Merlins Ingo Enskat über sein Aus und den neuen Merlins-Coach

Tuomas Iisalo trägt schon die Kleidung der Crailsheim Merlins. Am Sonntagabend leitete er die erste Trainingseinheit in der Hakro-Arena. Morgen gegen Braunschweig sitzt er zum ersten Mal auf der Merlins-Bank.
Tuomas Iisalo trägt schon die Kleidung der Crailsheim Merlins. Am Sonntagabend leitete er die erste Trainingseinheit in der Hakro-Arena. Morgen gegen Braunschweig sitzt er zum ersten Mal auf der Merlins-Bank. © Foto: Steffen Förster
Crailsheim / JOACHIM MAYERSHOFER 15.03.2016
Der neue Merlins-Trainer Tuomas Iisalo soll die abhandengekommene Leichtigkeit zurück ins Crailsheimer Spiel bringen, wenn es nach seinem Vorgänger Ingo Enskat geht. Der sieht sein Aus realistisch.

"Ich bin weder traurig noch erleichtert, dass ich nicht mehr Trainer bin. Als Typ bin ich realistisch", erklärte Ingo Enskat gestern gegenüber dem HT. Nachdem er erkannt habe, dass Umstellungen in der Spielanlage, verschiedene Team-Building-Maßnahmen und Mentaltraining wirkungslos geblieben waren, sei der Rückzug vom Amt des Trainers seines Erachtens nach und nach Rücksprache mit den anderen Merlins-Machern "die bestmögliche Lösung zu diesem Zeitpunkt", so Enskat (wir haben berichtet). Er sei bereits "im Modus drin", jetzt wieder als sportlicher Leiter zum Erfolg der Zauberer beizutragen. Mit der Verpflichtung eines neuen Trainers habe man zehn Spiele vor Saisonschluss einen "frischen Impuls" setzen wollen, im Glauben, dass der Neue größere Chancen habe, die Spieler mitzureißen. "Die Mannschaft hat Potenzial, es geht darum, den Block im Kopf zu zerbröseln und die Leichtigkeit wieder aufs Feld zu bringen", sagte Enskat.

Positives Feedback aus Finnland

Nach Abwägung vieler Faktoren und der Diskussion über mehrere Trainerkandidaten - "auch bekannte Namen kamen auf den Tisch", so Enskat - fiel die Wahl auf den 33-jährigen Finnen Tuomas Iisalo. "Wir brauchten jetzt jemanden, der in die Halle kommt und die Mannschaft sofort überzeugen kann. Das Feedback unserer finnischen Freunde aus Kouvola über ihn war durchweg positiv."

Iisalo lebte als Kind einige Jahre in Deutschland, wie Enskat berichtete. Er verstehe Deutsch noch ganz gut und spreche es auch besser "als mancher US-Profi, der schon jahrelang in Deutschland spielt", merkte sein Vorgänger mit einem Lächeln an. "Aber Englisch fällt ihm leichter."

Der 33-jährige Finne spielte in seiner Heimat 15 Jahre und 532-mal in der höchsten Basketballliga, absolvierte dazu 57 Länderspiele. Ins Trainergeschäft stieg er 2014/15 beim finnischen Erstligisten Honka Tapiola ein, wo Iisalo als Novize unter schwierigsten Bedingungen (sehr geringes Budget, finanzielle Probleme des Klubs) arbeiten musste. 2015 meldete der Verein Konkurs an und musste sich aus der Korisliiga zurückziehen, wie die Merlins mitteilten.

"Er hatte richtig Bock, hierher nach Crailsheim zu kommen und für uns zu arbeiten", freute sich Ingo Enskat über die Zusage des neuen Trainers. Wie lange der Vertrag des Finnen läuft, dazu konnte der sportliche Leiter keine genaue Aussage machen, fügte aber an: "Wir sind schon immer ein Verein, der perspektivisch denkt!" Man müsse schauen, ob sich das Gefühl entwickle, dass es passt. "Es zeichnet die Merlins aus, dass wir eine eingeschworene Truppe sind. Wir wollen Tuomas so schnell wie möglich integrieren."

Wunder dürfe man vom neuen Mann an der Seitenlinie aber nicht sofort erwarten, betonte Enskat. "Es ist die gleiche Mannschaft mit den gleichen Jungs. Wir sind aber zuversichtlich, dass Tuomas einen guten Job für die Merlins machen wird und wir mit ihm wieder frischen Wind ins Team bringen können."

Der sportliche Leiter wird übrigens nicht auf der Auswechselbank Platz nehmen. "Da sollen sich Tuomas und Kai (Buchmann; Co-Trainer) austoben", betont Enskat. Er werde in der Nähe von Manager Martin Romig sitzen.

Weniger Geld fürs Team

Wie gestern bekannt wurde, fehlen den Basketball-Löwen Braunschweig rund 850.000 Euro im Etat für die kommende Spielzeit 2016/17. Der Klub stellt klar, dass es sich nicht um ein Existenzproblem handle, dass aber der Mannschaft deutlich weniger Geld zur Verfügung stehen würde.

SWP

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