Basketball - BBL Mund abputzen und weitermachen

Aus der Partie gegen Göttingen: Jonathan Moore versucht einen Block für Garrett Sim zu stellen, um ihm einen freien Wurf zu ermöglichen.
Aus der Partie gegen Göttingen: Jonathan Moore versucht einen Block für Garrett Sim zu stellen, um ihm einen freien Wurf zu ermöglichen. © Foto: Ric Badal
Basketball - BBL / KLAUS HELMSTETTER 11.10.2014
Langes Nachkarten gibt es nicht. Nach der knappen und ärgerlichen Heimniederlage gegen Mitaufsteiger Göttingen, müssen die Crailsheim Merlins am Sonntag schon wieder in Ludwigsburg ran.

Merlins-Coach Willie Young muss sich nicht lange den Kopf mit der Frage zerbrechen, woher im Team der MHP Riesen Ludwigsburg die meiste Gefahr droht. Die Nummer 6 bei den Gastgebern vom Sonntag (Beginn: 15 Uhr) trägt Kerron Johnson, Neuzugang in dieser Spielzeit. In der Auftaktpartie gegen Bonn (88:81) ließ er mit sage und schreibe 38 (!) Punkten aufhorchen. Überragend - so viele Punkte hat noch nie ein Ludwigsburger Spieler in einer Partie erzielt, ist von vor Ort zu hören.

Die Zwischenbilanz der ersten Spieltage fällt mehr oder weniger erwartungskonform aus: Sieg gegen Bonn, Niederlage gegen Bayern. Die Niederlage gegen Bremerhaven kann man als kleinen Rückschlag ansehen. Die Verletzung von Spielmacher Michael Stockton (noch drei bis vier Wochen) trifft die Gastgeber empfindlich. Auch das Spiel der Center (Chris Mc Naughton) lässt noch Raum nach oben. Seit rund zweieinhalb Jahren hat John Patrick bei den Ludwigsburgern das Sagen. Der Trainer ist vom damaligen Klassenkollegen aus Würzburg gekommen.

Natürlich warnt er seine Schützlinge vor Aufsteiger Crailsheim, den er gegen Göttingen beobachtet hat und attestiert den Merlins in den ersten Partien "phasenweise gut gespielt" zu haben. Besonderer Erwähnung wert findet er Garrett Sim und Joshiko Saibou, die beiden Spielmacher. Das kann aber auch daran liegen, dass insbesondere die Amerikaner im Team hierzulande kaum bekannt sind.

Gegen Mitaufsteiger Göttingen haben die Korbjäger aus Crailsheim viele einfache Situationen ungenutzt gelassen und damit den möglichen und wichtigen Sieg aus der Hand gegeben. "Über weite Strecken hat sich die Mannschaft gute Möglichkeiten geschaffen, zu gewinnen. Mir tut leid, dass sie letztlich versäumt hat, sich zu belohnen", betont Ingo Enskat, sportlicher Leiter der Merlins.

Wobei sich das Thema Eigenfehler bislang wie ein roter Faden durch den Saisonauftakt zieht. Und auch die Leistungsträger haben bis dato keineswegs ein stabiles Niveau erreicht. "Wir arbeiten im Training konsequent weiter", macht Enskat deutlich. "Aber das Level in der BBL ist ein anderes und - vielleicht der Hauptunterschied zur Pro A - die deutlich höhere Intensität." Gewisse Schwankungen der Leistungskurve sind sicherlich normal, insbesondere wenn man auch die Liga nicht kennt. "Und Spieler, bei denen diese Unterschiede minimiert sind, gibt unser Budget nicht her."

Weiterer wichtigster Aspekt: In der BBL bleibt keine Stärke lange geheim. Soll heißen: Dank Video, TV-Übertragung etc. sind sämtliche Coaches per Handstreich über Stärken und Schwächen der Gegner informiert. Das bekam zum Beispiel Garrett Sim nach zwei starken Spielen zu spüren. Glück für die Merlins, dass mit Joshiko Saibou, der zweite Aufbau einen klasse Tag erwischte (Topscorer mit 19 Punkten). Derlei positive Wechselspiele wünscht sich Ingo Enskat auch auf anderen Positionen. "Damit wir wieder unberechenbarer werden!"

Ansonsten kommt beim Crailsheimer Sportleiter, ob des bisherigen Saisonverlaufes keine Hektik auf. "Dass wir uns unten in der Tabelle ansiedeln, kommt nicht überraschend. Eine Reihe von Gegnern können wir schlagen. Dazu zählt auch Göttingen. Gegen diese Teams müssen wir unser Potenzial maximal abrufen. Das hat am Donnerstag nicht geklappt, ist ärgerlich. Aber jetzt müssen wir dafür die Punkte anderweitig holen."

Unter dem Strich wünscht sich Ingo Enskat eine aktivere Rolle für die Merlins. "Mehr agieren als reagieren und auf dem Feld eine dominantere Rolle spielen." Mal sehen, wie das in Ludwigsburg klappt.

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