Basketball Mehr geben die Körper nicht her

Der Bonner Bartolo bringt den Ulmer Spielmacher Per Günther ganz schön in Bedrängnis.
Der Bonner Bartolo bringt den Ulmer Spielmacher Per Günther ganz schön in Bedrängnis. © Foto: Langer/Eibner
Neu-Ulm / tgo 03.04.2018

Acht Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit schöpften die Ulmer Basketballer noch einmal Hoffnung auf ein gutes Ende des Heimspiels gegen die Telekom Baskets aus Bonn.

Die Ratiopharm-Korbjäger liegen 81:83 zurück. Luka Babic zieht mit dem Ball Richtung Korb der Gäste und passt in die Mitte zu Isaac Fotu. Der Center hat den Ball in den Händen. Da kommt der Bonner Nemanja Djurisic und schlägt von oben auf den Ball.

Die Schiedsrichter pfeifen Foul und qualifizieren dieses als  unsportliches. Das hätte zur Folge gehabt, dass Fotu zwei Freiwürfe bekommt – und Ulm in Ballbesitz bleibt. Beileibe keine sichere Ausgangslage, um die Partie zu gewinnen, aber eine durchaus aussichtsreiche.

Das Schiedsrichtergespann jedoch zerstört die Hoffnung der Ulmer, die Partie auf dieser Weise zu gewinnen. Nach einer Überprüfung (Videobeweis) kommen die Referees zum Schluss, dass zwar ein Foul begangen wurde, dieses jedoch nicht als unsportliches zu bewerten sei.

Im Regelfalls wird ein unsportliches Foul gepfiffen, wenn der Kontakt zwischen zwei Spielern besonders hart ausfällt oder es zum Kontakt kommt und der Foulende keine Aussicht auf den Ball hat. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Spieler ohne Ball dem gegnerischen Spieler mit Ball mit beiden Händen in den Rücken stößt. Außerdem wird ein Kontakt von der Seite oder ein Kontakt von hinten bei einem Schnellangriff ebenfalls als unsportliches Foul gewertet. Aus diesem Grunde war die Rücknahme der Entscheidung durch das Schiedsrichter-Trio nachvollziehbar.

Der Protest der Ulmer hielt sich auch in Grenzen. Thorsten Leibenath schüttelte paarmal mit dem Kopf, zuckte mit den Schultern. Das war es dann auch. Fotu verwandelt die zwei Freiwürfe. Der anschließende Angriff der Bonner führt nicht zum Erfolg – Verlängerung. In der fünfminütigen Zusatzschicht sehen die Ulmer keine Sonne mehr und verlieren alleine die Verlängerung mit 4:11, die Partie mit 87:94.

Der Unmut der 6200 Zuschauer in der ausverkauften Arena war eher gedämpft. Das große Pfeifkonzert blieb aus.  Es war ein Hauch von Resignation zu spüren, auch bei den Spielern, die sich schnell in die Kabine verzogen.

Die meisten Fans und Zuschauer  sind vermutlich mit der Frage nach Hause gegangen: Wo steht die Mannschaft eigentlich leistungsmäßig? Reicht es noch für die Playoffs? Nach zuletzt zwei Siegen, inklusive des gutes Spiels in Würzburg, war die Niederlage gegen die Baskets ein Rückschlag im Kampf um einen Playoff-Platz. Zu inkonstant war die Leistung in diesen 45 Minuten, um ein Team wie Bonn zu schlagen.  „Nur wenige sind an ihre Leistungskapazität gekommen“, klagte Leibenath und  machte nicht eine mangelhafte Einstellung als Ursache aus, sondern die  körperlichen Voraussetzungen.

Ryan Thompson und Jerrelle Benimon angeschlagen, Luke Harangody ebenfalls.  Isaac Fotu konnte zuletzt nicht alle Trainingseinheiten mitmachen. Dennoch versuchte das Trio alles.  David Krämer hatte sich in der Pro A leicht verletzt und musste wie Da’Sean Butler pausieren.  Weitere Nachwuchsspieler fehlten ebenfalls.

Die Ulmer hatten auch gute Phasen  gegen Bonn. Nach einem schnellen 8:22-Rückstand im ersten Viertel  gingen die Gastgeber Mitte des zweiten Viertels sogar in Führung (28:27). Dann schlug das Pendel jedoch wieder in die andere Richtung, weil das Krunic-Team mit der ersten Fünf aufs Gaspedal drückten.

Personelle Alternativen, um darauf zu reagieren, sah Leibenath eben nicht. Er setzte auf die Angeschlagenen,  hat sich damit aber verzockt. Beim FC Bayern (morgen, 20.30 Uhr), der mit Dejan Radonjic als neuem Trainer antreten wird, gibt es schon die nächste Bewährungsprobe – besonders für die Angeschlagenen. Wer auch immer das sein mag.

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