Am 15. Spieltag in der Basketball-Bundesliga hat Ratiopharm Ulm eine Heimpleite eingefahren. Das Ulmer Team empfing Brose Bamberg in der Neu-Ulmer Arena.

Nach einer guten ersten Hälfte hat das Team von Trainer Thorsten Leibenath jedoch ein sehr schwaches drittes Viertel (11:32) hingelegt.

Die Ulmer mussten bei den starken Gästen aus Bamberg zu sehr ins Risiko gehen und haben dabei einige einfache Körbe kassiert. Das kostete Ratiopharm Ulm am Ende den Sieg - Die Ulmer verloren mit 91:100.

Basketball Ratiopharm Ulm verliert gegen Brose Bamberg mit 91:100.

Es war eine Ansammlung von fünf ratlosen Gesichtern auf dem Parkett der Ratiopharm-Arena.  Jede Menge ratlose Gesichter auch auf der Ulmer Bank samt Trainer und Assistenten und Betreuer. Nicht zuletzt die ratlosen Gesichter auf den Rängen der Arena in  diesen letzten 60 Sekunden Spielzeit und auch noch eine Weile nach der Schlusssirene.

Ratiopharm Ulm hat ein Spiel in der Basketball-Bundesliga verloren. Na gut, ist auch nicht das erste Mal vorgekommen in dieser Saison. Dennoch: Es ist eine Niederlage, die an allen nagt. Dieses 91:100 wurde den Ulmer Korbjägern von Brose Bamberg zugefügt. Das schmerzt schon automatisch. Und: Das Ulmer Team  hat eine Partie in den Sand gesetzt, mit  der eigentlich der Beweis erbracht werden sollte, einen Aufwärtstrend geschafft zu haben, der den Vergleich mit den Top-5 der Liga zulässt. Das  hat sich jetzt erstmal erledigt.

Der dritte Punkt tut so richtig weh. Denn die Gründe sind in zehn Minuten zu suchen, in denen die Ulmer plötzlich komplett von der Rolle waren, sich von dem Spiel der 20 vorhergehenden Minuten verabschiedeten und letztendlich damit im dritten Viertel eine Uralt-Basketballweisheit neu auflegten: Wer nicht trifft, der verliert.

Bis zum Beginn der zweiten Halbzeit durften die 6200 Zuschauer in der ausverkauften Arena davon ausgehen, dass ein Erfolg gegen den ehemaligen Serienmeister aus Oberfranken durchaus möglich ist. Die Hausherren zeigten eine gute, vielleicht sogar eine der besten Leistungen in dieser Saison. Auch wenn der Gegner durch zuletzt zwei Niederlagen in Folge (FC Bayern und Bayreuth) etwas angeschlagen war, es waren halt die Bamberger, und die hatten mit den überfallartigen Angriffen des Ratiopharm-Teams ihre liebe Mühe und Not.

Die Schützlinge von Trainer Thorsten Leibenath setzten zunächst ihre Dreipunktwürfe sehr überlegt ein. Acht Versuche zur Halbzeit, fünf Würfe gingen durch die Reuse – erstklassiger Wert. Auch die Trefferquote insgesamt war im Vergleich zu anderen Spielen mir 61 Prozent sehr ordentlich. Patrick Miller  war auch gut drauf. Alles sah also vernünftig aus.

In der Halbzeitpause wurden in der Arena oder darüber keine außergewöhnlichen oder  extraterrestischen Aktivitäten festgestellt, deshalb ist der Leistungsabfall der Ulmer Basketballer in der zweiten Halbzeit gänzlich unerklärlich.  Die gingen mit einer 53:47-Führung in die dritten zehn Minuten. Heraus kamen sie mit einem 64:79-Rückstand (11:32). Ulm versuchte weiter und häufiger von der Dreierlinie zu treffen, was nicht funktionierte. Das habe, erklärt Leibenath, dazu geführt, dass die Konzentration in der Verteidigung zurückging. Diesen Zusammenhang haben die Bamberger schnell erkannt und den Ulmern durch eigenes tiefes und kollektives Absinken noch mehr Einladungen zum Dreierwerfen zugeschickt. Wenn das eine Team in so einer Phase einfach nur weiter konstant trifft und das andere immer patzt, dann ergibt sich schnell eine klare Führung oder ein klarer Rückstand.

Die Bamberger führten nach dem dritten Viertel mit 79:64. Die Gastgeber versuchten, den Rückstand zu verkürzen und schafften es teilweise auch. Aber der  Gegner hieß halt Bamberg. Das war auch für Ryan Thompson der entscheidende Punkt. „In der ersten Halbzeit haben wir eine starke Leistung gezeigt und mit viel Energie gespielt. Leider haben wir im dritten Viertel den Fuß vom Gaspedal genommen und zu passiv agiert. Gegen ein Team wie Bamberg kannst du dir das nicht erlauben“, sagte der Ami. Vieles blieb ein Rätsel an diesem Tag.

Werfer

Ratiopharm Ulm: Miller 18, Evans 17, Thompson 17, Green 8, Ugrai 6, Akpinar 5, Günther 5, Fotu 4, Radosavljevic 4, Schilling 4, Reinhardt 3
Brose Bamberg: Rubit 22, Hickman 16, Rice 16, Taylor 11, Alexander 10, Jelovac 8, Heckmann 7, Zisis 4, Schmidt 3, Stuckey 3

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