Oakland LeBron James schlägt zurück

LeBron James (am Ball), der überragende Spieler der Cleveland Cavaliers, erzielte im fünften Spiel der NBA-Finals 41 Punkte.
LeBron James (am Ball), der überragende Spieler der Cleveland Cavaliers, erzielte im fünften Spiel der NBA-Finals 41 Punkte. © Foto: afp
Oakland / DPA 15.06.2016
Die Warriors vergeben die erste Chance auf den NBA-Titel. Clevelands James und Irving dominierten mit starken Auftritten Spiel fünf der NBA-Finals.

Die Meistertrophäe für die beste Basketball-Mannschaft der Welt ist wieder eingepackt worden. „Das ist zum Kotzen, wir hatten die Chance, vor unseren Fans die Serie zu beenden“, sagte Superstar Stephen Curry von Titelverteidiger Golden State Warriors nach der 97:112-Heimniederlage. Nun geht der Kampf um den Titel der nordamerikanischen Profiliga NBA am Donnerstag (Ortszeit) in Ohio weiter.

LeBron James und Kyrie Irving von den Cleveland Cavaliers zeigten mit jeweils 41 Punkten eine Gala-Vorstellung. Die eigentlich schon geschlagenen Cavs schafften im fünften Spiel der Playoff-Finalserie in Kalifornien den kaum für möglich gehaltenen Auswärtssieg. In der Best-of-Seven-Serie liegen sie nur noch 2:3 zurück. „Nun haben wir eine weitere Möglichkeit, für einen weiteres Finalspiel zu kämpfen“, sagte James.

Dank der historischen Leistungen von „King James“ und Irving, erstmals in der NBA-Geschichte erzielten zwei Teamkollegen mehr als 40 Punkte in einem Finalspiel, ist der erste NBA-Titel für Cleveland weiter möglich. „Es war einfach nicht unser Abend, wir haben nichts auf die Reihe bekommen“, sagte Warriors-Coach Steve Kerr. Olympiasieger James traf von Außen (vier Dreier), bediente seine Mitspieler (sieben Assists) und schnappte sich 16 Rebounds. „Es war ein Endspiel für uns. Wir haben es verstanden“, sagte der 31-Jährige.

Seinen Aufbauspieler Irving, dem ein neuer Karrierebestwert in den Playoffs gelang, bedachte James mit lobenden Worten: „Es war vielleicht einer der besten Auftritte die ich jemals live gesehen habe. Er war heute spektakulär.“

Nach der ausgeglichenen ersten Hälfte (61:61) zog der Champion der Eastern Conference im dritten Viertel bis auf elf Punkte (93:82) davon. Ohne den gesperrten Draymond Green bekam der Titelverteidiger die beiden Cavs-Spieler nie in den Griff. „Er ist das Herz und die Seele unseres Teams, und wir haben ihn sehr vermisst auf dem Spielfeld“, gab Golden States Klay Thompson nach dem Spiel zu.

Thompson war mit starken 37 Punkten Topscorer der Gastgeber. Curry, der wertvollste Spieler der regulären Saison, zeigte mit 25 Zählern eine ordentliche Leistung. Die „Splash Brothers“ bekamen insgesamt aber zu wenig Unterstützung von ihren Teamkollegen. Auch hier wurde Green schmerzlich vermisst. „Draymond macht von allem ein bisschen“, so erklärte es Curry.

Im dritten Viertel musste der Meister auch auf Center Andrew Bogut verzichten. Der Australier verletzte sich schwer am linken Knie. Sein Einsatz für das nächste Spiel hängt von den Ergebnissen der MRT-Untersuchung ab, die am Morgen nach dem Spiel veranlasst wurde. Die Cavaliers haben nun in eigener Halle die Chance auf den Ausgleich. In der NBA-Geschichte verlor noch nie ein Team nach einer 3:1-Führung das Finale. Es liegt an den Warriors, den Nimbus zu wahren.