Basketball Ehingen kehrt mit Sieg heim

Bradley Hayes (11 Punkte/7 Rebounds) zeigte wie schon gegen Ulm eine saubere Leistung an den Brettern.
Bradley Hayes (11 Punkte/7 Rebounds) zeigte wie schon gegen Ulm eine saubere Leistung an den Brettern. © Foto: Emmenlauer
Hamburg / Helen Weible 12.02.2018
ProA-Ligist Team Ehingen Urspring überrumpelt die Hamburg Towers beim 78:73-Sieg nach Verlängerung mit einem starken Startviertel. Es sind die ersten Auswärtspunkte.

Die Zeit war reif für diesen Erfolg. Die Zweitliga-Basketballer vom Team Ehingen Urspring landeten am Sonntag ihren ersten Auswärtssieg mit 78:73 (33:27) nach Verlängerung bei den
Towers Hamburg. Damit haben sie die Norddeutschen, die eigentlich nach den Playoffs streben, gleich zwei Mal bezwungen. In der ProA-Tabelle festigen die Steeples damit auch ihren Nichtabstiegsplatz, weil Baunach (78:80 in Paderborn) und die Orange Academy Ulm (76:103 gegen Crailsheim) am Wochenende beide sieglos blieben.

„Das waren zwei wichtige Siege. Aber jetzt kommen zwei Heimspiele, bei denen wir genauso Gas geben müssen“, meinte Ehingens Trainer Domenik Reinboth. Von einem grandiosen Anfangsviertel, in dem die Ehinger den Gastgebern nur sieben Punkte gewährten (20:7) zehrten die Gäste letztlich, denn Mitte der Partie ließen die Towers ihre Klasse erkennen. Dass der Sieg in der Overtime (Verlängerung) eingefahren wurde, ist „stark“, so Reinboth stolz. Teils ohne die mit fünf Fouls gesperrten Top-Akteure Kevin Yebo und Bradley Hayes brachten die Steeples in der fünfminütigen Zusatzschicht den Sieg abgezockt nach Hause.

Vor einer überwältigen Kulisse von gut 3200 Zuschauern in der Wilhelmsburger Hölle machten die Ehinger da weiter, wo sie aufgehört hatten beim Sieg über Ulm. Die Punkte wurden astrein heraus gespielt, der Kontrahent, der etwas schläfrig wirkte, konnte zunächst nur staunen. Ein Dunking von Bradley Hayes drückte bei den einheimischen Fans mächtig auf die Stimmung. Der versenkte Dreier von Spielmacher Cha Cha Zazai zum 5:0 für Ehingen sorgte fast für Totenstille. Jannik Freese, den alle mal heiß laufen sehen wollten, erbarmte sich zu den ersten Hamburger Punkten. Doch die Offensive der Gäste arbeitete konstant mit sauberen Pässen und Vorlagen auf hohem Niveau weiter. Punkt um Punkt zogen die Steeples auf 20:7 davon. Hierbei trafen Yebo, Zazai und Hayes mit sieben Zählern am meisten.

Es wäre fast komisch gewesen, wäre nicht irgendwann eine Reaktion der Hansestädter gekommen. Ab dem zweiten Viertel wollte es das Team von Trainer Hamed Attarbashi doch noch wissen. Nach einem 5:0-Lauf zum zunächst harmlosen 12:23 nahm Urspring-Coach Reinboth die erste Auszeit. Aufseiten der Hamburger zogen jetzt Jonathon Williams und Hroje Kovacevic Fouls auf sich, während bei den Ehingern nun weniger Körbe fielen. Der Vorsprung schrumpfte über 24:28 und 27:33 zur Halbzeitpause gefährlich zusammen. Zum Glück, so sah es auch Teammanager Nico Drmota vor dem dritten Viertel, „treffen die Hamburger wenig Dreier. So soll es bleiben“.

Pustekuchen – nach drei versenkten Freiwürfen von Davonte Lacy drehte Hamburgs Lars Kamp auf, per Dreier und weiterem Treffer. Nach 25 Minuten und dem 36:38 musste sich das verletzungsgebeutelte Gästeteam wieder besprechen. Aber Lösungen, wie Punkte zu verhindern wären, blieben aus. Beim 45:44 und einem erneuten Lauf der Norddeutschen gaben die Ehinger die Führung her. Dennoch war der Rückstand beim 47:50 vor dem Schlussviertel gering.

Im letzten Abschnitt sind diese emotionalen Szenen zu erwähnen: Aufbauspieler Lacy hämmerte zwei Dunkings hinein. Außerdem schimpfte Bradley Hayes vor sich hin, weil er bei elf Punkten und einem ordentlichen Spiel eben zu viel gefoult hatte – und raus musste. Fünf Minuten vor Ende führte Ehingen zwischenzeitlich mit fünf Zählern. Doch Hamburg traf besser und führte mit 62:62 nach regulärer Spielzeit die Verlängerung herbei.

In die startete das Team von Reinboth energischer. Zazai traf für „Drei“ und Kevin Yebo machte die 20 Punkte voll, ehe er wie Hayes zuvor sein fünftes Foul kassierte. Als der erst 17-jährige Kevin Strangmeyer zwei seiner drei Freiwürfe zum 77:71 versenkte, war der sechste Saisonsieg jedoch besiegelt.