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Ratiopharm Ulm
Ludwigsburg/Ulm / Von Sebastian Schmid Im Derby treffen die Ulmer, die am häufigsten in der Bundesliga gefoult werden, auf Ludwigsburg, das so viel foult wie kein anderes Team.

Thorsten Leibenath ist des häufigeren nicht gut auf die Schiedsrichter zu sprechen. Ein Umstand, den er mit einem Großteil seiner Bundesliga-Trainerkollegen teilt. Das war auch nach der 81:92-Niederlage von Ratiopharm Ulm bei Alba Berlin der Fall. Vor allem, weil Leibenath sein Team nicht elf Punkte schlechter als den Eurocup-Finalisten gesehen hat: „Ich hatte nicht das Gefühl, dass meine Spieler fair behandelt wurden.“ Dass Pfiffe, die aus Sicht der Ulmer hätten erfolgen müssen, mehrmals ausblieben, hatte laut Leibenath „irgendwann einen Effekt auf die Spieler“.

Das war für ihn einer der Gründe, warum sein Team angesichts der acht punktlosen Minuten im letzten Viertel nicht sehr glücklich ausgesehen hat. „Es wurde mit zweierlei Maß gemessen.“ Vor allem in einem Lauf einer Mannschaft können etwa zwei nicht gegebene Pfiffe eine ganz große Wirkung entfalten. Statt einen Run zu stoppen, wird er verstärkt. Oder umgekehrt: Statt den Vorsprung auszubauen, wird der Lauf gestoppt.

Bei Alba trifft das Ratiopharm-Team im letzten Durchgang über acht Minuten den Korb nicht und unterliegt am Ende deutlich mit 81:92.

Ulm-Trainer Leibenath: „Ich rechne mit nichts“

Beim Duell der Ulmer am Sonntag bei den Riesen Ludwigsburg (15 Uhr) werden die Schiedsrichter wohl noch mehr als sonst eine mitentscheidende Rolle einnehmen. Denn in der MHP-Arena treffen das Team, das am häufigsten in der Bundesliga an der Freiwurflinie steht (Ulm), und die Mannschaft, die die meisten Fouls begeht, aufeinander.

Leibenath will sich allerdings, auch vor dem Hintergrund der Alba-Partie, nicht darauf verlassen, dass angesichts dieser Statistiken sein Team häufig an die Freiwurflinie geschickt wird und die Gastgeber mit Foulproblemen zu kämpfen haben. „Ich rechne mit nichts“, stellt der 43-Jährige klar.

Rachegelüste nach der 54:89-Klatsche in Ludwigsburg aus der letzten Saison oder der 82:91-Hinrundenniederlage verspüren die Ulmer indessen nicht. „Die Tabelle ist aussagekräftig genug“, meint Leibenath zur Motivation. Von einem wegweisenden Spiel spricht der Coach, schließlich geht es darum, den Verfolger zu distanzieren. Am besten, indem man auch den direkten Vergleich gewinnt. Dazu müssen die Ulmer nach der Hinspiel-Niederlage mindestens mit zehn Punkten Differenz gewinnen.

Die Heimpartie vom November beschäftigte Leibenath übrigens auch noch länger als üblich. Nach der vierten Niederlage im vierten Spiel in der Ratiopharm-Arena wollte er nach Spielschluss nicht gleich zur Normalität übergehen. „Wir haben 27 Minuten lang einen Dreck gespielt“, schimpfte er damals und ließ sich dabei auch nicht von einem 18:0-Lauf im letzten Viertel blenden, das mit 30:17 gewonnen wurde. Maßgeblichen Anteil an dieser Aufholjagd hatte der momentan verletzte Per Günther. Über dessen Gesundheitszustand und den möglichen Zeitpunkt einer Rückkehr will der Klub nichts bekanntgeben. „Wir geben keine genaueren Prognosen heraus. Wie üblich werden wir nichts Genaues kommunizieren“, sagte Leibenath und ergänzte: „Ich halte es allerdings nicht für ausgeschlossen, dass Per spielt.“

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Riesen-Neuzugang Knight spielt stark auf

Im Januar hat Ludwigsburg personell noch einmal nachgelegt und Marcos Knight verpflicht. Zwar wurden seitdem sieben der elf Partien verloren, doch der 29-Jährige nimmt eine ganz zentrale Rolle im Team ein. „Er ist ein Spieler der Extraklasse. Seitdem er da ist, hat das Team wieder eine klare Handschrift“, sagt Thorsten Leibenath über den, „mit viel Wohlwollen 1,88 Meter großen“ (Leibenath) Spieler. 17,7 Punkte, 6,6 Rebounds und 3,9 Assists sind der starke Nachweis des nominell als  Aufbauspieler geführten Knight.