BBL Merlins kommen bei 62:85 gegen Oldenburg zu schlecht weg

Ilshofen / KLAUS HELMSTETTER 06.10.2014
Gegen das Topteam aus Oldenburg (62:85) zeigten die Merlins eine ordentliche Leistung. Unkonzentriertheiten gegen Ende brachten den Gästen leichte Punkte und die Merlins um ein knapperes Resultat.

"Gefühlt war es ein 14-Punkte-Spiel. Schade, dass wir den Gästen in der Schlussphase noch einige leichte Punkte ermöglicht haben", resümierte Ingo Enskat die Partie. "Alles in allem hat man gesehen, dass Oldenburg eine Spitzenmannschaft ist, viel abgeklärter aufgetreten als wir und den Druck jederzeit erhöhen konnte", legte der sportliche Leiter nach. "Im Angriff hatten wir Probleme, unser Spiel und unseren Rhythmus zu finden. Das hat sich der Coach sicherlich anders vorgestellt."

Nach schwachem Start (2:9) mit viel Respekt kamen die Gastgeber mächtig auf, spielten konzentriert und zum ersten Viertelende war die Partie wieder gänzlich offen. Auffälligste Spieler im Crailsheimer Trikot bis dahin: Jonathan Moore, wie schon gegen Bayreuth. Er ackerte mächtig und holte sich fünf Rebounds. Spielmacher Garrett Sim versuchte die Kollegen geschickt einzusetzen und steuerte bis dato selber zehn Punkte bei. "Er traute sich etwas zu, übernahm auch Verantwortung, spielte klar und ohne Schnörkel", so Enskat. Ähnlich schätzte auch Gästecoach Sebastian Machowski die Dinge ein: "Insbesondere Sim hat im ersten Viertel zu viele Punkte gemacht und uns Probleme bereitet. Das haben wir im zweiten Durchgang abgestellt und zunehmend Kontrolle über das Spiel gewonnen." Auffällig bei Oldenburg das gekonnte Zusammenspiel. Jeder Akteur sorgte zudem für Korbgefahr, auch die langen Jungs, wie Chubb, Neumann oder Aleksandrov sind aus der Distanz gefährlich. Im Ballvortrag verfügen Kramer und Stuckey über jahrelange Erfahrung auf hohem Niveau und das macht sich in ihrem Spiel natürlich auch bemerkbar.

Ähnlich wie phasenweise in Bayreuth hatten sich die Merlins den anwachsenden Rückstand allerdings selbst zuzuschreiben. Vor allem aus der Distanz ging wenig. Die Quoten (18 Prozent Dreier und 47 Prozent Zweier) legen davon beredtes Zeugnis ab. Wobei Oldenburg keinesfalls spektakulär agierte, sich die Fehler aber effektiv zunutze machte. Außerdem wurde man das Gefühl nicht los, dass die Niedersachsen jederzeit einen Zahn hätten zulegen können. "Ich wünsche mir mehr Offensivaktionen von den Flügeln. Und die Bindung von Aufbau zu Center ließ auch zu wünschen übrig", legte Ingo Enskat den Finger nochmal in die Wunde. Aufseiten des Aufsteigers hatte der Lange Chris Otule in Abschnitt drei seine besten Szenen und setzte sich auch unter dem gegnerischen Korb energisch durch. Jonathan Moore, in kämpferischer Hinsicht ein Vorbild in der Anfangsphase, musste lange draußen sitzen und fand danach nicht mehr richtig seinen Faden. Dennoch blieben die Merlins auf Schlagdistanz (39:53), ehe sie auch in Drittel drei dem Gegner gegen Ende zu viele leichte Punkte ermöglichten. Im finalen Durchgang ließ Joshiko Saibou in der Offensive aufhorchen. Doch die Bemühungen der Merlins erschöpften sich zu oft in Einzelaktionen. Verständlicherweise zufrieden darf Gästecoach Sebastian Machowski sein. Mit zwei Siegen im Gepäck geht es vom Südtrip zurück in den hohen Norden. "Crailsheim kam über den Kampf ins Spiel, braucht vielleicht noch etwas Zeit, um in der Liga anzukommen. Aber dann wird es hier sicher noch viele tolle Basketballspiele geben." Merlins-Coach Willie Young beklagte, "dass wir in der Offense keinen Rhythmus gefunden haben. In der Defense gab es Höhen und Tiefen." Eine zufriedene Bilanz klingt anders.

Die Niederlage ist freilich kein Beinbruch. "Heute haben wir gegen eine Spitzenmannschaft gespielt. Gegen Bayreuth waren wir dicht dran. In den entscheidenden Spielen, wie etwa gegen Göttingen, müssen wir unsere beste Leistung abrufen. Dann haben wir eine Chance auf den Klassenerhalt", lautet das Fazit von Ingo Enskat. Am Donnerstag gilt es. Dann kommt mit der BG Göttingen der Mitaufsteiger nach Hohenlohe - ein Team auf Augenhöhe. In dieser Einschätzung sind sich die Experten allesamt einig.

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