Merlins Merlins-Ärzte mit viel Fingerspitzengefühl

Crailsheim / KNUT SIEWERT 30.04.2014
Zwei Orthopäden und ein Allgemeinmediziner kümmern sich um lädierte Basketball-Profis – Dr. Jens Rossek und Ulrich Rupp geben auch Nachwuchsspielern ärztlichen Rat
Thank you Doc! Danke Doc!“: Das sind keine leeren Floskeln. Vielmehr spürt man in diesen Worten das intensive Vertrauen, das zwischen den Basketball-Zauberern und den Ärzten Dr. Jens Rossek und Ulrich Rupp herrscht.

Es ist nicht die ärztliche Kunst allein, die lädierten Profispielern nach beinhartem Einsatz wieder auf die Beine hilft. Genauso wichtig ist das Fingerspitzengefühl im offenen Gespräch, das Ulrich Rupp und Dr. Jens Rossek im Umgang mit den hochsensiblen Spielern zeigen.

Teammanager Martin Romig vergleicht seine Ball-Zauberer gern mit Rennpferden. Da reicht es nicht, wenn die Spieler physisch vor Kraft strotzen: „Was im Kopf passiert – das Mentale entscheidet ganz wesentlich darüber, ob Leistung und Motivation auf dem Spielfeld und unter dem Korb abgerufen werden können.“ Der umtriebige „Spirit“ des Crailsheimer Basketball-Hypes, der den Merlins am letzten Sonntag den sportlichen Eintritt in die Eliteliga beschert hat, schätzt den Anteil des „Kopfkinos“ an der sportlichen Leistung bei Profis auf 70 Prozent.

Martin Romig weiß zu schätzen, dass die exzellenten Physiotherapeuten und Krafttrainer Philipp Schmidt und Thomas Ehrmann aus dem „Zentrum Mensch“ in Satteldorf eine ideale Unterstützung durch die Sportmediziner Dr. Jens Rossek und Ulrich Rupp haben. Schon seit dem Eintritt in die Gemeinschaftspraxis mit Dr. Jahn in der Karlstraße im Jahr 2005 ist Ulrich Rupp medizinischer Betreuer der Merlins. Die Kompetenz, die Dr. Rossek im Mai 2011 als Chefarzt der neuen Abteilung für Orthopädie, Endoprothetik und Gelenkchirurgie im Klinikum Crailsheim mitbrachte, war die ideale medizinische Ergänzung. Zwischen dem 44-jährigen niedergelassenen Arzt und seinem gleichaltrigen Kollegen im Klinikum stimmt die „Chemie“: Fachlich und menschlich harmonieren die beiden ausgezeichnet. In besonderen medizinischen Fragen unterstützt auch Allgemeinmediziner Dr. Wieland (Gründelhardt) die Merlins. Ganz besonders muss der Einsatz von Medikamenten gehandhabt werden. Bei bestimmten Wirkstoffen ist die NADA, die Nationale Anti-Doping Agentur, zu informieren.

„Für akut verletzte Spieler haben wir eine erstklassige Adresse im Klinikum Crailsheim“, betont Martin Romig. Dort sind die Profis in den besten Händen, zumal im Klinikum zwischen der Orthopädie und dem Zentrum für Radiologie, speziell mit deren Fachärztin Dr. Ingrid David eine enge Kooperation besteht. „In der Regel sind MRT, CT oder Röntgen samt Erst- und gegebenenfalls Zweit- oder Drittbefund schnellstens gewährleistet“, betont Dr. Jens Rossek. Er sorgt als Chef der Orthopädie dafür, dass die Merlins eine optimale Akutbehandlung im Klinikum erhalten – nicht selten auch sonntags. Zu Rosseks Spektrum zählen die Versorgung von Umknickverletzungen, Zerrungen und muskuläre Verletzungen (Muskelfaserrissen) ebenso wie Stauchungen und Distorsionen an den Fingern sowie Abnutzungserscheinungen und Rückenschmerzen. Hier überschneidet sich sein Tätigkeitsfeld mit den Spezialgebieten von Ulrich Rupp in der orthopädisch-unfallchirurgischen Gemeinschaftspraxis mit Dr. Jahn. Der niedergelassene Arzt kümmert sich bei den Merlins-Spielern in der Regel um die Versorgung mit Schienen aller Art, um Überlastungserscheinungen, um die Versorgung mit Einlagen und um Rückenprobleme. Auch Spritzenkuren, chiropraktische Anwendungen und regenerative Maßnahmen sind seine „Baustellen“. Dabei stimmt er sich eng mit Thomas Ehrmann ab, der als Betreuer der Crailsheimer Frauenfußballerinnen und der U-20- sowie U-17-Fußballauswahlen auf Bundesebene einen exzellenten Ruf hat. Viel wird auch mit Bandagen sowie mit Tapes zur Gelenkstabilisierung bzw. Kinesio-Tapes zur Haltungskorrektur, Muskelentspannung und Muskelstimulation gearbeitet.

„Wir Ärzte sehen primär die medizinischen Fragen – aber natürlich beziehen wir auch die persönlichen Umstände des Spielers in unsere Betrachtung mit ein“, betont Dr. Rossek. Martin Romig bestätigt, dass der Verein als Arbeitgeber keinerlei Interesse daran hat, verletzte Profis unter allen Umständen und ohne Rücksicht auf die Gesundheit aufs Feld zu schicken. Im Gegenteil: „Wir müssen da manchmal auf Anraten und mit Unterstützung der Ärzte auf den einen oder anderen Spieler einwirken, damit er die verordnete Ruhephase auch wirklich einhält und sich nicht schon viel zu früh wieder fit meldet.“ Der Teammanager sieht hier eine hohe Verantwortung, Gesundheitsgefährdungen auszuschließen – bei allem, was als Ziel anvisiert ist und was auf dem Spiel steht. Romig hat 2007 einen Profi erlebt, bei dem eine alte, nicht richtig behandelte, nicht wirklich auskurierte Verletzung letztlich das vorzeitige Karriere-Aus bedeutet hat. Erst jüngst musste zwei auf ihren Einsatz brennenden Profis klargemacht werden, dass die ärztlich verordneten Ruhephasen und die langsame Heranführung an den Spielbetrieb schneller und nachhaltiger zum gewünschten Ziel führen als ein übermotivierter Kraftakt.

Die für die Merlins so wichtige Nachwuchsarbeit wird in genau diesem Verständnis betrieben. Die Entwicklung junger Spielerwar und ist – in Kombination mit der passgenauen Verpflichtung von Profis und einem konsequenten Training – für den beispiellosen Durchmarsch der einstigen Schüler-AG über die Bezirks-, Landes-, Oberliga in die Pro A (Zweite Bundesliga) und jetzt möglicherweise in die Elite der bundesdeutschen Basketballer mitentscheidend. „Wenn so ein Junge einen erkennbar unrunden Laufstil hat, wenn ein Zwölfjähriger schon die Schuhgröße 48 und die Aussicht hat, am Ende der Wachstumsphase 2,10 bis 2,13 Meter zu messen, geben wir den Eltern in Abstimmung mit den Ärzten schon auch den einen oder anderen Rat und sorgen für physiotherapeutische Unterstützung“, betont der Teammanager. Auch im Kinder- und Jugendbereich ist –wie bei den Profis – eine klare Ansage, aber mit viel Fingerspitzengefühl wichtig. „Unsere Merlins-Docs sind uns dabei eine großartige Stütze“, so Romig.
 

Info

Mit Unterstützung der VR-Bank bieten die Merlins Fahrt und Ticket zum letzten Finalspiel in Göttingen am Sonntag – zum Preis von 15 Euro (Stehplatz) und 25 Euro (Sitzplatz).

Abfahrt: 10 Uhr; Spielbeginn: 17 Uhr; Rückkehr: voraussichtlich 24 Uhr. Anmeldung unter der E-Mail-Adresse finalegoettingen@crailsheim-merlins.de an mit Angabe von Name, vollständiger Anschrift, E-Mail-Adresse und Telefonnummer.
 
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