Ulm Konstant ist nur die Unkonstanz

Edgar Sosa war gegen die Artland Dragons nicht so treffsicher, wir man es von ihm gewohnt ist. Foto: Oliver Schulz
Edgar Sosa war gegen die Artland Dragons nicht so treffsicher, wir man es von ihm gewohnt ist. Foto: Oliver Schulz
Ulm / SEBASTIAN SCHMID 29.04.2014
Ratiopharm Ulm hat es gegen die Artland Dragons unnötig spannend gemacht. Beim 75:73-Heimsieg zeigte sich einmal mehr, dass die Spieler zu oft in dieser Saison in ihren Leistungen schwanken.

Auf die Frage, warum es die Ulmer Bundesliga-Basketballer am Ende gegen die Artland Dragons noch einmal spannend gemacht haben, antwortete Adam Hess mit Galgenhumor: "Wir machen das alles für die Fans." Spannende Spiele seien für die Zuschauer viel attraktiver als irgendwelche Langweiler. Sein Trainer Thorsten Leibenath wird dem 33-Jährigen nicht widersprechen - was den Unterhaltungsfaktor betrifft. Dass er aber, wie schon vor zwei Wochen gegen Braunschweig, bis zur letzten Sekunde um den Sieg zittern musste, hat Leibenath sicher nicht gepasst.

Denn beim 75:73-Sieg gegen die Artland Dragons zeigte sich einmal mehr, was in der bisherigen Saison das Problem von Ratiopharm Ulm ist: die fehlende Konstanz. Zu viele Spieler schwanken in ihrer Leistung und machen es ihrem Trainer schwer, vor dem Spiel zu prognostizieren, wie was Team auftritt.

Gegen die Dragons präsentierte sich beispielsweise Hess, bei dem sich im Saisonverlauf Licht und Schatten abgewechselt haben, in starker Form. Keinen Fehlwurf leistete sich der Forward, erzielte 14 Punkte und bestätigte seine gute Form aus dem Hagen-Spiel vom Freitag, als er mit 19 Zählern bester Ulmer war. Ob Hess rechtzeitig vor dem Playoffs zu seiner alten Form gefunden hat, vermag Leibenath aber nicht zu versprechen.

Mitunter sind auch die Spieler selbst etwas überrascht, was ihre Leistungen betrifft. Philipp Schwethelm hatte vor der Partie gegen Quakenbrück noch ein gutes Gefühl und versenkte beim Aufwärmen fast jeden Wurf von der Dreierlinie. Im Spiel schaute der Ball dann beim Wurf von exakt derselben Stelle, von der er vor dem Spiel in Serie getroffen hatte, in den Ring und sprang dann aber wieder raus. Solche Tage gibt es halt. Das sah auch Leibenath so, der seinem Team, das einen "schlechten Wurftag" erwischt hatte, keinen Vorwurf machte. Viel mehr nahm der 38-Jährige positiv zur Kenntnis, dass viele freie Würfe erarbeitet wurden.

Schwethelm konnte nach der Partie sogar darüber schmunzeln, dass er sich bei seinem Gefühl vor dem Spiel dermaßen verschätzt hatte. Für den 24-Jährigen ist wichtiger, dass er beschwerdefrei ist. Der Rest kommt dann von selbst. Am besten schon am Donnerstag, wenn Schwethelm an seinem Geburtstag mit Ulm in Trier (15 Uhr) zu Gast ist.

Anders als bei Schwethelm lief es bei Daniel Theis. Der war sogar ein wenig überrascht, wie treffsicher er am Sonntag war. Immerhin hatte der 22-Jährige wegen einer Knieverletzung zuletzt vier Partien aussetzen müssen und erst am Freitag wieder mit dem Wurftraining begonnen. Als Theis im zweiten Viertel aufs Feld kam, war von der Zwangspause zunächst wenig zu sehen. Auf elf Punkte kam er in sieben Minuten, danach fehlte jedoch die Kondition, um weitere Akzente zu setzen.

Nicht den besten Tag hatten hingegen die Aufbauspieler Per Günther und Edgar Sosa erwischt. Bislang hatte Leibenath das Glück, dass, wenn es bei einem der beiden nicht lief, der andere in die Bresche sprang. Gegen Quakenbrück funktionierte das Wechselspiel jedoch nicht wie sonst. Das Duo legte gemeinsam zwar sieben Assists auf, leistete sich aber vier Ballverluste und erzielte nur drei Punkte. In diesem Fall ist es von Vorteil, wenn die Leistung schwankt und es in Trier wieder besser läuft.