Basketball Jerusalem ist Ulms BBL-Serie egal

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Helen Weible 15.12.2016

So glatt es in der Liga für Ratiopharm Ulm läuft, so holprig sind die Leistungen auf Europaebene. Nach dem Sensationssieg am Sonntag über Bamberg verloren die Ulmer gestern in der Pais-Arena von Jerusalem mit 64:69 (26:38). Durch die vierte Niederlage beendet Per Günther und Co. die Vorrunde im Eurocup als Tabellendritter und trifft in der Runde der Besten 16 auf den FC Bayern München, der gestern Budocnost 80:66 schlug. Zudem muss Ulm in den Westen Russlands (Khimki Moscow) und nach Litauen (Lietkabelis Panevezys).

Vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse (6850 Zuschauer) begann das Spiel mit einer Show des Ex-NBA-Stars Amar’e Stoudemire. Der 34-Jährige mit der gelb getünchten Brille als Markenzeichen, ließ die Ulmer in den ersten Minuten wie Schuljungen aussehen. Ob aus einem Pick’n’Roll, einem Dunking mit weitem Sprung oder mit einem lockeren Distanzwurf: der Altmeister von Hapoel Jerusalem drehte auf und markierte elf der zwölf ersten Punkte für die Gastgeber (12:10).  Auf Ulmer Seite funktionierte die Offensive allerdings auch. Da’Sean Butler hatte mit einem Dreier die Partie für die Ulmer eröffnet, zwischenzeitlich führte das Team von Thorsten Leibenath 10:6, aber mit 19:14 ging das erste Viertel schließlich an Stoudemire und seine Mannschaft. Im zweiten Durchgang, in dem Leibenath die Youngsters Joschka Ferner und David Krämer aufs Feld schickte, erspielten sich die Ulmer mit einem 9:2-Lauf einen kleinen Vorteil (23:21). Dann legte die Offensive der „Roten“ eine Schippe drauf und der Vorsprung von Hapoel wuchs auf zehn Punkte an (34:24). Bis zum 38:24 war dem Team von Simone Piangiani sogar ein 17:1-Lauf gelungen. Die Ulmer gingen so mit einem hohen Rückstand (26:38) etwas konsterniert in die Pause – aufstecken wollten sie aber noch lange nicht.

Nach der Halbzeit tat Ulm mehr für den Erfolg, obwohl teilweise einfach die Bälle nicht ihren Weg in den Korb fanden. Karsten Tadda etwa hatte gar kein Wurfglück, Per Günther kam nur auf mickrige drei Punkte. Dafür war Braydon Hobbs mit drei Dreiern aus sechs Versuchen noch am besten aufgelegt. Die Punkte und seine feinen Passqualitäten zu Raymar Morgan (13 Punkte) verhalfen den Ulmern nach fünf Minuten wieder auf vier Zähler heranzukommen (42:46). Doch die Wende kam nicht. Mit 46:53 ging es ins Schlussviertel und zudem gerieten die Ratiopharm-Korbjäger in Foulprobleme. Per Günther musste auf die Bank – seine Kollegen ließen solidarisch einen 13:0-Lauf zur 59:55-Führung folgen (36.). Dann kassierte auch Morgan sein fünftes Foul und Curtis Jerrells, mit 20 Punkten Topscorer, verhalf seinem Team zum Sieg. Helen Weible

Meiste Punkte Ulm: Morgan 13,
Hobbs 11, Butler 9.