BBL Kein zweites Weihnachten: Würzburg siegt verdient gegen Crailsheim

Würzburg / JOACHIM MAYERSHOFER 24.12.2015
Das Derby Würzburg gegen Crailsheim war bis Mitte des dritten Viertels ausgeglichen. Dann legte Dru Joyce einen Zahn zu und setzte seine Mannen gut ins Szene, die stark von der Freiwurflinie waren.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams datiert aus der Saison 2010/11. In der Pro A behielt Würzburg mit 88:77 daheim die Oberhand, verlor in Crailsheim mit 58:68. Am Ende der Spielzeit stieg Würzburg in die BBL auf. Dort kam es nun gestern Abend zu mehreren Wiedersehen: Merlins-Trainer Ingo Enskat plauderte vor der Partie entspannt mit Joshiko Saibou, vergangene Saison noch für die Zauberer am Ball; Adam Chubb und Konrad Wysocki trafen auf ihren ehemaligen Mannschaftskameraden und Baskets-Spielmacher Dru Joyce, mit dem sie in Oldenburg 2013 deutscher Vizemeister geworden waren. Und dazu sind Saibou und Merlins-Forward Steven Monse seit gemeinsamen Berliner Jugendzeiten sehr gut befreundet.

Nach zwei Bundesliga-Niederlagen in Folge wollte der überraschend stark in die Saison gestartete Aufsteiger (Platz 5; neun Siege, vier Niederlagen) daheim zurück in die Erfolgsspur finden. Crailsheim wollte den Schwung aus dem zu Hause gegen Bayreuth gewonnen Weihnachtsspiel mitnehmen und den ersten Saisonerfolg in der Fremde - und den fünften Sieg ingesamt - einfahren.

300 mitgereiste Fans unterstützten die Merlins, die schwer ins Spiel kamen. Enskat nahm schon nach etwas mehr als zwei Minuten die erste Auszeit. Insbesondere das Spiel unter dem Korb dominierten die Hausherren, erzielten 28 von 46 Punkten bis zur Halbzeit in der Zone. Teils mit spektakulären Flugeinlagen und Dunks, die die Anhänger der Baskets in ausverkaufter Halle (3140 Zuschauer) entzückten. Zwischenzeitlich versuchte Ingo Enskat deshalb mit einer großen Aufstellung - Chubb, Wysocki, Patrick Flomo und Tim Schwartz gleichzeitig auf dem Parkett - um Aufbauspieler Jordan Callahan, den Würzburger Fliegern Einhalt zu gebieten - mit bedingtem Erfolg. Das Heimteam vergrößerte seinen Vorsprung zur Halbzeit auf acht Zähler.

Aus dieser kamen die Merlins mit mächtig Dampf, minimierten den Rückstand Punkt um Punkt und hatten mehrmals die Chance, auszugleichen oder gar in Führung zu gehen (49:47), was übrigens während der Partie kein einziges Mal gelang. Doch dieses Momentum konnten sie nicht nutzen. Matt Stainbrook, gestern bester Crailsheimer, wehrte sich im dritten Viertel vehement. Doch Dru Joyce übernahm nun das Zepter. Mit acht Punkten in Serie kurz vor und nach der Viertelpause sorgte er für das 77:59 für seine Farben. 4:31 Minuten vor Schluss wurde er unter tosendem Applaus ausgewechselt. Ruben Spoden wurde für seine 15 Punkte mit MVP-Sprechchören gefeiert.

Auffällig bei den Würzburgern: Sie verwandelten 22 von 25 Freiwürfen, waren den Merlins auch bei den Assists (24:14) und den Rebounds (35:26) überlegen.
 

Würzburg - Crailsheim 97:77 (46:38)

Zuschauer: 3140 (ausverkauft)

Würzburg: Ebert (2 Punkte), Saibou (6), Ugrai (2), Spoden (15), Tuttle (8), Betz (6), Joyce (13/3 von 6 Dreiern/6 Assists), Ulmer (18), Long (11/8 Rebounds), Lane (10), Searcy (6)

Crailsheim: Wysocki (12), Chubb (17), Callahan (10), Ely (10), Calvin (9), Stainbrook (11/9 Rebounds), Cizauskas (4/8 Assists), Jost (4), Schwartz, Monse, Frazier, Flomo

Die Viertel im Überblick: 22:19, 24:19, 28:21, 23:18