Hanau/Crailsheim Merlins Maxime: In Hanau auf der Hut sein!

Präsenz unter den Körben – ein möglicher Weg zum Erfolg für die Merlins in Hanau.  Foto: Steffen Förster
Präsenz unter den Körben – ein möglicher Weg zum Erfolg für die Merlins in Hanau. Foto: Steffen Förster © Foto: Präsenz unter den Körben - ein möglicher Weg zum Erfolg für die Merlins in Hanau. Foto: Steffen Förster
Crailsheim / Klaus Helmstetter 11.04.2018
Hessische Gastgeber wollen Play-off-Bilanz am Mittwoch im Heimspiel ausgleichen – Zauberer aus Crailsheim sind durch knappes Hauptrundenspiel vorgewarnt.

Sebi  Kling ist ein gern gesehener Gast bei den Heimauftritten der Crailsheim Merlins. Zu den Weihnachtsspielen schaut er  regelmäßig an alter Wirkungsstätte vorbei. Dabei fungiert der Stammgast mittlerweile auch als eine Art Glücksbringer. „Seitdem haben die Merlins kein X-Mas-Game verloren,“  bekennt der Aufbauspieler vergangener Tage nicht ohne Stolz.

Und auch den Auftakt der aktuellen Play-off-Serie gegen Hanau wollte sich der inzwischen 33-Jährige am Sonntag nicht entgehen lassen. Was hat ihn besonders beeindruckt? „Die Merlins haben einen gigantischen Start hingelegt, doch darauf wussten die Gäste mit einer sehr interessanten Verteidigung zu antworten, so dass Crailsheim fünf Minuten lang ohne Punkt geblieben ist. Auf Dauer haben sich natürlich größere Qualität und tiefere Bank der Merlins durchgesetzt“ soweit Klings fachmännisches Urteil. „Besonders gefreut hat mich“, betont er und muss Schmunzeln, dass mit Sebastian Herrera, ein Spieler, der meinen Vorname trägt und auch noch die gleiche Rückennummer 7 hat, bester Mann gewesen ist!“

Grundsätzlich zeigt Sebi Kling, der sechs Jahre lang im Merlins-Trikot aufgelaufen ist und inzwischen für den WLSB arbeitet viel Respekt vor den White Wings und ihrem Auftritt in der Arena Hohenlohe. „Hanau ist auf jeden Fall ein unangenehmer Gegner, der sehr gut gecoacht wurde.“

Blumen für den Mann an der Linie bei den Hessen aus berufenem Mund und der auf diese Weise angesprochene Simon Cote  war mit der Leistung seines Teams, das am Sonntag allerdings von erstaunlich wenig Fans vor Ort unterstützt wurde, sehr zufrieden. Das Erreichen der Play-offs war für die Hessen Maß der Dinge – ihr bislang größter Erfolg. „Uns geht es in erster Linie darum, Erfahrung zu sammeln und auch das Teambuilding weiter voranzutreiben.“

Kämpferische Gastgeber

Für die heutige Partie in vermutlich voller Main-Kinzig-Halle zeigt sich der Coach des Teams um Maskenmann und Kämpfer Till-Joscha Jönke optimistisch, den Merlins erfolgreich in die Suppe spucken zu können. Und das vor allem auf der Basis der sehr gut funktionierenden Defense. „Wir haben in Spiel 1 nur 3 von 18 Dreiern getroffen. Viel zu wenig. Wir brauchen mindestens 7, besser 9.“ Was seine Zuversicht weiterhin nährt: Die bisherigen Partien in Hanau konnten die Merlins nur ganz knapp für sich entscheiden.

Quasi exemplarisch für die Hanauer Spielweise steht Till-Joscha Jönke. Nach mehrfachem Nasenbruch  läuft er mit Gesichtsmaske auf und ist mit seiner oft unorthodoxen, kämpferischen Spielweise nicht nur schwer zu verteidigen, sondern auch ein Vorbild für die Kollegen. Eine Einschätzung, die auch Ingo Enskat teilt. „Er ist in der Tat der Antreiber der Hanauer Mannschaft, hat sich mittlerweile zu einem sehr starken Pro-A-Spieler mit Führungsqualitäten entwickelt,“ unterstreicht Crailsheims sportlicher Leiter.

Kleinere Anpassungen

„In Spiel eins haben wir einen guten Job gemacht. Jetzt erwartet uns aber eine schwere Aufgabe in fremder Halle. Beide Mannschaften werden kleinere Anpassungen vornehmen und es wird interessant sein, zu sehen, ob und wer sich dadurch einen Vorteil verschaffen kann“, wägt Tuomas Iisalo ab. „Bei beiden Teams“, glaubt der Crailsheimer Coach, „haben die besten Schützen im ersten Spiel keine hohen Trefferquoten erreicht. Ändert sich das nur bei einer Mannschaft, kann das Kräfteverhältnis extrem zugunsten dieses Teams ausschlagen.“

Ansonsten ist die Erinnerung an die Körpersprache ganz aufschlussreich, die Merlins-Coach Tuomas Iisalo bei Spiel 1 immer wieder an den Tag gelegt hat: zwei ausgestreckte Hände, die sich langsam nach unten bewegen. Soll heißen: Ruhig spielen, trotz allen Engagements nicht überdrehen und damit auch nicht im Übereifer allzu schnelle und letztlich unnötige Fouls ziehen!“ Natürlich gilt es, das Tempo hochzuhalten, aber das Ganze eben auch kontrolliert zu gestalten und trotzdem die richtigen Entscheidungen zu treffen.“ Das ist bei einer kurzen Serie mit k.-o.-Charakter, wo jedem einzelnen Spiel eine größere Bedeutung zukommt, als in einer langen Saison,  umso bedeutender. „Ich rechne in Hanau mit einem engen Spiel. Die Gastgeber werden alles in die Waagschale werfen. Wenn sie nicht gewinnen, dürfte es für sie schwer werden, weiterzukommen“, macht Ingo Enskat deutlich.“ Und wir sollten uns nicht nur auf unsere Qualität verlassen. Diesen Fehler haben wir letztes Jahr gemacht. Wir müssen schon noch eine Schippe drauflegen, wenn wir Erfolg haben wollen!“ Personell war bei Redaktionsschluss alles im Lot bei den Merlins, die wohl mit komplettem Kader antreten. Gegen 16 Uhr soll ein Fan-Bus vom Volksfestplatz aufbrechen. Zahlreiche Privatfahrer wollen sich ebenfalls auf den Weg machen. Wobei die kurze Strecke von rund 200 Kilometern den Merlins zugute kommt und sie sich auf lautstarke Unterstützung freuen dürfen (Main-Kinzig-Halle: 11. April, 19.30 Uhr).

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