Merlins Garrett Sim bislang auffälligster Neuzugang der Merlins

© Foto: Peter Kolb
Crailsheim / KLAUS HELMSTETTER 09.10.2014
Sein Nachname ist gleichermaßen kurz und daher leicht zu merken, wie auch selten: „Außer meiner Familie kenne ich niemanden, der so heißt“, erklärt Garrett Sim mit einem Lächeln. Doch derlei Äußerlichkeiten hat der Neu-Merlin gar nicht nötig, um auf sich aufmerksam zu machen.
Als Playmaker spielt er ohnehin auf einer zentralen Position. Es soll Coaches geben, die diese Rolle für die wichtigste überhaupt im Basketball halten. Seine Aufgabe: den Rhythmus des eigenen Spieles bestimmen, den Ball laufen lassen, besser postierte Mitspieler in Szene setzen, selbst seine Chance suchen, zum freien Wurf, oder mittels Ziehen zum Korb.

Sport verschiedenster Couleur prägt Garrett Sims Leben von Anfang an. Sein Vater spielte American Football. Auch bei seiner Familie hing quasi ein Korb an der Garage im Hof, sodass Sim, wie viele Kidds in den USA mit dem Basketball aufwuchs – der Klassiker! Gelebt hat Sim in der Großstadt Portland/Oregon. Und manchmal ist es für den 24-Jährigen gar nicht so einfach, weit weg von Familie und Verlobter zu leben. „Aber die Fans haben mich freundlich willkommen geheißen. Sie machen einen guten Job – das sorgt bei mir für ein gutes Gefühl.“

Crailsheim ist für Garrett Sim die zweite Station in Europa. Zunächst kam er während der vorletzten Saison nach Jena. In der vergangenen Serie sorgte er für mächtig Furore. Garrett Sim avancierte zum Topwerfer in der Pro A!

Jetzt geht es daran, seine Körbe eine Etage höher zu werfen. Und die Unterschiede? „In der BBL gibt es bessere Spieler als in der Pro A. Besonders die ‚langen Jungs‘ sind stärker.“ Eine Einschätzung, die Coach Willie Young in der Pre-Season übigens exakt genauso geäußert hat.

Was die Merlins und ihre Aussichten angeht, ist Sim optimistisch: „Wir können mithalten und haben eine gute Chance, die Klasse zu halten.“ Von den bisherigen Niederlagen lässt er sich nicht verrückt machen. „Wir sollten nicht zu viel Druck aufbauen. Wenn wir das spielen, was wir können, werden wir auch Spiele gewinnen.“ Was haben die bisherigen Gegner den Merlins voraus? "Ich denke Kleinigkeiten machen den Unterschied. Wir müssen uns noch besser aushelfen und unsere Blocks konsequenter stellen.“

Kein Sportler verliert gern. Da macht auch Garrett Sim keine Ausnahme. Er gehört aber nicht zu denen, die ihren Frust nach einer Niederlage noch tagelang mit sich herumschleppen und ungenießbar sind. Der neue Merlins-Spielmacher hat einen Studienabschluss (Business). In diesem Bereich könnte er sich auch eine spätere Berufstätigkeit vorstellen. Vielleicht wird aus ihm auch eines Tages – das hat noch Zeit – ein Coach. „Ich liebe Basketball und möchte noch möglichst lange professionell spielen!“

Für den nächsten Sommer hat er sich einiges vorgenommen. Dann will er seine Freundin heiraten. Sie ist auch basketballinteressiert und gehört zu den Tänzerinnen des NBA-Teams der Portland Trail Blazers. „Das will sie noch eine Saison machen und dann zu mir nach Europa kommen. Darüber freue ich mich natürlich sehr.“
Hat er auch den Traum vieler amerikanischer Kinder geträumt? „Na klar, Basketball ist in den Staaten sehr beliebt. Wenn man aber sieht, wie viele NBA-Teams es gibt und wie viele Plätze dort zu vergeben sind, wird klar, wie schwer es ist, den Sprung dorthin zu schaffen.“

Garrett Sim sieht seinen Tätigkeitsbereich im europäischen Basketball und gegen wärtig bei den Crailsheim Merlins. Mit denen, wünscht er sich, soll heute gegen Göttingen der Knoten platzen.   

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