Basketball Müder Auftritt der Ulmer Basketballer im Eurocup

Per Günther (l.) war mit zehn Punkten noch einer der besseren Akteure im Ulmer Team, das gegen AS Monaco die zweite Eurocup-Niederlage kassierte.
Per Günther (l.) war mit zehn Punkten noch einer der besseren Akteure im Ulmer Team, das gegen AS Monaco die zweite Eurocup-Niederlage kassierte. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Von Sebastian Schmid 17.10.2018

Vergangene Woche beim Drama-Sieg gegen Galatasaray Istanbul (103:92) ärgerten sich alle Fans, die nicht live dabei waren, dass sie nicht in die Ratiopharm-Arena gekommen sind. Gestern Abend hingegen bereuten die 3500 Fans ihr Kommen. 35 Minuten lang lieferten die Ulmer Basketballer eine dürftige Leistung ab und verloren verdient mit 65:75 gegen den AS Monaco.

Nach der ersten Heimniederlage im Eurocup geht Thorsten Leibenaths Rechnung nicht mehr auf. Der Ulmer Coach hatte vorhergesagt, dass sein Team für den Einzug in die nächste Runde alle Heimspiele und eine Auswärtspartie gewinnen muss. Nun sollte der Bundesliga-Zehnte der abgelaufenen Saison bereits zwei Auswärtspartien erfolgreich gestalten, damit Leibenaths Plan aufgeht.

Gegen Monaco ließen die Hausherren vor allem die Intensität vermissen, die zuletzt ihr Spiel ausgezeichnet hat. Dabei spielte es durchaus eine Rolle, dass Defensivspezialist Javonte Green wegen einer Augenverletzung aussetzen musste. „Seine Energie hat uns gefehlt“, sagte Leibenath und räumte ein, dass er die Belastung der vergangenen beiden Spiele, die jeweils erst nach doppelter Verlängerung entschieden waren, unterschätzt hat: „Ich hatte im Vorfeld gedacht, dass wir noch genügend Energie haben.“

David Krämer dreht auf

Doch nach einem flotten Start, bei dem kein Team sonderlich Wert auf die Abwehrarbeit legte, zogen die Gäste von 11:11 bis zum Viertelende auf 24:15 davon. Per Günther, der zu Beginn des zweiten Viertels ins Spiel kam, und Deon Thompson führten die Hausherren noch auf 24:30 heran, doch dann übernahm der französische Vizemeister erneut die Kontrolle. Auch, weil sich die Ratiopharm-Akteure teilweise katastrophale Aussetzer leisteten. So vergab Patrick Miller einmal völlig freistehend alleine unter dem Korb die Chance auf einfache Zähler. Kurz darauf stritten zwei Ulmer um den Ball, der daraufhin zu Ian Hummer rollte, der sich die Chance auf zwei leichte Zähler im Gegensatz zu Miller nicht nehmen ließ.

Der Ex-Ulmer lieferte an alter Wirkungsstätte ein ansprechende Partie ab (13 Punkte/10 Rebounds, sieben davon am offensiven Brett) und trug seinen Teil zur klaren 46:32-Halbzeitführung der Monegassen bei. Zu Beginn der zweiten Hälfte lief es bei Ulm nicht besser, im Gegenteil. Hummer sorgte Mitte des Durchgangs für die 21-Punkte-Führung (55:34). Dank zwei Dreiern von David Krämer, der mit 14 Zählern Topscorer der Hausherren war, ging Ulm mit einem 43:59 in den letzten Durchgang.

Da war es erneut Krämer mit vier Punkten sowie Günther mit einem Dreier, die den Rückstand schnell in den einstelligen Bereich drückten (50:59). Plötzlich stimmte die Intensität im Spiel, Ulm verteidigte engagiert und brachte Monaco ins Wanken. Mit zwei Freiwürfen sorgte Krämer vier Minuten vor dem Ende für das 58:65 und nährte damit die Hoffnung auf ein unerwartetes Happy End.

Doch ein 10:0-Lauf der Gäste beendete jäh die Siegträume der Hausherren, die mit einem Dunk von Dwayne Evans und einem Dreier durch Isaac Fotu auf 65:75 verkürzten. Im Hinblick auf den direkten Vergleich ist das nicht unerheblich. Doch damit der überhaupt zum Tragen kommt, müssen die Ulmer noch ein paar Partien gewinnen.

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