Basketball Ein besonderes Spiel

Während der gesamten Jugend durchlief Christopher Wolf das Nachwuchsprogramm von Brose Bamberg und spielte dabei auch für die Baunach Young Pikes, mit denen er sogar in die ProA aufstieg. Foto: Dave Stonies
Während der gesamten Jugend durchlief Christopher Wolf das Nachwuchsprogramm von Brose Bamberg und spielte dabei auch für die Baunach Young Pikes, mit denen er sogar in die ProA aufstieg. Foto: Dave Stonies © Foto: Foto: Dave Stonies
Florian Ankner 03.12.2016

Seit dem Aufstieg in die 2. Basketball-Bundesliga ProA fieberte Christopher Wolf vom Team Ehingen Urspring der Partie am heutigen Samstag entgegen. Doch seit einer Woche ist die Vorfreude auf die Begegnung gegen die Baunach Young Pikes etwas getrübt. „Es wäre etwas ganz Besonderes gewesen“, sagt Wolf. Denn es wäre zum Aufeinandertreffen von ihm mit seinem jüngeren Bruder Nicolas gekommen, der für die Young Pikes spielt.

Doch dazu kommt es nun nicht: Nicolas hat sich vor wenigen Tagen eine Muskelverletzung zugezogen und wird daher nicht gegen Ehingen auflaufen können. „Es wäre das erste Mal gewesen, dass wir uns auf dem Parkett gegenüberstehen“, sagt Christopher Wolf, dem sichtlich anzumerken ist, wie schade er den Umstand findet. Hinzu kommt, dass sein Bruder nicht einmal nach Ehingen fahren wird. „Durch seine Verletzung hat er Probleme längere Zeit zu sitzen und so ist es für ihn nicht möglich, hierher zu kommen“, sagt Wolf mit Blick auf die insgesamt sechs Stunden Fahrzeit am heutigen Samstag.

Doch ganz aus der Welt ist das Aufeinandertreffen nicht, denn im März gibt es im Rückspiel die nächste Möglichkeit auf das Duell. „Bis dahin kann viel passieren, er kann sich wieder verletzen oder ich bin verletzt“, sagt Christopher Wolf. Dennoch ist es für ihn eine besondere Partie, ist er doch mit Baunach in die zweite Liga aufgestiegen und hatte damals auch noch mit dem halben Team der aktuellen Mannschaft zusammengespielt. Aber nicht nur das, mit einigen Spielern feierte er sogar in Breitengüßbach die Deutsche Meisterschaft in der U19 – und das ausgerechnet gegen Urspring. Doch auch wenn Wolf mit vielen Spielern des Teams eng befreundet ist, der Kontakt in der Woche vor dem Spiel geht eher zurück: „Man hat schon Angst, etwas auszuplaudern.“ Erst nach der Partie wird wieder mehr geschrieben: „Klar, der Gewinner wird den Verlierer aufziehen“, sagt er und lacht.

Aber nicht nur für Wolf wird es eine spannende Begegnung, sondern auch für Ehingens Trainer Domenik Reinboth. Nach zwei Partien gegen Topteams geht es für die Basketballer des Team Ehingen Urspring nun gegen eine Mannschaft, die, tabellarisch gesehen, mit den Steeples auf Augenhöhe ist. Mit einem Sieg mehr als die Ehinger stehen die Baunacher derzeit auf dem elften Rang.

Doch auf den zweiten Blick  steckt hinter Baunach mehr als der Tabellenplatz aussagt, denn die Nachwuchsschmiede des deutschen Serienmeisters Brose Bamberg ist gespickt mit europäischen Toptalenten, vor denen auch Ehingens Trainer Domenik Reinboth seinen Hut zieht. „Die Mannschaft ist eine Hausmarke“, sagt er. Vor allem wenn Reinboth über Aleksej Nikolic spricht, dann gerät er ins Schwärmen. „Es ist für mich derzeit der beste und wichtigste Spieler der gesamten Liga.“ Aber auch Leon Kratzer und Arnoldas Kulboka seien Spieler, die eine wichtige Rolle spielen. Gerade Kratzer, der jüngst zum Spieler des Monats Oktober gewählt wurde, ist mit durchschnittlich mehr als 13 Punkten pro Partie der beste Rebounder der Liga. So stehen Kratzer und Kulboka auch schon unter der Beobachtung von Scouts aus der NBA, der besten Liga der Welt, und werden im sogenannten Mock Draft aufgeführt. Einer Liste, in der die besten Nachwuchsspieler der Welt verzeichnet sind und auf der Kulboka derzeit auf Platz 17 steht.

Dass Baunach derzeit dennoch auf keinem Playoff-Platz liegt, sieht Reinboth darin, dass das Team durch Verletzungen beim Saisonstart gehandicapt war und zudem durch sein Alter bedingt noch Fehler macht. Das zeigt auch ein Blick auf die Statistik bei den Ballverlusten, dort führen die Baunacher die Liga mit 18 Verlusten pro Partie an. „Das täuscht“, mahnt Reinboth. „Sie haben sich in den letzten Spielen deutlich gesteigert und haben jetzt ein anderes Niveau.“

Während Baunach definitiv auf Wolf verzichten muss, sieht es nach aktuellem Stand so aus, dass bei den Steeples alle Spieler einsatzbereit sind. Zwar hat sich Daniel Berger unter der Woche am Knie verletzt, doch nicht so schwer, so dass mit einem Einsatz gerechnet wird.

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