Dwayne Evans hatte Ratiopharm Ulm noch unter der Woche im Eurocup erkältet gefehlt, doch im Spiel der Basketball-Bundesliga bei den abstiegsgefährdeten Eisbären Bremerhaven machte der 26-Jährige den Unterschied. Der 2,01 Meter große Power Forward trug maßgeblich zum 88:78 (49:45)-Erfolg der Ulmer um Trainer Thorsten Leibenath bei.

Bremerhavens Jan Niklas Wimberg eröffnete die Partie gegen die Ulmer mit einem erfolgreichen Wurf jenseits der Dreierlinie, auf den Ismet Akpinar im Gegenzug eine Anwort fand und ausglich. Daraufhin entwickelte sich das Nord-Süd-Duell zu einem wahren Drei-Punkte-Festival.

Die Ratiopharm-Korbjäger setzten sich dank zweier Dreier von Javonte Green und Akpinar auf sieben Punkte ab, ehe die Hausherren von Coach Dan Panaggio ein offensives Feuerwerk von jenseits der 6,75-Meter-Linie abbrannten. Der Tabellenvorletzte setzte sich, antrieben von Shooting Guard Elston Turner, mit weiteren fünf getroffenen Dreiern kurz vor Ende des ersten Viertels auf 32:28 ab.

Zu diesem Zeitpunkt wirkte es so, als würden bis zum Ende der Partie viele Dreier genommen und hoch gepunktet werden. Doch dem war nicht so. Ulm legte ab dem zweiten Viertel einen deutlich konzentrierteren Auftritt hin, als noch im ersten.

Per Günther und Co. verteidigten aufmerksamer, drehten das Spiel und ließen nur 13 Zähler der Eisbären zu. Erfolgreiche Dreier gab es nur auf Seiten der Gäste. Ulms Aufbauspieler Patrick Miller erzielte dann mit einem Korbleger die knappe 49:45-Pausenführung. „Das erste Viertel war defensiv nicht gut. Ab dem zweiten haben wir es bis zum Ende geschafft, unsere Verteidigung aufrecht zu halten“, sagte Akpinar im Interview bei Magenta Sport.

Chris Warren hält dagegen

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Ulmer Basketballern nicht, sich entscheidend abzusetzen. Bremerhaven fand den Anschluss und glich aus, aber Ulm gelang dank Millers erfolgreichem Halbdistanzwurf eine Sechs-Punkte-Führung (63:57).

Diesen Vorsprung verringerte Bremerhavens Chris Warren, der am Ende auf 22 Zähler und elf Assists kam. Der Spielmacher der Eisbären verkürzte mit zwei Korblegern und einem Bonusfreiwurf, bis Ulms Shooting Guard David Krämer seinen erfolgreichen Dreier zum 66:62 traf.

Im Schlussviertel ging die Punkteausbeute des 30-jährigen Warren weiter. Mit zwei Drei-Punkte-Würfen brachte er sein Team wieder auf Schlagdistanz. Im Anschluss wurde Warren bei einem erneuten Wurfversuch von jenseits der Dreierlinie von Miller gefoult. Die drei Freiwürfe verwandelte Bremerhavens Warren sicher – ein Führungswechsel war die Folge (71:70).

Ulms Antwort war Dwayne Evans. Der 26-jährige, der am Ende mit 19 Punkten bester Werfer der Ulmer wurde, traf zwei Drei-Punkte-Würfe und verwandelte sicher seine vier Freiwürfe im Schlussabschnitt.

Bremerhavens Warren versuchte sich noch einmal gegen die drohende Niederlage zu stemmen, doch 32 Sekunden vor Spiel­ende trug Ratiopharm Ulms Javonte Green mit einem erfolgreichen Dreier (83:74) zur Vorentscheidung der Partie bei.

Der Fokus liegt nun auf den Bundesligaspielen in den nächsten Wochen. Da treffen sie zweimal auf den Mitteldeutschen BC und Anfang Februar gibt es ein Wiedersehen mit den Eisbären Bremerhaven. Davor erwartet Ulm noch das russische Topteam Lokomotive Kuban Krasnodar zum Eurocup-Duell am Mittwoch (20 Uhr) vor heimischer Kulisse.