Festtagsstimmung bei den Bonner Bundesliga-Basketballern. Die Telekom Baskets stehen bereits vor dem letzten Spieltag am Donnerstag als Vierter der Hauptrunde fest und gehen deshalb mit dem Heimvorteil ins Playoff-Viertelfinale. Die sechs Siege in Folge, darunter ein 88:84 gegen Bayern München und zuletzt ein 101:99 nach zweimaliger Verlängerung in Hagen, haben das Selbstvertrauen gestärkt. Und dann feiert der Verein dieser Tage noch sein 20-jähriges Jubiläum mit einem „Tag der Legenden“ am 3. Mai, zu dem unter anderem Chris Ensminger, Mike Koch und Artur Kolodziejski eingeladen sind.

Wollen die Ulmer die Hauptrunde als Fünfter beenden, müssen sie am Donnerstagabend (20 Uhr) als Stimmungskiller auftreten. Mit einem Sieg geht das Ratiopharm-Team sicher einem der drei Top-Klubs Berlin, Bamberg und München aus dem Weg und die Partie gegen Bonn wäre der Auftakt einer Serie, in der sich die beiden Teams maximal sechs Mal gegenüberstehen. Doch egal, wie der Ulmer Gegner im Playoff-Viertelfinale lautet, es wird eine schwere Aufgabe.

Die Mannschaft von Trainer Mathias Fischer hat in dieser Saison bislang erst zweimal in eigener Arena verloren (74:83 gegen Berlin, 52:71 gegen Bamberg). Ulm muss also zunächst einmal am Donnerstag auswärts gewinnen, um überhaupt erst in der Meisterrunde auf Bonn zu treffen, und dann in der Playoff-Serie noch einmal einen Sieg aus dem Telekom-Dome entführen, um ins Halbfinale einzuziehen. Thorsten Leibenath weiß, wie schwer es ist, auch nur einen Sieg am Rhein zu feiern: „Wir brauchen eine herausragende Leistung“, stellt der Ratiopharm-Trainer klar. Was danach kommt, und wie der möglicherweise dann wichtige zweite Erfolg gelingen soll, spielt für ihn noch keine Rolle: „Es geht nur um den Sieg, ein Taktieren wird es nicht geben.“

Angesichts der Bedeutung des Spiels für die Hauptrundenplatzierung, die auch Auswirkungen auf die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb hat, kann es sich Leibenath nicht einmal leisten, Per Günther zu schonen – sollte er denn halbwegs fit werden. Die medizinische Abteilung um Physiotherapeut Andi Lacher setzt alles daran, dass der 27-Jährige am Donnerstag auflaufen kann. Die Oberschenkelverletzung nach einem „Pferdekuss“ macht Günther ordentlich zu schaffen, der zum 82:77-Hinspiel-Erfolg in der Ratiopharm-Arena 29 Punkte beisteuerte. Ein Einsatz ist unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

Sollte der Kapitän nicht ins Geschehen eingreifen können, wird Jaka Klobucar in die Bresche springen müssen. Der etatmäßige Günther-Vertreter Deonte Burton füllt die Rolle als Spiel-Leiter bislang nur unzureichend aus. Klobucar hingegen hat in dieser Saison bereits bewiesen, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Als Günther gegen Tübingen wegen einer Grippe ausfiel, rückte der Slowene für ihn in die Startformation und führte das Team mit 18 Punkten und zwölf Assists zum 103:96-Derbysieg.

Um im Telekom-Dome bestehen zu können, müssen die Ulmer laut Leibenath „die Fehlerquote gering halten, die Bonner nicht ins Laufen kommen lassen und benötigen eine konstant gute Defensive“. Der große Vorteil der Gastgeber, die in dieser Saison bislang von langwierigen Verletzungen verschont geblieben sind und keinen Spieler nachverpflichtet haben, ist deren Ausgeglichen- und Eingespieltheit. „Sie haben Jungs, die gut werfen können und dank ihrer uneigennützigen Spielweise finden sie die auch“, sagt Leibenath, der zudem keinen großen Niveau-Unterschied zwischen den Bonner Startern und deren Wechselspieler ausmachen konnte.