Basketball Günther und Bryant sorgen für Höhepunkt beim Allstar-Spiel

Hier wird der Ulmer Center John Bryant gleich seinen linken Arm ausfahren und Per Günther aus der Umlaufbahn schießen.
Hier wird der Ulmer Center John Bryant gleich seinen linken Arm ausfahren und Per Günther aus der Umlaufbahn schießen. © Foto: Imago
Ulm / THOMAS GOTTHARDT 21.01.2013
Mit einer nicht geplanten und nicht einstudierten Nummer haben Per Günther und John Bryant das Nürnberger Publikum beim Allstar-Spiel begeistert. Der Center half seinem Teamkollegen beim Dunking.

Es war die Szene des Allstarspiels "National" gegen "International", die 7400 Zuschauer hochspringen und jubeln ließ. Bereits im ersten Viertel hatte es ein kurzes Privatduell zwischen den beiden Ulmern Per Günther und John Bryant gegeben, die beide als Starter gewählt wurden. Per Günther, 1,84 m groß und 80 kg schwer, war in seiner typischen Art und Weise zum Korb gezogen, wurde aber vom Ulmer Center, 2,11 m groß und 130 kg schwer, mit dem linken Arm gnadenlos weggeblockt. Günther rutschte ein wenig herum, sprang dann mit gespielter Entrüstung auf, um sich bei den Schiedsrichtern wegen des ausgebliebenen Pfiffes zu beschweren. Bryant lachte nur . . .

Dann der Höhepunkt Mitte des letzten Viertels - nicht nur aus Ulmer Sicht: Günther zieht wieder zum Korb, setzt zu einem Dunking an, was mit 1,80 nicht einfach ist. Um seinem "kleinen" Teamkollegen bei dem kühnen Vorhaben zu helfen, packt Bryant mit beiden Händen Günther an den Hüften und hebt ihn locker hoch - Günther stopft den Ball durch die Reuse. Die Zuschauer sind aus dem Häuschen, stehen auf, grölen. Nach den 40 Minuten versichern beide, das im Training nicht geübt zu haben. Auch Thorsten Leibenath hatte diese Aktion noch nicht gesehen, war aber ebenso begeistert.

Es war ein toller Schlusspunkt des mehrstündigen Spektakels in der ausverkauften Nürnberger Arena. Die "Nationalen", mit Philipp Schwethelm als drittem Ulmer, waren gegen das Team "International", das vom Bamberger Meistercoach Chris Fleming betreut wurde, einigermaßen chancenlos und verloren 95:113. Als bester Werfer der Internationalen sicherte sich Bryant mit 19 Punkten zum zweiten Mal in Serie den Titel des wertvollsten Spielers (MVP) der Partie. "Es fühlt sich großartig an, es war einfach eine spaßige Zeit", meinte der Amerikaner, der sich nach der Partie noch jede Menge Zeit nahm, um Autogramme zu schreiben, mit dem einen oder andere Fan zu fachsimpeln. Um ihn herum wurde sogar schon fleißig abgebaut, da stand der Hüne immer noch da und ließ sich fotografieren.

"Als Starter gewählt zu werden, ist schon eine Ehre, dann noch zu gewinnen, ist umso schöner für mich und die Mannschaft", meinte der 25-Jährige, dem der Stress der vergangenen Wochen mit den Spielen in der BBL und vor allem im Eurocup genauso wenig anzumerken war wie seinen Teamkollegen. Per Günther brachte es auf den Punkt. "Wir haben gerade ein wichtiges Spiel nach dem anderen, da ist dann so eine Partie, in der der Spaß ganz klar im Vordergrund steht, eine Abwechslung und gut für den Kopf", sagte der Nationalspieler, der am Samstag keinen Gedanken an die Partie am kommenden Dienstag in der Zwischenrunde bei Galatasaray Istanbul verschwendete.

Auch Leibenath, immerhin das erste Mal als Trainer beim Allstarspiel dabei, hat die Veranstaltung jede Menge Spaß gemacht. Der 37-Jährige hatte, wie es üblich ist, seinen Trainer- und Betreuerstab mit ins Fränkische genommen: die zwei Assistenztrainer John Dieckelman und Jesus Ramirez, Mannschaftsarzt Christoph Buck, Andi Lacher, den Team-Physiotherapeuten, und Betreuer Andi Klee.

Dass seine Mannschaft so klar unterlegen war (es war die fünfte Niederlage für das Team National im insgesamt fünften Duell), hatte etwas mit der schwachen Trefferquote aus der Distanz zu tun. "Wir wollten schnell spielen und schnell abschließen, weil wir gute Schützen hatten. Aber wir haben nicht gut genug getroffen", bilanzierte der Coach, der sich wie viele andere überrascht zeigte von der robusten und ernsthaften Spielweise des Gegners. "Es hat eine Halbzeit gedauert, bis wir uns darauf eingestellt hatten", sagte Leibenath und fügte an: "Ich bin auch froh, wenn John jetzt wieder für uns spielt."

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