Basketball Leibenath gewährt ungewohnten Einblick

Ulms Trainer Thorsten Leibenath hatte zuletzt in der Bundesliga wieder mehr Grund zum Jubeln.
Ulms Trainer Thorsten Leibenath hatte zuletzt in der Bundesliga wieder mehr Grund zum Jubeln. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Sebastian Schmid 27.11.2018
Trainer Thorsten Leibenath hat nach dem Bonn-Sieg ungewohnte Einblicke in seine Arbeit gewährt und unter anderem von einer harten Aussprache nach der Derby-Pleite berichtet. Außerdem äußerten sich der Coach und Geschäftsführer Thomas Stoll zu einer möglichen Vertragsverlängerung.

Nach dem ersten Heimsieg der Bundesliga-Saison gegen Bonn (96:85) verriet Trainer Thorsten Leibenath im Fan-Talk ein paar interessante Details, was zuletzt bei Ratiopharm Ulm im Team so vor sich ging. Beispielsweise gab es nach der Derbypleite gegen Ludwigsburg eine schonungslose Aussprache zwischen ihm und seinen Spielern. „Ich habe mit ihnen über ihre Rollen im Team geredet. Das war eine harte Sache für sie, weil ich sie direkt angesprochen habe – vor allen anderen Spielern“, berichtete der Coach.

Dabei ging es auch um das Thema Spielzeit. Offensichtlich waren/sind ein paar Akteure mit ihren Einsatzzeiten unzufrieden. Leibenath zeigte ihnen deshalb Statistiken der europäischen Topklubs ZSKA Moskau und Real Madrid. „Ich habe den Spielern damit klar gemacht, dass man auch mit begrenzter Spielzeit wichtig für das Team sein kann.“ Eine Lehre, die bei der Mannschaft anscheinend ankam. Zumindest wurden die beiden darauffolgenden Ligaspiele gegen Jena und Bonn dank einer deutlich besseren Teamleistung gewonnen.

„Wir machen langsam kleine Schritte nach vorne“, sagt deshalb Thomas Stoll. Die Auftritte seines Teams haben dem Geschäftsführer von Ratiopharm Ulm  in den ersten Wochen der Saison einige Male fassungslos zurückgelassen. „Uns sind zum Teil katastrophale Fehler unterlaufen.“ Vor allem die Niederlagen gegen Monaco und Gießen, die unter anderem zustande kamen, weil Ulm beim Einwurf Fehlpässe unterliefen, sind ihm ungut in Erinnerung geblieben.

Bei der Teamzusammenstellung wussten Stoll und Leibenath, worauf sie sich einlassen. „Das ist eine junge Mannschaft, und die macht Fehler“, sagt Stoll, der aber nicht damit gerechnet hat, „dass sie so viele Fehler macht.“ Da nach den knappen Niederlagen das Selbstvertrauen der Akteure im Keller war, musste Leibenath Aufbauarbeit leisten. „Da hilft es nichts, draufzuhauen, wie einige Fans gefordert haben“, stellt Stoll klar. Wichtig war, den Spielern das Vertrauen auszusprechen und sie so zu stärken. Zuletzt zeigte sich vor allem bei Ryan Thompson und Patrick Miller, dass diese Arbeit Früchte trägt.

Keine Abnuntzungserscheinung

Leibenath nutzte den Fan-Talk auch für eine kleine Liebeserklärung an den Verein und stellte klar, dass er in seinem siebten Jahr in Ulm keine Abnutzungserscheinungen sieht: „Ich kann für meinen Teil sagen, dass ich genauso hungrig auf den Erfolg und die Arbeit hier bin, wie ich es im ersten Jahr war. Ich liebe die Entwicklung, die der Verein  als Ganzes nimmt. Mir macht das hier riesig Spaß und ich brenne darauf, hier weiterzumachen“, sagt der zweimalige Trainer des Jahres, der diese Aussage aber auf die laufende Saison bezieht.

Gespräche wegen Leibenaths auslaufenden Vertrags hat es laut Stoll nicht gegeben. „Mit Spielern oder dem Trainer reden wir zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nicht“, sagte der Geschäftsführer: „Wenn wir den Anschluss an die Playoff-Plätze geschafft haben und wieder in der Spur sind, werden wir schauen, wie wir uns zukünftig aufstellen.“ Das ist auch ganz in Leibenaths Sinn, der sich ebenfalls aufs Sportliche konzentrieren möchte: „Es ist deutlich zu früh, um über eine Verlängerung zu sprechen.“

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Meilenstein und Kommentatoren-Job

Per Günther hat gegen Bonn in seinem 385. Bundesligaspiel seinen 1100. Freiwurf getroffen Damit ist der 30-Jährige von den aktuell spielenden Akteuren hinter Jenas Derrick Allen (1398) die Nummer zwei der „ewigen“ Bestenliste (seit 1998).

Am kommenden Montag wird Günther für den übertragenden TV-Sender Telekom Sport als Co-Kommentator beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Estland im Einsatz sein.

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