Merlins Nachwuchstrio Sebald, Dioubate und Heilrath schnuppert bei den Merlins Erstligaluft

Talentiertes Münchner Nachwuchstrio bei den Merlins: Ole Sebald (kleines Bild), während der Woche in ärztlicher Behandlung, Alassane Dioubate und Philipp Heilrath spielen in erster und zweiter Mannschaft für die Crailsheimer Farben.
Talentiertes Münchner Nachwuchstrio bei den Merlins: Ole Sebald (kleines Bild), während der Woche in ärztlicher Behandlung, Alassane Dioubate und Philipp Heilrath spielen in erster und zweiter Mannschaft für die Crailsheimer Farben. © Foto: Steffen Förster
Crailsheim / KLAUS HELMSTETTER 27.02.2015
Sie sind Youngsters, Greenhorns, Rookies. Sie haben den Basketball zu ihrem zentralen Lebensinhalt gemacht. Sie trainieren bis zu dreimal am Tag. Sie hören auf die Spitznamen Phil und Sunny.

Zusammen mit Ole Sebald bilden Philipp Heilrath (21) und Alassane Dioubate (20) das Nachwuchstrio der Merlins, und freuen sich über jede Minute Einsatzzeit in der BBL. 68.04 Minuten und acht Punkte hat Sunny zu Buche stehen. Sein mittelfristiges Ziel: „Erst mal mehr Spielzeit in der BBL.“ Ebenso wie sein Mitstreiter war er bei der Premiere auf Erstligaparkett nervös, na klar. „Ich hatte schon ein weiches Händchen. Dann aber habe ich mich auf das Spiel konzentriert, und alles drumherum war Nebensache“, erzählt Phil, und der Kollege nickt zustimmend.

„Wir dürfen Fehler machen“

Die Faszination der orangefarbenen Kugel hat sie schon von Kindesbeinen an in ihren Bann gezogen. Dabei konnten sie in München jede Menge Erfahrung sammeln, zuletzt in den Nachwuchs-Bundesligen.
Mit dem Sprung in die Erstklassigkeit ist für beide ein Traum wahr geworden. Und ihre Feuertaufe im BBL-Zirkus wird ihnen ewig im Gedächtnis bleiben. Heilraths Highlight: „Die Partie gegen Alba, zu der auch meine Eltern gekommen sind.“ Dioubate wurde gegen die Bayern schon früh eingewechselt und brachte es auf eine zweistellige Einsatzzeit.  Feste Größen sind die beiden in der Crailsheimer Regionalliga-Mannschaft. Den Wechsel vom einen zum anderen Team empfinden die Talente nicht als großen Spagat. „Letztlich geht es darum, die Abstimmung jeweils anzupassen“, berichtet Sunny. Unterschiede? „Tempo, körperbetonteres Spiel – und schwerer, die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Darüber hinaus fühlen sich die Nachwuchskräfte, auch wenn sie relativ wenig spielen, in der ersten Mannschaft voll und ganz akzeptiert und integriert. Ganz wichtig, nicht nur für junge Spieler: „Wir dürfen Fehler machen“, berichtet Phil, „entscheidend ist, dass Einsatz und Engagement stimmen.“

Auch beruflich schicken sich die beiden Abiturienten an, den nächsten Schritt zu machen. Phil studiert an der Fernuni Psychologie, Sunny will demnächst mit Wirtschaftsrecht einsteigen.

"Wir kämpfen bis zum Schluss"

Heilrath sieht sich eher als akribischen Arbeiter, der Athletik und Wurfstärke in die Waagschale werfen kann. Im mentalen Bereich („Entscheidungen treffen“) macht er noch Luft nach oben aus. Alassane sieht seine Stärken im Ziehen zum Korb und in der Defense. „Am Wurf gibt es noch zu arbeiten.“ Was den weiteren Saisonverlauf angeht gilt für beide das Prinzip Hoffnung. „Vier Teams“ sieht Alassane „vom Potenzial her“ schlechter als die Merlins. Die Ergebnisarithmetik spricht freilich eine andere Sprache. „Inzwischen hat es Klick gemacht im Team. Abstimmung und Teamchemie sind besser geworden, und der drittletzte Platz noch drinnen“. In dieselbe Kerbe schlägt auch Phil Heilrath: „Die Einstellung stimmt. Wir kämpfen bis zum Schluss.“ Worte, die Coach und Fans gerne hören! Auf die Supporter freuen sich die beiden besonders, wenn es heute gegen Bayreuth geht. „Die Fans sind für uns ganz wichtig, Antrieb, Energiespender – der sechste Mann.

Verlegt worden ist das Gastspiel der Merlins in München. Die Partie wird auf den 28. März (Samstag) vorgezogen (18.30 Uhr.)  

 



Enskats Einschätzung

Die Jungs sind nach wie vor bei der Sache, haben auch in mentaler Hinsicht dazugewonnen. Alle ziehen an einem Strang, freut sich Ingo Enskat. „Unsere Leistung in den letzten zehn Spielen“, so Enskat weiter, „war gut. Und wir möchten die Unterstützung unseren Fans gerne auch mit einem Sieg zurückzahlen. Jeder ist heiß drauf.“

Für die Merlins geht es, laut Coach, „immer darum, zu unserem Spiel schnell und aggressiv zu finden.“ Falls es nicht läuft, sollte man, laut Enskat, die Verantwortung für Ups und Downs erst mal bei sich selber suchen. Bayreuth, den heutigen Gegner, hält Enskat für „sehr ausgeglichen, hat jetzt noch an Qualität hinzugewonnen. Die ersten sieben Mann kommen sicherlich für zweistellige Punkteausbeute infrage, sodass die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt ist“. Während der Trainingswoche stand hinter dem Mitwirken von Jonathan Moore und Chad Timberlake (Wurftraining begonnen) noch ein dickes Fragezeichen.
 
Gästecoach Michael Koch

Nach der deutlichen Niederlage gegen die Bayern sprach Michael Koch von einem schweren Rückrundenauftakt der Oberfranken: „Für uns geht die Rückrunde mit den nächsten Spielen richtig los. Jetzt kommen die Gegner, wo wir Punkte sammeln müssen.“ Dazu gehören auch die Merlins. „Crailsheim hat sich noch nicht ganz abgefunden mit der Situation.“ Erste Bürgerpflicht für Bayreuth: Der Klassenerhalt. „Zumal es in den letzten Jahren teilweise bis zum vorletzten Spieltag für uns ganz eng zuging. Das wollen wir heuer vermeiden.“ Wobei die Oberfranken auch noch mit einem Auge Richtung Play-offs schauen. „Crailsheim hat mit Moore und Timberlake zwei wichtige Spieler verletzt. Dabei hat das Team bewiesen, dass es auch mit den Ausfällen umgehen kann.“ Mit Foster und Brickman haben die Oberfranken zwei neue Gesichter im Team, „die uns im Angriff variabler werden ließen.“
 
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