Für Ratiopharm Ulm ist es der dritte Auftritt im Eurocup binnen vier Jahren, Gegner Umana Reyer Venedig feiert hingegen sein Debüt im zweitwichtigsten europäischen Wettbewerb der Basketball-Klubs. Da überrascht es auf den ersten Blick, dass Ulms Trainer Thorsten Leibenath vor dem Aufeinandertreffen (19.30 Uhr/live auf www.swr.de) vor der internationalen Erfahrung der Gäste warnt: „Wenn ich mit der Mannschaft über den Gegner spreche, werde ich vor allem auf dessen Erfahrung eingehen.“

Die ist in der Tat beeindruckend. Allein Tomas Ress hat 160 Euroleague-Spiele in seiner Vita stehen. Insgesamt bringen es die Akteure im Kader von Trainer Carlo Recalcati auf 282 Euroleague- und 174 Eurocup-Spiele. Die Ulmer Bilanz fällt da im Vergleich doch recht bescheiden aus. Lediglich Philipp Neumann kann mit Bamberg 33 Spiele in der Euroleague aufweisen. Hinzu kommen noch 48 Eurocup-Spiele – allerdings vom gesamten Ratiopharm-Kader. Per Günther ist mit 30 Partien der erfahrenste Ulmer Akteur in diesem Wettbewerb.

Eine beeindruckende Titelsammlung kann bei den Italienern auch der Trainer aufweisen. „Charlie“ Recalcati war als Spieler an Cantus goldenen Zeiten beteiligt, als der Verein zweimal italienischer Meister und jeweils dreimal den Europacup der Pokalsieger und den Korac-Cup gewann. Als Trainer knüpfte der inzwischen 70-Jährige an diese Erfolge an und führte drei verschiedene Vereine in Italien zur Meisterschaft. Außerdem war er von 2001 bis 2009 Nationaltrainer und führte sein Land bei der EM 2003 zu Bronze und bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen ins Finale, wo man Argentinien unterlag.

Für die jungen Ulmer gilt es in der nicht ausverkauften Ratiopharm-Arena sich möglichst schnell an das internationale Geschäft zu gewöhnen. „Je mehr Erfahrung wir sammeln, desto besser“, stellt Leibenath klar, der der Doppelbelastung mit Liga und Eurocup zum jetzigen Zeitpunkt nur Positives abgewinnen kann: „Ich halte es im Augenblick für gut, dass wir viele Spiele haben. So kommen wir in einen Rhythmus.“

Gegen Venedig, das laut Leibenath nach Valencia den zweitbesten Kader in der Gruppe C besitzt, ist es für den Trainer wichtig, dass seine Spieler „nicht zu ungestüm an die Sache gehen“. Auf wen er beim Eurocup-Auftakt zurückgreifen kann, konnte Leibenath am Dienstag noch nicht sagen. Raymar Morgan hat nach dem Hagen-Spiel und dem erlittenen Schlag ins Gesicht noch eine dicke Nase, und auch sonst gibt es laut Leibenath „mehrere Spieler, bei denen nicht ausgeschlossen ist, dass sie aussetzen“.

Mit Fan-Attack nach Venedig

Noch Plätze frei Der Ulmer Fan-Klub Fan-Attack organisiert eine Tour zum Rückspiel nach Venedig. Erstmals wird es dann im Eurocup eine zweitägige Reise zu einem Auswärtsspiel geben. Am 18. November wird abends das Team angefeuert, am Tag danach steht unter anderem eine Stadtführung durch Venedig auf dem Plan. Anmeldungen für diese Fahrt sowie für das Auswärtsspiel am Sonntag in Crailsheim unter www.fanattackulm.de