharm-Korbjäger am Mittwoch (20.30 Uhr) im Audi-Dome gegen den FC Bayern antreten, dann ist ein Defizit in der Vorbereitung noch größer. Der Tabellenführer hat seit dem vergangenen Wochenende ebenfalls einen neuen Coach. Und in der heutigen Partie gegen Per Günther & Co. wird Dejan Radonjic seinen Einstand geben. Der Kroate ist kein No-Name in der Trainerzunft, aber sein Stil und seine Ausrichtung sind doch eher unbekannt.

Wieder also muss Trainer Leibenath mit einigen Fragezeichen in eine wichtige Partie gehen. „Nach einem Trainerwechsel treten Spieler noch konzentrierter auf und versuchen, ihren neuen Coach zu überzeugen. Die Bamberger haben das beeindruckend umgesetzt, und mit einer ähnlichen Reaktion rechnen wir erneut. Wenngleich Dejan Radonjic in zwei Trainingstagen nicht das komplette Konzept ändern wird, macht der Trainerwechsel die Vorbereitung nicht einfacher“, sagte der Coach.

Also: Am besten gar nicht so sehr auf den Gegner schauen, sondern weiter am eigenen Spiel feilen. Und da bietet sich die noch frische Niederlage gegen Bonn förmlich an, um Knackpunkte herauszuarbeiten. „Wir haben zum Beispiel Blöcke nicht hart genug gestellt und waren insgesamt zu zaghaft. Das zu ändern, haben wir selbst in der Hand“, skizzierte der Trainer eine Baustelle.

Zudem war Leibenath mit dem kollektiven Bewegen nicht einverstanden. Mehr Distanz überbrücken mit weniger Dribblings, das hat er seiner Mannschaft eingeimpft. An ihr liegt es nun, die Vorgaben  umzusetzen. Wer dabei eingreifen kann, bleibt offen. „Wir werden in jedem Fall zwölf Spieler im Kader haben“, legte sich Leibenath immerhin fest.

Wer auch immer das sein mag, einige Spezialaufgaben wird der Coach verteilen müssen, unabhängig von dem Trainer, der an der Linie steht. Dabei geht es vor allem um Jared Cunningham, der pro Spiel im Durchschnitt knapp zwölf Punkte erzielt. „Cunningham ist einer der talentiertesten Basketballer, der gerade in der Bundesliga spielt“, hat Leibenath eine extrem hohe Meinung von dem pfeilschnellen und athletischen Shooting Guard.

Eine Eins-zu-eins-Verteidigung gegen den Amerikaner reiche vermutlich nicht aus, sagte Leibenath. Deshalb wird sich Cunningham darauf einstellen müssen, häufig gedoppelt zu werden. Der 26-Jährige  erzielte in den beiden zurückliegenden Partien gegen Ulm jeweils 22 Punkte. Um einen weiteren Leistungsträger muss sich niemand kümmern: Reggie Redding ist gesperrt.

Audi-Dome ist ein hartes Pflaster

Der Audi-Dome in München ist eine fast uneinnehmbare Festung für die Ulmer Basketballer. Bei sechs Anläufen in der BBL seit 2012 entführten die Ratiopharm-Korbjäger lediglich einen Sieg aus der altehrwürdigen Rudi-Sedlmayer-Halle. Der hatte es in sich: Tim Ohlbrecht verletzte sich schwer am Knie nach sechs Minuten, Per Günther fiel von Beginn an verletzt aus. Aber Babb, Morgan & Co. kämpften bis zum Gehtnichtmehr und gewannen 87:79 im Dezember 2016. Das Hinspiel in dieser Saison verloren die Ulmer mit 75:89. Danach trafen beide Teams im Pokal-Halbfinal im Februar dieses Jahres aufeinander. Auch in dieser Partie zogen die Ulmer den Kürzeren. tgo