Andrea Trinchieri stellte nach dem 90:70-Sieg seiner Brose Baskets Bamberg gegen Ratiopharm Ulm und dem Finaleinzug klar: "Ich bin Italiener. Und als solcher bin ich abergläubisch." Deshalb wollte der 47-Jährige die Pressekonferenz verlassen, als Thorsten Leibenath dazu ausholte, die Franken zu loben und ihnen die Rolle des Titel-Favoriten zuzuschreiben. Der Ulmer Trainer beendete daraufhin seine Ausführung: "Aus Respekt vor Andreas Gefühlen."

Doch auch ohne das Lob gehen die Bamberger gestärkt aus der Halbfinal-Serie gegen den Hauptrunden-Fünften hervor. Nach Viertelfinal-Gegner Ludwigsburg gelang es auch Ulm nicht, ein Playoff-Spiel gegen den ehemaligen Serienmeister zu gewinnen. Wie Ludwigsburg durfte das Ratiopharm-Team in Spiel zwei am Sieg schnuppern - gereicht hat es nicht. Im dritten Halbfinale machten die Bamberger dann kurzen Prozess (90:70) und gestalteten das Spiel bis auf eine kurze Schwächephase im dritten Viertel souverän. Mit 28 Punkten war Janis Strelnieks der überragende Mann und immer zur Stelle, wenn sein Team ihn brauchte. Dass die Bamberger nun abwarten müssen, auf wen sie in der am Sonntag (15 Uhr) startenden Finalserie treffen, ist für Strelnieks ein Vorteil: "Es ist gut, dass wir Energie sparen konnten."

Trinchieri hatte nach dem Endspiel-Einzug angekündigt, das gestrige Duell zwischen Alba Berlin und Bayern München zuhause mit einem "schönen Mojito" zu verfolgen. Mit dem Cocktail in der Hand sah der Italiener ein Offensiv-Feuerwerk beider Teams, das Berlin mit 101:88 gewann. Damit führen die Hauptstädter in der Serie mit 2:1 und können mit einem Erfolg am Dienstag (20 Uhr) bei den Bayern den Meister stürzen. Genau das ist das Ziel. "Jetzt machen wir in München den Sack zu", kündigte Akeem Vargas an. Das Team von Trainer Svetislav Pesic steht mächtig unter Druck und kann nur mit einem Heim-Erfolg ein fünftes und entscheidendes Spiel in Berlin erzwingen. Das würde am Donnerstag (20 Uhr) in der O2-World stattfinden.

Vor 13.133 Zuschauern erwischte Berlin bei der Neuauflage des Vorjahresfinales den besseren Start. Bayern blieb vor allem von außen lange ohne Durchschlagskraft und traf erst nach 16 Minuten den ersten Dreier durch Nationalspieler Lucca Staiger. Nach zwischenzeitlich zwölf Punkten Rückstand kämpften sich die Gäste erst kurz vor der Pause noch einmal heran und hielten die Partie damit offen.

In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein hochklassiges Duell auf Augenhöhe. Bayern ging zwischenzeitlich sogar in Führung, in der Schlussphase konnte sich Berlin jedoch entscheidend absetzen. Zu verdanken hatte das das Team von Sasa Obradovic vor allem Reggie Redding. Der 26-Jährige erzielte 20 Punkte und traf die ersten acht seine neun Wurfversuche.