Basketball 2. Bundesliga ProA Lehrstunde mit Rasta Vechta

Die beiden „Grünen“ Bradley Hayes (42) und Seger Bonifant (5) hatten zumindest in den ersten Minuten alles im Griff.
Die beiden „Grünen“ Bradley Hayes (42) und Seger Bonifant (5) hatten zumindest in den ersten Minuten alles im Griff. © Foto: Emmenlauer
Von Helen Weible 05.03.2018

Eine ganz ordentliche Halbzeit bot das Team Ehingen Urspring im zweiten Duell des Doppelspieltags der Basketball ProA gestern Nachmittag. In den zweiten 20 Minuten spulte der Tabellenführer Rasta Vechta schließlich seine ganze Klasse herunter. Den Steeples wurde beim 70:99 (37:48) eine intensive Lehrstunde erteilt. Trainer Domenik Reinboth gestand: „Wir können nur daraus lernen und erkennen, welches Level im Basketball möglich ist.“ Seine Mannschaft habe in der ersten Halbzeit „alles gegeben“, dann habe die spielerische und physische Qualität des Gegners das Spiel bestimmt; darauf habe man beim besten Willen nichts mehr entgegnen können. Vechtas Coach Doug Spradley attestierte dem Gegner eine „gute Organisation“ in der Zonenverteidigung. Tatsächlich musste der Trainer-Guru anfangs schimpfen, da seine Spitzen-Akteure nicht als Einheit funktionierten. 

Ehingen geht mit zwei Niederlagen – am Freitagabend verlor es in Trier mit 74:88 – aber nicht als Verlierer aus dem Wochenende. In der Tabelle bleibt es beim alten Abstand von zwei Siegen Vorsprung auf Baunach und Ulm. Beide Konkurrenten blieben ebenfalls punktlos.

Jugend forsch: Als das Spiel entschieden war, nutzte Rein­both die Gelegenheit und setzte in der Schlussphase noch die Nachwuchsspieler aus Urspring ein. Lucas Loth kam bei seinem ersten Zweitliga-Einsatz sogar auf
einen Punkt von der Freiwurflinie. Nils Leonhardt, der ebenfalls das erste Mal ProA-Luft schnuppern durfte, verewigte sich mit
einem Foul in der Statistik. 

Vor lückenhaften Tribünenrängen – auch kaum Vechta-Fans waren in die JVG-Halle gekommen – begann die Partie vielversprechend. Die Startformation aus Cha Cha Zazai, Seger Bonifant, Davonte Lacy, Bradley Hayes und Kevin Yebo störte den Gegner gut. Die ersten Punkte von Seth Hinrichs glich Lacy prompt aus. Dann fiel der erste Dreier durch Jeremy Dunbar, der mit seinen erfolgreichen Distanzschüssen noch vier weitere empfindliche Nadelstiche setzen sollte. Zazai und Hayes sorgten für die Ehinger Highlights im ersten Viertel, in dem nach drei Minuten den Gastgebern auch mal die Führung gehörte (11:10). Mit vielen defensiven Rebounds gelang es Ehingen, den Gegner in Zaum zu halten. Schade war nur, dass es im Angriff hier und da haperte. Der Fünf-Punkte-Rückstand (19:24) vor dem zweiten Durchgang konnten die Steeples verkraften.

Da immer der letzte Pass zum Abschluss fehlte, kamen die Hausherren nicht voran, während die Gäste nach 14 Minuten erstmals mit zehn Punkten führten (27:37). Bis zur Halbzeit war Lacys One-Man-Show mit 16 Zählern einfach zu wenig. Die Gäste lagen schon zweistellig in Front.

Vechta schließlich abgezockt

Aus der Pause kamen die Rastaner mit jeder Menge Wurffeuer. Ein Dreier nach dem anderen fiel durch den Ring. Reinboth versuchte den Gegner mit einer Auszeit (23.) auszubremsen. Die mittlerweile 20 Punkte Differenz taten weh. Doch es sollte sich ab da nichts mehr an den Kräfteverhältnissen ändern – Vechta zog mit einem 14:3-Lauf auf 75:46 (28.) weg. Und der Blick auf die Statistik nach diesem dritten Viertel nahm selbst dem größten Optimisten den Mut: 13:31 sagte alles.

Im Schlussabschnitt streuten die Ehinger vor allem in Person von Davonte Lacy kleine Läufe ein, die angesichts des hohen Rückstands jedoch verpufften. Schön allemal, als sich die Youngsters noch zeigen durften und der Aufstiegsaspirant so fair war und darauf verzichtete, die 100 voll zu machen.

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