Basketball Hobbs: Wiedersehen macht allen Freude

Braydon Hobbs, hier der vergangenen Saison gegen Würzburg, in einer seiner typischen Spielsituation: Nach links schauen, den Ball aber nach rechts passen.
Braydon Hobbs, hier der vergangenen Saison gegen Würzburg, in einer seiner typischen Spielsituation: Nach links schauen, den Ball aber nach rechts passen. © Foto: Schwerdtfeger
tgo 30.12.2017
Ratiopharm Ulm spielt am Samstag um 15 Uhr in der Arena gegen den Tabellenführer FC Bayern. Das Team aus München gilt als Favorit.

Besser hätte es zum Jahresausklang nicht kommen können:  Ratiopharm Ulm versus FC Bayern München. Auf der einen Seite  das Team von der Donau, das nach einem schwachen Saisonstart zuletzt in der Bundesliga acht Siege in Folge feiern konnte und auf Tabellenplatz sieben steht. Die erste Runde im Eurocup mit zwei Siegen und acht Niederlagen war dagegen zum Vergessen.

Ganz anders der FC Bayern: Im Eurocup läuft es derzeit genauso geschmiert wie in der Liga. International haben die Münchner als Gruppenerster die Top-16-Runde erreicht mit nur einer Niederlage im nicht mehr bedeutsamen letzten Spiel am vergangenen Mittwoch. In der BBL stehen elf Siege in Folge zu Buche. Die bisher einzige Saisonniederlage gab es im Oktober gegen Würzburg.

Zwei Teams also, die sich am Samstag wieder auf hohem Niveau gegenüberstehen werden (Ratiopharm-Arena, 15 Uhr).  Und damit es danach zu keinem größeren Trennungsschmerz kommt, treffen sich beide Mannschaften am 20. Januar  in der Rückrunde wieder (wurde verlegt).

Bei dieser Konstellation ist es kein Wunder, dass zumindest die Ulmer Spieler heiß sind auf das Duell mit den Bayern. Allen voran Tim Ohlbrecht. Der verletzte sich bekanntlich vor einem Jahr beim Auswärtsspiel in München schwer am Knie und feierte erst am vergangenen Mittwoch  im Eurocup-Spiel gegen Trento ein vielversprechendes Comeback.

Als der Center vor zwei Wochen gefragt wurde, ob er sein Bundesliga-Comeback gegen den FC Bayern geben wolle, sagt er ohne zu zögern: „Klar, will ich!“ Und nun klappt es tatsächlich: „Ich freue mich jedenfalls extrem auf das Spiel.“ Aber nicht nur Ohlbrecht.  Auch Center-Kollege Isaac Fotu kann es kaum erwarten: „Jeder freut sich schon, auch weil es ein Heimspiel ist und unsere Fans uns total unterstützen werden.“  Für den Neuseeländer ist klar: „Die Bayern sind derzeit eines der besten Teams in Europa. Deshalb sind wir alle aufgeregt, einen solchen Gegener vor der Brust zu haben. Jeder wird sein Bestes geben müssen.“

Da’Sean Butler kann sich seinem Teamkollegen nur anschließen: „Die sind so gut besetzt, dass sie mit hoher Qualität jeden Spieler ersetzen können.“ Ganz besonders freut sich der Amerikaner auf seinen letztjährigen  Mitstreiter Braydon Hobbs,  der nach einem Jahr in Ulm im Sommer 2017 an die Isar wechselte. „Persönlich ist er großartig. Und auf dem Parkett ist er unglaublich intelligent. Dazu kommt, dass er immer besser werden will und damit seine aktuellen Mitspieler mitreißt“, schwärmte Butler.

Ratipharm-Coach Thorsten Leibenath ist ebenfalls gespannt auf das Wiedersehen mit dem Spielmacher, über den Uli Hoeneß, der Bayern-Präsident, kürzlich gesagt hat: „Der macht verrückte Dinge, wie an einer Ampel: Er blinkt links und biegt rechts ab.“ Was für einen Ordnungshüter ein klarer Fall zum Einschreiten wäre, ist für Basketball-Fans die hohe Kunst des Ballverteilens. nämlich die legendären No-look-Pässe, mit denen er so manchmal die Gegenspieler aufs Glatteis gelockt hat.

Eine Qualität, die auch Leibenath zu schätzen gelernt hat. „Wenn man das Besondere dieser Münchner Mannschaft definieren möchte, muss man die Spielweise von Hobbs erwähnen“, sagte der Coach und macht kein Hehl daraus, dass er den Amerikaner gerne wieder im Ulmer Kader gesehen hätte. Gegen die Bayern war da nichts zu machen.

Taktik zum Südschlager: Gut in Korbnähe verteidigen

Die Bilanz der Bundesliga-Partien zwischen Ulm und dem FC Bayern weist die MÜnchern als Favoriten aus. Zuhause konnten die Ratiopharm-Korbjäger  von sechs Partien nur drei gewinnen, auswärts von sechs nur ein Spiel. 61,6 Prozent ihrer Zweipunktwürfe verwandeln die Münchener, kein Team der Liga ist besser innerhalb der 6,75-Meter-Linie. Ulm wiederum verwandelt 39,6 Prozent von der Dreierlinie, aktuell zweitbester Wert der BBL.  Heißt taktisch: Ulm braucht dringend eine gute Verteidigung in Korbnähe. Auch deshalb ist es gut, dass Tim Ohlbrecht wieder zurück ist, zumal die angeschlagenen Harangody und Benimon, beide für gute Reboundarbeit bekannt, auszufallen drohen. Ein entscheidender Faktor wird die Ballkontrolle sein, die die Gastgeber brauchen, um die Münchner in ihren offensiven Möglichkeiten zu limitieren. In der Eurocup-Partie gegen Trento, von Thorsten Leibenath als Blaupause für das Bayern-Spiel definiert, gab es noch zu viele Punkte für den Gegner aus Ballverlusten der Ulmer und Schnellangriffen. tgo