Basketball Ulmer bauen Siegesserie im Norden aus

Vechta / Helen Weible 18.12.2016

Es bleibt dabei: Ratiopharm Ulm zieht in der Bundesliga von Sieg zu Sieg. Auch beim mutig aufspielenden Aufsteiger aus dem Norden, Rasta Vechta, lassen sich die Ratiopharm-Basketballer nicht von ihrem Erfolgskurs abbringen und sicherten sich den 13. Sieg im 13. Spiel der BBL. 95:85 (46:42) hieß es am Ende für den Tabellenzweiten. Am Mittwoch winken schon die nächsten Punkte, es geht ab 19 Uhr gegen die s.Oliver Baskets Würzburg in eigener Halle.

Beste Stimmung herrschte im zum 79. Mal in Folge ausverkauften Rasta-Dome. 3140 Zuschauer standen hinter dem „geilsten Club der Welt“ – das Aufsteiger zeigte auch phasenweise, dass er sich das Prädikat „geil“ verdiente. Immerhin sahen die Rasta-Ballkünstler gegen die Ulmer besser aus als noch vor einer Woche die Bamberger.

Die ersten Minuten gehörten den Gästen. Per Günther eröffnete mit einem Dreier die Partie, in der Ratiopharm Ulm zunächst führte. Beim 8:2 verlor der ehemalige Ulmer Center Philipp Neumann im Eifer des Gefechts seinen Schuh und musste raus. Sein Kapitän Niklas Geske, sowie Frank Gaines und Moses Ehambe, alles Spieler, die sich zurecht auf Bundesliga-Niveau bewegen, brachten Vechta zum 8:8-Ausgleich.Von da an war es ein offener Schlagabtausch zwischen dem Tabellenletzten und dem einzig Ungeschlagenen in der Liga. Ja, die Norddeutschen hatten sogar für drei Minuten des ersten Viertels mehr zu sagen, führten mit 18:10! Umso schöner, dass ein junger Wilder bei Ulm, Joschka Ferner, die wichtigen Punkte machte. Der 20-Jährige lief, gerade eingewechselt, an der Grundlinie genau den Weg, um den Pass von Da’Sean Butler zu empfangen und zu versenken. Dann traf er obendrauf aus der Distanz: Fünf Punkte markierte er in nur zwei Minuten Einsatzzeit und verhalf Ulm so zur 21:20-Viertelführung.

So hätte der Jungspund im Ulmer Team am liebsten gleich weitergemacht, doch in den „Rasta“-Gesängen, die fast wie „Joschka“-Rufe klangen, wollte er einfach zu viel. Sein zweiter Dreierversuch landete nicht im Ring. Egal – nach weiteren fünf Minuten blieb die Führung bei Ulm, allerdings nicht ausgesprochen komfortabel, was Trainer Thorsten Leibenath zur ersten Auszeit motivierte (31:34/16.). Da waren es eben wieder ein Niklas Geske und Devin Searcy, die sich mit einem Pick&Roll zum Korberfolg arbeiteten, und Center Christian Standhardinger, der Fouls zog und alle seine Freiwürfe verwandelte (40:40). Da war es etwas überraschend, dass Ulm zur Halbzeit knapp führte (46:42).

Ja, lieber Ulmer, hier musste was passieren. „Wir haben einen harten Kampf erwartet und den hat Vechta uns geliefert. Am Ende haben wir den Kampf angenommen und die Punkte geholt“, sagte Tim Ohlbrecht erleichtert, an diesem Tag mit einem schönen Double-Double (26 Punkte/12 Rebounds) bester Ulmer. Und in der Tat: Der Schlüssel zum Erfolg war einmal mehr eine entschlossene Verteidigung, die beim Gastgeber einfache Würfe verhinderte. Der Vorsprung Anfang des dritten Viertels hielt bei den Rastanern darum nur kurz, schnell hatten die Ulmer wieder die Nase vorne (59:53/27.). Mit einer Sechs-Punkte-Führung für die Gäste ging es schließlich ins Schlussviertel.

Hier sollten die meisten Punkte fallen (31:27) und wie in den drei Abschnitten zuvor zu Gunsten der Ulmer. Doch Raymar Morgan und Co. brachten den Sieg lange nicht so souverän zustande wie zuletzt gegen Bamberg. Als Vechta zum 83:88 aufgeholt hatte, war in den letzten 40 Sekunden noch fast alles möglich. Doch Chris Babb zeigte sich sicher von der Freiwurflinie und Morgan steuerte die letzten Punkte zum am Ende verdienten 95:85-Sieg bei.

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