Ratiopharm Ulmer Basketballer im Anflug auf Sieg Nummer 13

Akrobatischer Ulmer: Chris Babb lupft die Kugel gegen Krasnodar Richtung Korb.
Akrobatischer Ulmer: Chris Babb lupft die Kugel gegen Krasnodar Richtung Korb. © Foto: Langer / Eibner-Pressefoto
Ulm / Helen Weible 17.12.2016

Gruppenfoto an der Klagemauer, Besuch beim Hauptsponsor Teva, rein in den Flieger, rein in den Bus, Check-in im Hotel – und schließlich  nichts wie hinein in die Heimstätte des Gastgebers Vechta, dem Rasta-Dome. Tipoff am Samstag, 20.30 Uhr, live auf Telekom Basketball. 2800 Kilometer Luftlinie Entfernung zur Doppelstadt schrumpften immerhin auf knapp 500 km zusammen. Am Sonntagmorgen geht’s mit dem Flieger wieder zurück nach München, und schließlich in die Heimat.

Mit einer Niederlage kommen die Basketballer von Ratiopharm Ulm von dieser rekordverdächtig langen Reise sicherlich zurück. Das 64:69 bei Hapoel Jerusalem spielt aber längst keine Rolle mehr in den Köpfen der Ulmer. In dieser letzten Eurocup-Vorrundenpartie habe man den Spielern angemerkt, „dass sie spielen, wie wenn es egal ist, ob wir Zweiter oder Dritter werden“, erklärt Trainer Thorsten Leibenath, der aber mit der Leistung seiner Jungs in der zweiten Halbzeit zufrieden war. Nach den bisherigen drei Niederlagen gab es daraufhin „immer eine positive Reaktion“ seines Teams. „Die kann ich auch in Vechta erwarten.“

Die Fast-Bonn-Bezwinger

Leibenath hat Respekt vor dem Aufsteiger, bei dem der Ex-Ulmer Philipp Neumann untergekommen ist. „Es ist keine schlechte Mannschaft. Das hat man erst im Spiel in Bonn gesehen. Da hatten sie ihre Chancen. Eigentlich hätten sie das Spiel gewinnen müssen.“ Erst in der Verlängerung mussten sich die Rasta-Korbjäger mit 83:88 den Bonnern geschlagen geben. Im Grunde hätten sie in der regulären Spielzeit einen Deckel drauf machen müssen. Ohne den nach Spanien abgewanderten Spielmacher Scott Machado lieferten sie eine starke Partie ab. Darum weiß der Ulmer Coach, mit welchem Team er es zu tun bekommt. Der Tabellen-17. steht nach sechs Heimniederlagen mit dem Rücken zur Wand und braucht dringend ein Erfolgserlebnis. „Wir sind das einzig verbliebene ungeschlagene Team, jede Mannschaft geht uns mit hoher Motivation an“, sagt der 41-Jährige. Die Rastaner unter Trainerfuchs Andreas Wagner werfen vor allem oft und gut aus dem Zweierbereich. Die Ulmer müssen sich darauf konzentrieren, deren „druckvolle Offense und starke Präsenz unterm Korb“ einzudämmen.

 Es gibt insgesamt drei statistische Kategorien, in denen Vechta ein Fünkchen besser abschneidet als Ulm:  Im Schnitt kommen sie auf mehr Steals, nämlich 7,4 (Ulm: 6,5). Auch bei den Offensivrebounds hat Rasta ein Übergewicht von 0,4 Korabprallern mehr. Aus der Ferne schießt „der geilste Club der Welt“, wie es auf der Homepage zu lesen ist, auch besser: 36,5 Prozent Trefferquote bei den Dreiern schlagen die 36,1 Prozent von Ulm. Für die sicheren Dreierschützen auf Gästeseite wie Per Günther und Chris Babb, wäre es schön, wenn sie mal wieder ein paar in Serie versenken könnten. Gerade Babb hatte in Jerusalem Schwierigkeiten. Aus neun Würfen fielen nur zwei jenseits der 6,75-m-Linie. Und auch der Kapitän hatte wenig Wurfglück.

Geske freut sich auf Idol

Apropos Spielmacher-Position: Vechta ist natürlich eifrig auf der Suche nach einem Nachfolger für Machado. Möglicherweise steht schon am Samstag einer auf dem Parkett. Ansonsten gibt es aber ein schönes Aufeinandertreffen zweier Point Guards aus dem „Hagener Lager“.  Der 22-jährige Niklas Geske freut sich immer, gegen sein Vorbild Per Günther zu spielen, der einst auch in Hagen groß wurde. Bevor es zu weihnachtlicher Zeit in den Audi-Dome gegen den FC Bayern geht, steht am Mittwoch (19 Uhr) erst noch das Spiel gegen die s.Oliver Baskets Würzburg an.

Praller Terminkalender Anfang 2017

Das neue Jahr beginnt nicht nur mit drei Heimspielen im Eurocup, für die es Tickets unter ratiopharmulm.com gibt. Am 21. oder 22. Januar steht für die Ulmer Basketballer zudem ein Pokal-Qualifikationsspiel an. Auf wen Ratiopharm Ulm trifft, entscheidet sich am 30. Dezember in der Halbzeit der Partie FC Bayern München gegen die Löwen Braunschweig. Nur bei einem Ulmer Sieg geht’s nach Berlin zum Top Four am 18./19. Februar.

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