Während die starken Leistungen der Vechtaer nur teilweise überraschen, ist es vor allem der gute Saisonstart der Crailsheimer, der für Erstaunen sorgt. Nach zuletzt zwei Niederlagen ist zwar wieder etwas Realität bei den „Zauberern“ eingekehrt, doch die positive Stimmung bleibt bestehen. Heute soll der sechste Saisonsieg gelingen.

Vor etwas mehr als einem Jahr standen sich die beiden Mannschaften erstmals in der BBL gegenüber. Zusammen sind Crailsheim und Vechta aufgestiegen und als Abstiegskandidaten in die vergangene Saison gegangen. So war es auch nicht verwunderlich, dass das Aufeinandertreffen am sechsten Spieltag als Schlüsselspiel angesehen wurde.

Das Spiel hielt, was es versprach, viel (Abstiegs-)Kampf und wenig ansehnlichen Basketball. Am Ende feierte Vechta einen 70:68-Sieg per Buzzer-Beater. Das Spiel war letztendlich richtungsweisender als viele dachten, denn die Niedersachsen verabschiedeten sich schnell aus dem Tabellenkeller und zogen in die Play-offs ein, während die Merlins bis zum letzten Spieltag zittern mussten.

387 Tage später treffen die beiden Mannschaften wieder in der Arena Hohenlohe aufeinander, doch die Vorzeichen könnten kaum unterschiedlicher sein als im letzten Jahr. Sowohl die Merlins als auch Rasta stehen bereits bei fünf Siegen und haben damit vorerst etwas Abstand zum Tabellenkeller. Nach einem furiosen Saisonstart mussten die Crailsheimer zuletzt zwei Niederlagen, gegen Oldenburg und Ludwigsburg, wegstecken. Das Momentum scheint aktuell bei den Niedersachsen zu liegen. Die Norddeutschen starteten mit drei Niederlagen in die Saison, gewannen dafür ihre letzten fünf Ligaspiele und schlugen unter der Woche in der Champions League den Sieger von 2018 AEK Athen.

Aufsehenerregende Aufholjagd

Noch aufsehenerregender war die Aufholjagd am vergangenen Samstag. Innerhalb von neun Minuten holten die Vechtaer eine 27-Punkte-Rückstand auf und entschieden das Spiel gegen Braunschweig für sich. Die Statistik spricht wiederum für die Hohenloher. Bessere Field-Goal- und Dreierquoten, mehr Rebounds und Assists legen die Crailsheimer bisher auf. Nur die Freiwürfe sitzen bei Vechta öfter.

„Hoffentlich finden wir schnell wieder unseren Rhythmus“, so Crailsheims Trainer Tuomas Iisalo nach dem spielfreien Wochenende. „Vechta kommt mit breiter Brust nach den Siegen gegen Athen und Braunschweig. Es wird eine schwere Aufgabe, aber wir haben gezeigt, wenn wir intensiv und fokussiert spielen, dann können wir mit jedem in der Liga mithalten.“

Trotz aufsteigender Form verpflichteten die Gäste diese Woche nach. Der 22-jährige Jordan Davis kommt aus Spanien. „Crailsheim spielt in dieser Saison einen sehr guten Basketball. Gefühlt landet der Ball immer da, wo er gerade hinsoll“, so Gästecoach Pedro Calles „Wir müssen schauen, dass wir die Crailsheimer Offensive in den Griff bekommen und ihnen nicht zu viele Möglichkeiten lassen“, lautet die Vorgabe des Vechta-Trainers für die Partie der beiden Vorjahresaufsteiger. „Und natürlich müssen wir uns wieder auf eine laute Halle einstellen“, weiß Calles.

Dass die Crailsheimer ihr letztes Spiel vor zwei Wochen hatten, Vechta hingegen ständig in der Pflicht und auf Reisen ist, könnte ein Vorteil für das Team von Trainer Tuomas Iisalo sein. „In Europa zu spielen, macht großen Spaß. Wir empfinden dies nicht als Belastung“, entgegnet dem Vechtas Pressesprecher Jörn Bente. Allerdings gehe der Verein mit der Teilnahme an der Champions League ein finanzielles Risiko ein. „Ich hoffe, dass durch den Sieg über Athen jetzt noch mehr Zuschauer zu den Heimspielen dienstagabends kommen.“

Vier Siege haben die Rastas in ihrer ersten Saison auf europäischer Ebene bereits eingefahren. „In den meisten Spielen waren die Gegner klarer Favorit und haben uns unterschätzt. Bis die gemerkt haben, dass wir auch Basketball spielen können, war es oft zu spät.“ Ziel des Vereins in dieser Runde sei ein Nichtabstiegsplatz, „wir haben drei Leistungsträger im Sommer verloren. Die können wir nicht einfach so ersetzen“, weiß Bente, dass eine Wiederholung der tollen Vorsaison kaum möglich sein dürfte.

Bei den Merlins ist der Einsatz von Jeremy Morgan weiterhin fraglich. Der Neuzugang aus Finnland fehlte bereits im letzten Spiel gegen Ludwigsburg.

Info Crailsheim – Vechta, Samstag, 20.30 Uhr in der Arena Hohenlohe in Ilshofen

So spielten sie


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