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Crailsheim
Oldenburg / hel  Uhr

Die Mannschaft der Hakro Merlins Crailsheim bekommt von den gegnerischen Coaches in schöner Regelmäßigkeit eine Menge an Komplimenten und Nettigkeiten ausgesprochen. Da macht auch der Oldenburger Coach Mladen Drijencic keine Ausnahme. „Die Mannschaft hat sehr viel Qualität, ist bestimmt besser, als es der Tabellenplatz besagt“, ist er überzeugt.

Drei Spiele in denen sie gut mithalten konnten, gingen für die Crailsheimer bekanntlich ganz knapp verloren. Ob sich das Blatt jetzt heute ausgerechnet in Oldenburg wenden wird? Die Gastgeber, aktuell Tabellenvierter, gehören zu den Schwergewichten der Liga. Eine Herkulesaufgabe also, die da auf Tuomas Iisalo und sein Team zukommt.

Viel Respekt zeigt Mladen Drijencic besonders vor Frank Turner, dem „Manager des Crailsheimer Spieles, der Verantwortung übernimmt, aber auch clever zu dosieren weiß, welche Energie in der jeweiligen Situation vonnöten ist. Außerdem hat Crailsheim eine der besten prozentualen Dreierquoten der Liga.“

Playoff-Platz als Ziel

Oldenburg spielt in dieser Saison nicht international, das hat, laut Drijencic Vor- und Nachteile. „Positiv ist: Wir können im Training länger und intensiver arbeiten, an uns und auf den Gegner bezogen, haben damit eine gute Trainingssteuerung. Der Nachteil: Das gemeinsame Reisen auf dem Flugplatz, mit dem Bus und so weiter kann für das Teambuilding wichtig sein. Somit ist die Trainingswoche ein bisschen lang und man muss auch die Stimmung hochhalten.“

Was das Abschneiden in der Liga bislang angeht, sieht sich der Oldenburger Coach im Soll. „Ulm, Frankfurt, Ludwigsburg geschlagen, gegen das Gießener Überraschungsteam verloren, jetzt aber das Derby gegen Vechta auch wieder deutlich für uns entschieden“, zeigt der Oldenburger Trainer Schlaglichter des bisherigen Saisonverlaufes auf.  Ziel der Mannschaft in der Liga: Einen Playoff-Platz sichern. Idealerweise einen, der die Niedersachsen dort mit Heimrecht starten lässt, also Rang 1 bis 4. „Die Mannschaften liegen dicht beieinander. Crailsheim war in Bonn fast auf der Siegerstraße. Also werden wir die Merlins auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen“, verdeutlicht Mladen Drijencic.

Zwei Spieler aus dem Merlins Kader haben zu Oldenburg eine besondere Beziehung. Philipp Neumann hat von 2013 bis 2015 dort gespielt (Drijencic: Ich kenne ihn seit der U-18-Nationalmannschaft) und mit dem Team den deutschen Pokal gewonnen. Und auch Konrad Wysocki spielte unter Trainer Sebastian Machowski von 2012 bis 2014 für die Niedersachsen.

„Oldenburg hat eine sehr stabile Mannschaft“, unterstreicht Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat. „Sie agieren häufig mit einer relativ kleinen Rotation, haben aber Spieler, die wirkliche Kaliber sind.“ Was könnte für die Merlins eine Erfolgsformel in der Fremde sein? „Wir müssen uns auf die eigenen Stärken konzentrieren, den Ball gut laufen lassen, die freien Räume suchen und nutzen, natürlich die Turnovers minimieren, einfache Gegenpunkte etwa durch Fastbreaks und zweite Chancen vermeiden. Das würde sonst ein Topteam wie Oldenburg sofort bestrafen. Sicherlich brauchen wir einen sehr guten Tag, wenn wir etwas erreichen wollen. Oldenburg agierte im Derby zuletzt gegen Vechta von Beginn an hochkonzentriert. Die Gastgeber haben nicht eine spezielle Stärke, auf die man sich als Gegner einstellen muss, sondern zahlreiche sehr starke, ballsichere, entscheidungsfreudige Spieler.“

Bekannte Namen im Kader

Mit im Kader stehen bei den Gastgebern die deutschen Nationalspieler Karsten Tadda und Philipp Schwethelm, der starke Point Guard Wil Cummings, aus der Türkei nach Oldenburg gekommen, Routinier Rickey Paulding, der österreichische Nationalcenter Rasid Mahalbasic, Frantz Massenat sowie Nathan Boone oder Vojdan Stojanovski.

Nachdem Brion Rush bei den Merlins nicht mehr mit von der Partie ist, „bedeutet das für jeden Spieler natürlich auch eine neue Chance, sich zu präsentieren“, betont Enskat. In der Trainingswoche gab es, seinen Worten zufolge, keine Besonderheiten. Coach Iisalo arbeitete an der Abstimmung auf die Spielsituation mit den Stichworten, physische Präsenz, Ausboxen, Defensearbeit.

Fünf Siege und nur zwei Niederlagen haben die Oldenburger bis dato auf dem Liga-Konto. Beide Pleiten gab es nacheinander gegen die Gießen 46ers (97:88) und die FC Bayern Basketballer (95:74), die in der Tabelle vor den EWE Baskets rangieren. Nur ALBA Berlin steht ebenfalls noch vor den viertplatzierten Niedersachsen, die zum siebten Mal in Folge in die Playoffs einziehen wollen. „Oldenburg hat eine extrem starke und ausgeglichene Rotation von acht Spielern, die überall in der Liga auch Starter sein könnten. Außerdem passen die einzelnen Puzzleteile perfekt zusammen. Jeder Spieler kennt seine Rolle und füllt sie entsprechend aus. Oder um die EWE Baskets mit einem Wort zu beschreiben: solide!“, erweist Headcoach Tuomas Iisalo den Gastgebern seine Referenz.

Bei den Merlins konnte Sherman Gay in der Woche „nicht richtig trainieren“ (Enskat). Er plagt sich mit einer Kapselverletzung herum und vor der Abreise der Merlins gestern war nicht klar, ob er spielen kann.

Info EWE Baskets Oldenburg – Hakro Merlins Crailsheim, Samstag, 20.30 Uhr