Einen besseren Anfang hätte es nicht geben können: Am 24. September 2008 führte Per Günther mit gerade einmal 20 Jahren Ratiopharm Ulm zu einem 66:64-Sieg in Bamberg. Was das 1,84 Meter große Talent für eine Karriere hinlegen wird, ahnte damals niemand. Es war das erste Bundesliga-Spiel des gebürtigen Gießeners, der am Samstag gegen Oldenburg sein 400. Erstliga-Pflichtspiel bestreiten könnte – alle im Ulmer Trikot. Es hätte auch schon gestern in Frankfurt zum Jubiläum kommen können, doch Günther fühlte sich unwohl und wollte kein Risiko eingehen. Umso schöner für die Ulmer Fans, die „ihren Per“ nun in ihrer Arena feiern könnten.

Per Günther: Nerven aus Stahl

Der Aufbauspieler genießt in der Liga Kultstatus. Per Günther und Ratiopharm Ulm sind nach zehn gemeinsamen Spielzeiten (3918 Punkte, 1380 Assists) untrennbar. Der 65-fache Nationalspieler bei einem anderen Klub? Unvorstellbar! Über 33 Minuten stand er damals in Bamberg auf dem Feld, als er nach der Verletzung des etatmäßigen Starters Dru Joyce von Trainer Mike Taylor ins kalte Wasser geworfen wurde. Dass er Nerven aus Stahl hat, stellte „Speedy Günzales“ noch häufiger unter Beweis. Zweimal führte er unter Trainer Thorsten Leibenath sein Team ins Playoff-Finale – und scheiterte jeweils an Bamberg. Zweimal stand er im Pokalfinale, beides Mal unterlag er Berlin.

Fans schätzen die Treue von Per Günther

Ein Titel scheint dem neunmaligen All-Star nicht vergönnt. Aber deshalb den Klub wechseln, um irgendwo doch noch Meister zu werden? Das passt nicht zu Per Günther. „Entweder ich hole den Titel in Orange – oder nie“, verkündete er einst. Für diese Treue lieben ihn die Ulmer Fans und schätzen ihn die Zuschauer in anderen Hallen. Dass er fünfmal in Folge zum beliebtesten Spieler der Liga gewählt wurde, ist ihm trotzdem eher peinlich. Obwohl seine Spielanteile, auch wegen diverser Verletzungen, geringer geworden sind, denkt der 31-Jährige nicht ans Aufhören. Seinen Vertrag mit Ratiopharm Ulm hat er um ein weiteres Jahr verlängert. Auf das 400. Spiel werden noch einige im orangefarbenen Trikot folgen.

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