Basketball 2. Bundesliga ProA Das Ende war absehbar

Ehingens Kevin Yebo (li.) und Spielmacher Cha Cha Zazai (Nummer 6) hatten gegen Till-Joscha Jönke (mit Maske) und Co. kaum eine Chance.
Ehingens Kevin Yebo (li.) und Spielmacher Cha Cha Zazai (Nummer 6) hatten gegen Till-Joscha Jönke (mit Maske) und Co. kaum eine Chance. © Foto: Emmenlauer
Von Helen Weible 03.04.2018

Am Ende waren sich alle einig beim Team Ehingen Urspring. Der Klassenerhalt ist nicht bei dieser deutlichen 67:102 (30:50)-Niederlage gegen die Playoff-Mannschaft aus Hanau verspielt worden. Den Klassenerhalt verbaute man sich schon vorher in dieser denkwürdigen Saison. Mit knappen Niederlagen in der ersten Halbserie und mit den verlorenen Spielen im Januar bahnte sich dieser Abstieg aus der 2. Bundesliga ProA bereits an. „Es hat zehn andere Spiele gegeben, die wir hätten gewinnen müssen“, sagte Nico Drmota, der am Samstag die erschöpften Spieler im Rücken hatte und zu enttäuschten Fans auf der Tribüne sprach. Der Manager vom Team Ehingen Urspring fand an diesem Abend in der Halle am Vanotti-Gymnasium die richtigen Worte, um über die erste harte Erkenntnis hinwegzutrösten. „Unabhängig davon, wie wir gespielt haben, ihr seid abgegangen“, sagt Drmota weiter, „ihr habt immer für eine tolle Kulisse gesorgt und darum freue ich mich auf die nächste Saison in der ProB mit euch.“

Die Hanauer Fangemeinde machte einen derartigen Lärm, dass die Worte der Ehinger Verantwortlichen zunächst untergingen. Doch das dicke Lob an die Fans an und an die Spieler dieser Saison kam an. Trainer Domenik Reinboth wollte die Stärken seiner Akteure noch einmal hervorheben. Er begann bei Sebastian Schmitt, „einer mit Kämpferherz, der sich unheimlich weiterentwickelt hat“. Schloss an mit Kevin Yebo, dem Shooting Star aus der Regionalliga, eine „Maschine“, einer, der sich um das Niveau in der zweiten Liga wenig schert.

Die beiden Jüngsten verdienten sich auch verbale Schulterklopfer von ihrem Coach: Kevin Strangmeyer, der mit seinen 17 Jahren der Doppelbelastung NBBL und ProA standhielt, genauso Bo Meister, als blutjunger Neuling im Süden, mit schöner Entwicklung. Die beiden Center Jonathan Malu und Bradley Hayes musste er in Schutz nehmen. Der eine war lang verletzt, der andere musste sich erst einmal mit dem europäischen Basketball anfreunden. „Mister Hundert Prozent“ nannte Reinboth den Scharfschützen Seger Bonifant. Der US-Flügelspieler habe „alles zu 100 Prozent gemacht und viele Spiele entschieden“. Über den Wert von Davonte Lacy musste der Chefcoach gar nicht lang philosophieren. Die Betonung lag auf seinem Einsatz abseits des Felds, „wo der Top­scorer stets fürs Team da war“.

Die beiden Glücksbringer für den Ehinger Basketball waren diese Saison sicherlich Achmadschah Cha Cha Zazai sowie Devon Moore. Letzterer war im November aus den Staaten eingeflogen und hätte den nötigen Schwung ins Team bringen sollen. Zu dieser Zeit lagen hinter der Mannschaft neun Niederlagen und erst zwei Siege. Bei dessen vierten Rückkehr nach Ehingen gelang den Steeples dann zum Einstand ein Heimsieg gegen Trier. Doch der erhoffte Ruck ging nicht durch die Mannschaft. Dann nahm das Ganze einen tragischen Lauf: Bei seinem vierten Einsatz im Trikot des „Team in green“ brach sich Moore die Wurfhand. Der Held traf mit kaputter Hand sogar noch einen Dreier, doch für die Mannschaft war sein Verlust ein weiterer herber Rückschlag. Statt allerdings heim zufliegen, blieb Moore beim Team und half, sofern es wieder ging, im Hintergrund mit. Reinboth dankte ihm deshalb herzlich mit „Coach“ Moore.

Und Zazai, der habe ähnlich wie schon Moore „wieder Spaß in die Mannschaft gebracht. Ohne ihn hätten wieder den Turn nicht geschafft“, meinte der 35-jährige, zweifache Vater mit Nachdruck. Zazai belebte den Ehinger Basketball wieder. Der flinke Aufbauspieler pushte jeden seiner Mitspieler zu Hochleistungen. Der Mannschaft gelangen so drei Siege hintereinander, angefangen mit einem Derbysieg gegen die nun ebenfalls abgestiegene Orange Academy Ulm und fortgesetzt mit dem ersten Auswärtssieg der Saison in Hamburg. Doch Ende Februar verließ die Mannschaft wieder die Erfolgsspur und der Sieg Ende März in Karlsruhe sollte der letzte sein.

„So bitter diese Niederlage ist“, ermahnte Reinboth die Fans, nicht den Kopf hängen zu lassen. „Wir sind schon mal in die ProB abgestiegen und jeder weiß, dass wir dann gleich die Meisterschaft gefeiert haben.“

Chancenlos gegen offensivstarke Hanauer

Im letzten Spiel der ProA-Saison waren für das Team Ehingen neun Akteure im Einsatz. Die meisten Punkte bei der 67:102-Niederlage gelangen Cha Cha Zazai mit 19 Zählern bei 5 Assists. Davonte Lacy und Seger Bonifant kamen auf je elf Punkte. Bei den Hanau Wild Wings waren die beiden Till-Joscha Jönke mit 27 Punkten/9 Assists und Luquon Choice (24 Zähler) die überragenden Akteure. Zu den effizientesten Spielern aus den Ehinger Reihen gehörte erneut auch Kevin Yebo (10 Punkte). Jonathan Malu steuerte 7, Sebastian Schmitt 5, Kevin Strangmeyer und Bradley Hayes je 2 und Bo Meister 0 Punkte bei. hel

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