Crailsheim Crailsheimer Basketballer Merlins träumen von Bayern und der Bundesliga

Ein eingeschworener Haufen: Bundesliga-Aufsteiger Crailsheim.
Ein eingeschworener Haufen: Bundesliga-Aufsteiger Crailsheim. © Foto: Zink
Crailsheim / KLAUS HELMSTETTER 29.04.2014
Die Crailsheimer Basketballer hoffen auf die Bundesliga. Sportlich haben die Merlins den Aufstieg bereits geschafft, jetzt fehlt nur noch die Lizenz.

Die Crailsheimer Korbjäger und ihre Anhänger schweben auf Wolke sieben! Die Merlins haben den Sprung in die Finalspiele der zweiten Liga, Pro A, geschafft und damit das sportliche Recht, in der ersten Bundesliga zu spielen. Der größte Erfolg in der Crailsheimer Basketballgeschichte.

Ein Projekt, das in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts als Schul-AG begonnen hat, schickt sich jetzt an, womöglich das eine oder andere Team in der deutschen Eliteliga zu ärgern. Bayern München, Alba Berlin und Brose Bamberg könnten in Hohenlohe um Punkte spielen. Doch ganz so weit ist es noch nicht, denn neben der sportlichen Qualifikation muss die Liga erst noch über die Lizenzvergabe befinden. Stichtag dafür ist der 7. Mai. Für die Erteilung sind diverse Kriterien wie ein Fassungvermögen der Halle von über 3000 Fans oder ein Etat von mindestens einer Million Euro von Bedeutung.

Dass es für das Team so gut laufen würde, war im Vorfeld der Saison nicht abzusehen. Schließlich schwebte die Mannschaft in der vergangenen Runde bis auf die Zielgerade der Spielzeit in Abstiegsgefahr. Die Macher um Teammanager Martin Romig, ein Mann der ersten Stunde, und Ingo Enskat, dem sportlichen Leiter verlängerten im Sommer mit einigen Leistungsträgern der letzten Saison und stellten um sie ein neues Team zusammen.

Die Kapitäne und Routiniers Stevie Johnson und Jonathan Moore sind aus der Mannschaft nicht wegzudenken. Mit dem Kubaner Yorman Polas kam ein wieselflinker und bärenstarker Verteidiger hinzu. Spielmacher Carlos Medlock setzt die Kollegen geschickt in Szene und hat ein sicheres Händchen aus der Distanz. Ihm zur Seite steht Frankie Sullivan, der während der Saison aus Finnland kam. Zu einem wichtigen Faktor ist in den letzten Wochen Andreas Kronhardt geworden. Der 2,04 Meter lange Center gibt keinen Ball verloren und geht dorthin, wo es auch mal wehtun kann.

Die Mannschaft zeichnen in erster Linie zwei Komponenten aus: Zum einen der Teamspirit. "Es ist kein fauler Apfel darunter", hat ein Verantwortlicher mal formuliert. Und die große Rotation. Die Einwechslung der Spieler von der Bank bedeutet nicht per se eine Schwächung, der Spielrhythmus bleibt in aller Regel erhalten. Nicht zu vergessen Coach Willie Young, der den Rollentausch vom Spieler früherer Jahre zum Mann an der Linie rasch vollzogen hat.

Nahziel sind jetzt erst mal die beiden Finalspiele um die Pro-A-Meisterschaft gegen Göttingen. In der Hauptrunde haben die Merlins gegen die Niedersachsen gut ausgesehen und in einem begeisternden Heimspiel gewonnen. Am Freitag wird in Crailsheim gespielt, am Sonntag in Göttingen. Danach werden die Crailsheimer Basketball-Fans am Mittwoch gespannt nach Köln blicken, wo der Lizenzierungsausschuss tagt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel