Basketball Bayern vor Spiel gegen Ulm mächtig unter Druck

Stehen sich morgen schon wieder gegenüber: Ulms Cameron Long (20) und die beiden Bayern Nihad Djedovic (14) und Malcom Delaney. Foto: Lars Schwerdtfeger
Stehen sich morgen schon wieder gegenüber: Ulms Cameron Long (20) und die beiden Bayern Nihad Djedovic (14) und Malcom Delaney. Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / SEBASTIAN SCHMID 05.04.2014
Ratiopharm Ulm möchte zum zweiten Mal in einer Woche die Basketballer des FC Bayern München zu Fall bringen. Der Bundesliga-Tabellenführer kehrt mit mächtigem Druck an den Ort der Pokal-Schmach zurück.

3, 2, 1 . . . was die Ulmer Basketballer vergangene Woche noch als Parole für den Pokal ausgegeben haben, trifft nun auch auf Bayern München zu. Allerdings in einem anderen Sinn als bei den Ulmern und sicherlich auch nicht so, wie es sich der Bundesliga-Tabellenführer vorgestellt hat. Mit dem "3, 2, 1 . . ." spielte Ulm auf die Pokalplatzierungen an. Nach einem dritten Platz 2012 und Rang zwei 2013 sollte beim Top Four in eigener Halle am vergangenen Wochenende endlich der Titel her. Doch daraus wurde nichts, im Finale unterlag der Gastgeber Alba Berlin mit 80:86.

3, 2, 1 . . . Im Fall der Bayern ist das die Anzahl der möglichen Titel, die sich innerhalb einer Woche deutlich reduziert hat. Der Liga-Krösus war mit dem Ziel nach Ulm gereist, den Pokal zu holen. Doch bereits im Halbfinale scheiterte das ambitionierte Basketball-Projekt am Außenseiter Ulm mit 72:90. Nach der Niederlage im Spiel um Platz drei gegen Meister Bamberg reisten die Bayern als Vierter aus der Donaustadt ab.

Am Donnerstagabend war dann der zweite Titel futsch - auch wenn der Triumph in der Euroleague nie eine realistische Option gewesen ist und von den Bayern nicht als Ziel ausgegeben worden war. Der Einzug unter die besten acht europäischen Mannschaften war allerdings nach einem guten Auftakt in die Runde der Top 16 lange Zeit zum Greifen nahe. Am Ende ging den Münchnern aber die Luft aus. Nach der knappen 92:94-Heimniederlage gegen den israelischen Serienmeister Maccabi Tel Aviv sind die Chancen dahin, als erstes deutsches Team in die Runde der letzten Acht vorzustoßen. Trotzdem hat sich die Mannschaft von Trainer Svetislav Pesic in ihrer Premierensaison in der Königsklasse überaus achtbar geschlagen und war den europäischen Großmächten ein zumeist ebenbürtiger Gegner - etwas, was Bamberg und Berlin in den vergangenen Jahren nicht vergönnt war. Höhepunkt für die Bayern war sicherlich der 85:83-Heimsieg gegen Real Madrid.

Nun können sich John Bryant und Co. ganz auf die Liga konzentrieren. Doch vor dem Kräftemessen am Sonntag mit Ulm (17 Uhr/ Sport 1 und Liveticker auf swp.de) setzten die Bamberger die Münchner unter Druck. Punktgleich führen die beiden Teams die Tabelle an, die Pesic-Truppe liegt nur aufgrund des besseren direkten Vergleichs vor den Franken. Nächste Woche kommt es dann zum direkten Aufeinandertreffen in Bamberg.

Die Bayern sind also vor ihrer schnellen Rückkehr nach dem Halbfinal-Aus gehörig unter Druck. Und genau darin sieht Ulms Trainer Thorsten Leibenath die Chance für seine Mannschaft: "Wenn ein Team mit enormen Druck agiert, ergeben sich auch Punkte, diesen Druck zu kontern. Die müssen wir finden." Der 38-Jährige weiß jedoch, dass das keine einfache Aufgabe wird. Die Gäste werden darauf brennen, sich für die erlittene Schmach zu revanchieren und mit aller Macht die fünfte Niederlage in Serie zu stemmen. "Ich glaube, dass es noch schwerer wird", vermutet Leibenath, der sicher ist, dass beide Teams mit gemischten Gefühlen die Arena betreten werden.

Wollen die Ulmer erneut die Überraschung schaffen, müssen sie sich wie im Halbfinale die Rebounds sichern und mit genauso viel Einsatzwillen zu Werke gehen. Adam Hess wird wegen seiner Bauchmuskelzerrung erneut nicht mitwirken, der Rest des Teams hat sich in der spielfreien Woche von den Pokalstrapazen erholt. Wer bei den Bayern letztlich auflaufen wird, weiß Leibenath nicht. Pesic hat in seiner All-Star-Truppe genügend Waffen zur Auswahl. Seit dem Pokalwochenende hat er sogar eine Alternative mehr. Paul Zipser, der im bisherigen Saisonverlauf nur sporadisch zum Einsatz kam, bot gegen Bamberg und Tel Aviv starke Leistungen. Leibenath hat den 20-Jährigen mit auf der Rechnung: "Bei Bayern muss man sich auf 13 Qualitätsspieler einstellen."

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