Basketball Bayern-Basketballer blasen zur Attacke auf Serienmeister Bamberg

Bryce Taylor hat die Seiten gewechselt. Der ehemalige Münchner Kapitän trägt nun das Bamberger Trikot.
Bryce Taylor hat die Seiten gewechselt. Der ehemalige Münchner Kapitän trägt nun das Bamberger Trikot. © Foto: Foto: Imago
Ulm / Sebastian Schmid 30.09.2017
In der Basketball-Bundesliga deutet alles auf einen Zweikampf der finanziell potenten Platzhirsche Bayern München und Baskets Bamberg hin. Die drei württembergischen Vertreter treten mit runderneuerten Teams an.

Die Abteilung Attacke führt der Präsident persönlich an. „Wir wollen Meister werden“, verkündete Uli Hoeneß und lasst damit keine Zweifel an den Zielen der Bayern-Basketballer. Nach dem Aus im Playoff-Halbfinale gegen den späteren Meister Bamberg starten die Münchner den nächsten Angriff, den Seriensieger vom Thron zu stoßen. Sieben der vergangenen acht Meisterschaften gingen an die Franken, lediglich 2014 konnten die Bayern diese Serie durchbrechen.

Die Münchner machen sich durchaus berechtigte Hoffnungen. Zum einen blieb das Team von Sasa Djordjevic zu großen Teilen zusammen und verstärkte sich mit den serbischen EM-Zweiten Milan Macvan und Aufbauspieler Stefan Jovic namhaft. Zum anderen mussten die Bamberger nach dem Double-Sieg fast alle Leistungsträger ziehen lassen. So verließen unter anderem Finals-MVP Fabian Causeur (Real Madrid), Darius Miller (New Orleans Pelicans) und Nationalspieler Daniel Theis (Boston Celtics) den Klub.

Trotzdem trauen viele Bundesliga-Trainer den Franken abermals den großen Wurf zu. „Als Serienmeister ist Bamberg trotz personellem Umbruch der Favorit“, sagt beispielsweise Bonns Coach Predrag Krunic. Ulms Aufbauspieler Per Günther ist in der Hinsicht Pragmatiker: „Die Meisterfrage beantworte ich so lange mit Bamberg, bis sie es nicht mehr werden.“

Letzte Saison sah es lange danach aus, dass der 29-Jährige mit dem Ratiopharm-Team eine gute Titel-Chance hat. 27 Siege in Serie gelangen der Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath, doch dann war im Halbfinale trotz Heimvorteils für den Hauptrundensieger gegen Oldenburg Schluss. Es folgte der Umbruch: Liga-MVP Raymar Morgan und Chris Babb wechselten ins Ausland, Braydon Hobbs (München) und Augustine Rubit (Bamberg) fanden innerhalb der Liga neue Vereine.

Mit sechs Neuzugängen, darunter der deutsche Nationalspieler Ismet Akpinar, der zum Auftakt am Samstag auf seinen Ex-Klub Alba Berlin (18 Uhr/live auf telekomsport.de) trifft, wollen sich die Ulmer erneut in der Liga-Spitze einsortieren. Außerdem findet in der Neu-Ulmer Arena im Februar die Pokalendrunde statt, bei der man als Gastgeber fürs Halbfinale gesetzt ist.

Alte Bekannte in Ludwigsburg

In der abgelaufenen Saison verpassten Günther und Co. durch eine Niederlage gegen Ludwigsburg die Teilnahme daran – und auch im Playoff-Viertelfinale lieferten sich die beiden schwäbischen Rivalen einen erbitterten Kampf. Riesen-Coach John Patrick will mit seiner Mannschaft zum fünften Mal in Folge in die Meisterschaftsrunde. Fast schon traditionell fiel bei den Ludwigsburgern der Personalwechsel in der Sommerpause umfangreich aus. Lediglich Kapitän David McCray, EM-Fahrer Johannes Thiemann und Talent Mateo Seric blieben. Mit Kerron Johnson und Adam Waleskowski kehrten immerhin zwei bekannte Gesichter in die Barockstadt zurück. Wegen der Champions-League-Qualifikation starten die MHP Riesen erst am Donnerstag in Bremerhaven in die Bundesliga-Saison.

Nach einer enttäuschenden Spielzeit und dem 15. Rang haben auch die Tigers Tübingen personell einen Schnitt gemacht. Lediglich Jared Jordan und Barry Stewart laufen weiterhin für das Team von Coach Tyron McCoy auf. Neu in Tübingen sind unter anderem Ryan Brooks, der in der Bundesliga bereits für Gießen, Frankfurt und Bonn auflief, und Kris Richard, der vom litauischen Meister Riga kam.

Während sich McCoy und Manager Robert Wintermantel vor dem heutigen Auftaktspiel in der Paul-Horn-Arena gegen Bayreuth (20.30 Uhr/telekomsport.de) beim Saisonziel bedeckt halten, meldete sich der Hauptsponsor zu Wort. „Unsere Traum sind nach wie vor die Playoffs“, sagte Mirko Merlo, Vorstandsvorsitzender der Walter AG, und knüpfte ein weiteres Engagement an den sportlichen Erfolg.

Neu: Nach einem unsportlichen Foul ist Schluss

Ein paar Neuerungen gibt es in der neuen Saison. Am weitreichendsten ist dabei die neue Schrittregelung, die an die amerikanische Liga NBA angepasst wurde. Auch neu: Eine Disqualifikation erfolgt jetzt bereits nach einem unsportlichen oder einem technischen Foul. Der Spieler erhält sofort eine Matchstrafe, darf aber im nächsten Spiel wieder mitwirken. Bislang waren für eine Matchstrafe zwei technische oder unsportliche Fouls nötig.

Gewöhnen müssen sich die Fans auch an die Spielpause während der Saison. Vom 18. November bis zum 3. Dezember sowie vom 14. bis zum 28. Februar ruht der Bundesliga-Betrieb, da in der Zeit Länderspiele stattfinden.