Bevor David Krämer in sein bislang größtes Abenteuer startet, will er sich noch ein paar Tage bei seiner Familie in Österreich erholen. „Ich war schon ein Jahr nicht mehr zuhause, deshalb genieße ich die Zeit momentan sehr“, erzählt der Basketball-Profi, der in den vergangenen Tagen in allen deutschen Medien für Schlagzeilen gesorgt hat.

Der 22-Jährige, der in den vergangenen fünf Jahren für Ratiopharm Ulm in der Bundesliga gespielt hat, unterschrieb diese Woche einen Vertrag beim NBA-Klub Phoenix Suns. „Natürlich freue ich mich darüber enorm und kann es noch gar nicht richtig glauben“, berichtet der deutsche Nationalspieler (ein Länderspiel). Allerdings hat er den Sprung in die beste Liga der Welt noch nicht ganz geschafft.

Krämer hofft auf Einsätze in der NBA

Krämer hat einen „Exhibition 10“-Vertrag unterschrieben, was bedeutet, dass er nun für ein Jahr in der USA spielen wird. Ob er in dieser Zeit für den NBA-Klub oder dessen Ausbildungsteam Northern Arizona Suns in der zweitklassigen G-League aufläuft, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Dann hat der Shooting Guard die Chance, sich in der Saisonvorbereitung für die NBA zu empfehlen. „Jetzt fängt die Arbeit für mich erst richtig an. Aber ich kann es kaum erwarten.“

Die Unterschrift unter den Vertrag ist der vorläufige Höhepunkt eines stressigen Sommers. Direkt nach dem Viertelfinal-Aus seiner Ulmer gegen Alba Berlin flog Krämer im Mai nach Los Angeles, wo er vor NBA-Klubs vorspielen durfte. „Ich hatte nur einen kleinen Koffer gepackt, zwei T-Shirts, ein paar Socken und Unterwäsche dabei. Eigentlich hatte ich für vier Tage gebucht“, berichtet Krämer.

Krämer hat bei der Summerleague überzeugt

Doch der ehrgeizige und selbstbewusste Sohn des ehemaligen Basketball-Profis Roman Krämer überzeugte die Phoenix Suns von sich, die ihn daraufhin zur Summerleague einluden. Im Trikot der Suns, in der vergangenen Saison das schlechteste Team der NBA, spielte Krämer bei der Talentschau in Las Vegas stark auf und erarbeitete sich damit den Vertrag, der ihn nun seinem Traum von der NBA einen Schritt näher gebracht hat. „Das heißt aber nicht, dass es ich es auch geschafft habe“, weiß der 1,99 Meter große Aufbauspieler, der in Ulm in der abgelaufenen Saison im Schnitt knapp 13 Minuten auf dem Feld stand und dabei 5,4 Punkte erzielte.

Der kommenden Aufgabe sieht er mit Vorfreude, aber auch Respekt entgegen. „Das wird ein Kampf jetzt.“ Denn Krämer ist nicht der einzige Akteur, der einen der begehrten Plätze im NBA-Kader will.

Krämer besitzt die nötigen Fähigkeiten für die NBA

Thomas Stoll, der Geschäftsführer seines Ex-Klubs Ratiopharm Ulm, traut Krämer den Sprung in die NBA durchaus zu. „Er bringt das notwendige Skill set mit. Wir drücken ihm jedenfalls die Daumen.“ Krämer wäre der erste Spieler, der es von Ulm direkt in die NBA schafft, und der siebte Deutsche, der in der besten Liga der Welt sein Geld verdient. Doch bis es wirklich soweit ist, wartet noch einiges an Arbeit auf Krämer, der sich nun voll auf die Erfüllung seines Traums konzentriert: „Mit der G-League befasse ich mich nicht, ich konzentriere mich ganz auf die NBA.“

Das könnte dich auch interessieren: