Basketball Beim Vizemeister aus der Hauptstadt

Alba-Manager Marco Baldi hat gut lachen.
Alba-Manager Marco Baldi hat gut lachen. © Foto: dpa
Berlin / Klaus Helmstetter 12.10.2018
Alba Berlin ist in toller Form in die Saison gestartet und stellt für Aufsteiger Hakro Merlins eine hohe Hürde dar.

Alba Berlin gehört zu den Taktgebern im deutschen Basketball. Acht Meisterschaften gehen auf das Konto der Hauptstädter, neun Mal haben sie sich den Pokal gesichert. Gleich zum Saisonstart ließen sie in der nationalen Liga mit einem 112:55-Kantersieg gegen Jena aufhorchen. Im Pokal folgte gegen Bayreuth ein 88:68-Erfolg. Im Eurocup gewannen die Berliner mit 107:91 gegen den türkischen Vizemeister Tofas Bursa. Am Mittwoch kassierte der aktuelle deutsche Vizemeister von der Spree im selben Wettbewerb  bei Cedevita Zagreb mit 73:75 seine erste knappe Saisonniederlage.

Bemerkenswerte Frühform

„Alba zeigt sich in dieser frühen Saisonphase schon in einer sehr guten Form. Keine Frage“, betont Crailsheims sportlicher Leiter Ingo Enskat vor der Partie des Aufsteigers in der Hauptstadt. „Gegen Jena waren sie überragend und gegen Bayreuth sind sie auch sehr gut aufgetreten. Für uns ist das Spiel in Berlin sicherlich ein Highlight. Wir haben keinen Druck und können eigentlich nur gewinnen. Das darf aber nicht als Ausrede oder Alibi dienen. Denn gerade um gegen solche Mannschaften antreten zu können, haben wir in der Pro A gearbeitet. Und das“, führt Enskat weiter aus, „sollten wir jetzt auch tun, ohne Ehrfurcht zu zeigen. Natürlich sind wir der Underdog. Aber es gibt immer wieder Überraschungen und warum sollten wir dem Favoriten nicht auch einmal ein Bein stellen können?“ Prinzip Hoffnung also bei den Merlins!

Abschlusstraining daheim

Die Mannschaft hat am Donnerstag noch ihr Abschlusstraining in vertrauter Umgebung in Crailsheim absolviert, um sich dann auf den sechs, sieben Stunden andauernden Tripp nach Berlin zu machen, dort zu übernachten und dann das Spiel in der Mercedes-Benz-Arena in Angriff zu nehmen. Am liebsten hätte Ingo Enskat erneut daheim gespielt, um die Energie, die in der Partie gegen Gießen zu spüren war, eventuell auch dorthin mitzunehmen. Doch der Spielplan ist halt kein Wunschkonzert.

Die Crailsheimer Trainingswoche war davon geprägt De Wayne Russell, den Neuzugang, möglichst gut zu integrieren. „Er ist schnell, bringt viel Energie mit und Trainer Iisalo muss jetzt schauen, wie das neue Konstrukt am besten funktioniert. So gesehen hatten wir keine übliche Trainingswoche, denn wenn ein neues Mitglied in eine Gruppe kommt, gerät naturgemäß auch dessen Gefüge in Bewegung. Verletzt war bei Redaktionsschluss keiner der Zauberer. Der eine oder andere klagt über ein Zipperlein. Nach Lage der Dinge sollte Coach Tuomas Iisalo aber sein komplettes Personal heute zur Verfügung stehen. Inwieweit Russell schon auflaufen wird, will der Coach von den letzten Trainingseindrücken abhängig machen.

Berlins Trainer Aito Garcia Reneses steht eine illustre Truppe zur Verfügung. Kapitän Niels Giffey, seines Zeichens auch ein sehr energischer Verteidiger, Schlüsselspieler Peyton Siva, Luke Sikma sowie die Neuen Rokas Giedraitis oder Johannes Thiemann seien an dieser Stelle exemplarisch genannt.

Die Berliner haben dieser Tage ein straffes Programm. Dementsprechend schwer ist es, die Verantwortlichen zu erreichen. „Für uns ist Crailsheim ein sehr ernstzunehmender Gegner, auf den wir uns praktisch gar nicht einstellen konnten. Wir haben am Mittwoch in Zagreb gespielt, Donnerstag war dann Reisetag und Freitagabend spielen wir schon wieder. Wirklich vorbereiten konnten wir uns also nicht. Deswegen erwartet uns ein schweres Spiel“, lässt Marco Baldi, Manager der Albatrosse aus der Hauptstadt, wissen. Inwieweit er dabei ein bisschen „understatement“ betreibt oder ob die Merlins tatsächlich aus dem intensiven Programm der Berliner für sich Kapital schlagen können, wird sich spätestens am Freitagabend beim Spiel zeigen müssen!

Info

Alba Berlin – Hakro Merlins Crailsheim, Freitag, 20.30 Uhr, Mercedes-­Benz-Arena

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