Basketball Eine quälende Woche für die Ulmer Basketballer

Die schwankenden Leistungen der Ulmer Bundesliga-Basketballer und die Niederlage beim MBC hinterlassen Luke Harangody und seine Teamkollegen mitunter ratlos.
Die schwankenden Leistungen der Ulmer Bundesliga-Basketballer und die Niederlage beim MBC hinterlassen Luke Harangody und seine Teamkollegen mitunter ratlos. © Foto: Eibner
Ulm / Sebastian Schmid 14.04.2018

Was für Dennis Schröder bereits Realität ist, könnte auch für die Ulmer Bundesliga-Basketballer bald eintreten: Playoffs ohne eigene Beteiligung. Die Chancen des Ratiopharm-Teams auf die Meisterschaftsrunde sind nach dem schwachen Auftritt beim  Mitteldeutschen BC (69:80) auf ein Minimum gesunken.

Für Schröder ist die Saison also bereits beendet, er hat mit den Atlanta Hawks (24 Siege bei 58 Niederlagen) die NBA-Playoffs klar verpasst. Der Weg des 24-Jährigen, der diese Saison im Schnitt 19,4 Punkte pro Spiel erzielt hat, führt allerdings nicht direkt in seine Geburtsstadt zurück – zumindest hat er sich nicht für das morgige Heimspiel der Löwen Braunschweig gegen Ratiopharm Ulm angemeldet (17.30 Uhr).

Ein Besuch der Partie wäre nicht abwegig, schließlich ist Schröder seiner Heimat eng verbunden geblieben. So eng, dass er sich bei den Zweitliga-Fußballern als Trikotsponsor engagiert und bei den Basketballern als Gesellschafter einsteigt. Was Thorsten Leibenath übrigens gut findet. „Dass er sich mit seinem Ex-Verein und der Stadt identifiziert ist positiv – für den Standort Braunschweig und den Basketball in Deutschland“, sagte der Ulmer Trainer, für den Dennis Schröder „an der Grenze zum NBA-Superstar“ steht.

Heiß auf Braunschweig

Vorerst müssen die Löwen aber noch ohne das angekündigte Know-how des Point-Guards auskommen, der die Niedersachsen unter den Top-Klubs in Deutschland etablieren will. „Momentan gibt es in der Bundesliga wohl niemanden, der besser weiß, wie schwer diese Aufgabe ist“, meinte Leibenath zu diesem Vorhaben. Der 43-Jährige musste mit seinem Team vergangenen Sonntag den womöglich entscheidenden Rückschlag im Kampf um die Playoffs hinnehmen und hat eine anstrengende Woche hinter sich. „Ich hätte gerne schon früher gespielt, um diese blöde Niederlage aus dem Kopf zu bekommen“, sagte Leibenath, der wie seine Spieler sieben Tage lang auf die Chance zur Wiedergutmachung warten musste und entsprechend heiß auf die Partie ist.

Genügend Zeit, um über die Gründe der blamablen Niederlage nachzudenken. Letztlich präsentierte Leibenath einen Erklärungsversuch, betonte aber, dass es sich dabei um einen Versuch und auf gar keinen Fall um eine Entschuldigung handelt. Denn eines ist für ihn klar: „Einer ambitionierten Mannschaft darf so eine Niederlage nicht passieren.“

Eine Erklärung für die Pleite könnte sein, dass die Ulmer nach dem 87:94 nach Verlängerung gegen Bonn und dem guten, aber letztlich unbelohnten 95:100 in München beim MBC ins Zweifeln gerieten, als es nicht lief. „Die Enttäuschung der letzten Spiele führte nicht zu einer Trotzreaktion, sondern zu einer Resignation“, mutmaßte Leibenath.

Dabei ließen seine Spieler Grundtugenden vermissen, was sich in der schlechten Reboundarbeit und dem mangelhaften Rück­zugsverhalten äußerte. Beides eine Frage der Einstellung. „Da geht es nicht um filigrane Dinge, sondern darum,  den Körper in den Gegner hineinzustellen“, stellte Leibenath klar.

Dass mit Da’Sean Butler ein Akteur ausfällt, der für das Team extrem wichtig ist, macht es nicht einfacher. Allerdings besitzt Ulm auch ohne Butler genügend Qualität, um den MBC zu schlagen – und Braunschweig auch.

Stolls Abschied von Reutlingen West

Sollte Ulm die Playoffs verpassen, gibt es einen Trost: Dem ungeliebten Rivalen Tübingen erging es schlimmer, die Tigers steigen ab. Ulms Manager Thomas Stoll sieht das bei Twitter mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „BYE BYE Reutlingen West, ihr werdet mir fehlen. Das geilste Derby der Liga macht erst einmal Pause. Und nutzt bitte dieses Jahr für einen Facelift des rosa Käfig. Kein Wunder, dass ihr zu Hause nicht gewinnt. Alles Gute und bis bald in der BBL.“

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