Die Flyers der TSG Schwäbisch Hall gehören inzwischen seit dem neunten Jahr der Regional­liga Baden-Württemberg an, was eine bemerkenswerte Leistung darstellt. In dieser Zeit unterlag die Zusammensetzung der Liga ständigen Veränderungen, wozu auch das Auf und Ab im Haller Lager gehört. Jüngstes Beispiel in diesem Wechselspiel ist derzeit die TSG Reutlingen mit ihrem exzellent besetzten Kader, der berechtigte Aufstiegsambitionen weckt.

Hall führt im zweiten Viertel

Auch in Hall bewies der letztjährige Tabellenvierte eindrucksvoll, dass in dieser Saison der Titel nur über ihn vergeben wird. Umso erstaunlicher, wie sich die Flyers über lange Zeit erfolgreich zur Wehr setzten. Trotz des einen oder anderen Turnovers, lag man nach dem ersten Viertel lediglich mit 19:23 zurück. Noch besser lief es im zweiten Quarter. So führten die Einheimischen zwischendurch mit 39:33, um sich schließlich mit 41:41 in die Halbzeitpause zu verabschieden.

Kaum nachvollziehbar, was sich dann mit Beginn des dritten Viertels anbahnte. Während auf Reutlinger Seite der US-Amerikaner Marques Charlton das Zepter fast nach Belieben schwang, ohne dass das Team als Einheit darunter litt, offenbarte sich auf der Gegenseite genau das Gegenteil. Haller Fehlwürfe, und davon gab es plötzlich eine ganze Menge, nutzten die Achalmstädter zu blitzschnellen Gegenangriffen.

Hinzu kam, dass die Gäste in der Pause das „System Dalibor Cevriz“ gründlich analysiert hatten. Da läuft zwar nahezu jeder Angriff über den Haller Power Forward, derweil stehen die Mitspieler aber viel zu häufig tatenlos auf ihrer Position herum und warten, was nun passiert. So wurde der Haller Topscorer nunmehr noch konsequenter gedeckt mit dem Ergebnis, dass die Flyers vor dem finalen Schlussviertel mit 56:68 hinten lagen.

Die Häufung falscher oder schlechter Entscheidungen setzte sich auch in den letzten zehn Minuten fort. Während die Gäste spielend leicht zu ihren Punkten kamen, war das Ganze auf Haller Seite harte, mühsame Arbeit. Bei den Längsten im Team fehlte zu häufig der absolute Wille, selbst die Punkte unter dem Korb zu machen, und dabei notfalls zusätzliche Fouls zu ziehen. Wie wirkungsvoll das sein kann, belegte Ivica Markovic auf der Centerposition, indem er bis zu seinem Ausscheiden durch Foulhöchstzahl auf 16 Punkte kam.

Zu viele Offensivfouls

Unverständlich war – und damit die Fortsetzung der Schwachpunkte –, dass immer wieder durch unkorrektes Blockstellen bei Ballbesitz Offensivfouls begangen wurden. Ein Manko, das seit Jahren im Team zu beobachten ist, und eigentlich in einer Trainingseinheit zu beheben sein sollte. Offensichtlich ist es aber nicht möglich, hitzige Reaktionen aus den Köpfen einiger Heißsporne zu verbannen, wenn man sich zu Unrecht attackiert fühlt.

Am kommenden Sonntag geht es zum Auswärtsspiel nach Ludwigsburg – beste Gelegenheit also, den Hebel wieder zum Besseren umzulegen.

Das Pikante daran: Auch die Barockstädter sind dringend da-

rauf angewiesen zu punkten,

um sich wie Hall etwas von der unteren Tabellenhälfte abzusetzen.

So spielten sie


TSG Schwäbisch Hall –
TSG Reutlingen

65:85

Hall: Benedikts Beck, Dalibor Cevriz (16), Harald Debelka (3,1 Dreier), Ivo Garic (7,1), Semir Gudzevic (8,2), Michael Heck (6), Jozef La Rosa (9), Sergi Marco Coll, Ivica Markovic (16), Stefan Pesic, Jonas Risinger, Tim Seidl