Ulm Braunschweigs Basketballer treten ohne Druck gegen Ratiopharm Ulm an

Das will Adam Hess (r.) heute Abend verhindern: Isaiah Swann zieht vorbei und kommt zu einfachen Punkten.
Das will Adam Hess (r.) heute Abend verhindern: Isaiah Swann zieht vorbei und kommt zu einfachen Punkten. © Foto: Eibner
Ulm / SEBASTIAN SCHMID 12.04.2014
Die Ulmer Basketballer wollen unbedingt gegen Braunschweig gewinnen. Damit das gelingt, müssen die Hausherren den Ex-Ulmer Isaiah Swann in den Griff bekommen. Adam Hess hat da schon eine Idee.

Die Lösung, wie man Isaiah Swann in den Griff bekommt, liegt auf der Hand. "Um so einen Spieler zu stoppen, sollte man ihn bestenfalls nicht an den Ball kommen lassen", erklärt Adam Hess. Doch der Flügelspieler in Diensten des Basketball-Bundesligisten Ratiopharm Ulm weiß: "Das ist einfacher gesagt, als getan." Ganz ohne Ballberührung wird Swann bei seiner Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte Ratiopharm-Arena mit den Phantoms Braunschweig (19 Uhr) am Samstag nicht bleiben. Trainer Thorsten Leibenath jedenfalls ist "froh, wenn wir Isaiah bei 15 Punkten halten".

Angesichts der Qualität des zweitbesten Scorers der Liga, ist es verständlich, dass Ulm vor der Runde an eine Rückholaktion gedacht hat. Doch schnell war klar, dass daraus nichts wird. Leibenath: "Als es um konkrete Zahlen ging, war klar, dass das für uns nicht darstellbar ist."

Swann ist einer von fünf Braunschweigern, die im Schnitt mehr als neun Punkte pro Partie erzielen. Allerdings setzt Coach Raoul Korner größtenteils auf sechs Akteure. Swann, James Florence und Immanuel McElroy stehen im Schnitt mehr als 31 Minuten auf dem Feld. Aaron Doornekamp, Kyle Visser und Nana Harding kommen durchschnittlich auf mehr als 23 Minuten Einsatzzeit; ein Wert, den bei Ulm nur Cameron Long (27:05) und Per Günther (24:03) übertreffen.

Allerdings warnt Leibenath aus zwei Gründen davor, die langen Einsatzzeiten zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Betrachtet man die total gespielten Minuten in dieser Saison, dann haben seine Akteure durch den Eurocup und die Pokalspiele mehr Minuten in den Knochen als die Braunschweiger. Zudem hat sich der Ulmer Trainer das letzte Spiel des heutigen Gegners angeschaut. Beim 82:81-Sieg am Dienstag gegen Frankfurt hatte Leibenath nicht den Eindruck, dass die Phantoms im letzten Viertel "ausgepowert waren". Der Erfolg gegen die Skyliners beendete eine Niederlagen-Serie der Niedersachsen von sechs Spielen, die wohl die Playoff-Teilnahme gekostet hat.

Als Zwölfter befinden sich Swann und seine Kollegen irgendwo zwischen Gut und Böse im Niemandsland der Liga wieder. "Ich finde das sehr gefährlich. Sie haben nicht den Druck, gewinnen zu müssen", warnt Leibenath. Die Gastgeber sind zwar nicht unbedingt zum Siegen verdammt, wollen sie in der Tabelle aber noch ein paar Plätze gut machen, sind Ausrutscher verboten. Wobei Leibenath die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde nicht als gesichert sieht: "Wir müssen noch ein paar Spiele gewinnen, wenn wir in die Playoffs wollen." Damit will Ulm heute anfangen. Dabei wird Adam Hess helfen, der zuletzt mit einer Bauchmuskelzerrung ausgefallen ist. Der 33-Jährige stieg unter der Woche ins Mannschafttraining ein, so dass Leibenath wohl alle Spieler zur Verfügung stehen.

Drei Bundesligapartien hat der Pokalfinalist nun in Serie verloren - so viele wie noch nie unter Leibenath. Klar, dass der 39-Jährige diese Negativserie beenden will. Daneben soll eine andere Liste ebenfalls nicht länger werden. Und zwar die der Mannschaften, die beide Ligaspiele gegen Ulm gewonnen haben. Bislang gelang das Berlin, Oldenburg, München und Frankfurt. In den ausstehenden Partien könnten noch Braunschweig und Trier hinzukommen. Das will Leibenath vermeiden: "Wir wollen die Liste nicht länger werden lassen."